Fritz Collatz
deutscher Literaturwissenschaftler, Theologe, Philosoph und Hochschullehrer
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Fritz Wilhelm Collatz (* 24. September 1907 in Altona; † 14. November 1967 in Wuppertal) war ein deutscher Literaturwissenschaftler, Theologe, Philosoph und Hochschullehrer.
Leben
Fritz Collatz wurde vor seinem Zwillingsbruder Hans-Ferdinand als ältester Sohn des Musiklehrers Ferdinand Collatz und seiner Ehefrau Anna in Altona geboren. Er absolvierte nach der Oberrealschule Altona-Ottensen das altsprachliche Gymnasium Christianeum in Hamburg, wo er die Reifeprüfung ablegte.
Zum Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Theologie schrieb er sich in der Hamburger, danach in der Königsberger Universität ein, um wiederum in Hamburg zum Wintersemester 1931/32 seine Studien abzuschließen. Unter anderem lernte er bei: Cassierer, Iwand, Rothefels, H. Meyer-Benfey, Schadewald, Snell und Glasenapp.
Als er 1947 an die Pädagogische Akademie Wuppertal berufen wurde, lernte er dort die Kriegerwitwe und angehende Lehrerin Siegfriede Budack kennen, die mit zwei kleinen Söhnen (Dietrich und Siegfried Budack), sowie ihrer Mutter Gertrud Baßfeld in einem Haushalt lebte. Im Dezember 1949 heiratete er sie. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: 1950 wurde die Tochter Regine, 1954 die Tochter Renate und 1956 der Sohn Hans-Ferdinand geboren.
Beruf
Seit 1932 widmete er sich privater Forschungsarbeit auf kulturphilosophischem, literaturwissenschaftlichem und theologischem Gebiet, mit dem Ziel, nach wissenschaftlicher Bewährung das akademische Lehramt anzustreben. Die politischen Ereignisse zu Beginn des Jahres 1933 vereitelten diesen Plan. Vom Januar 1933 bis zum Juni 1935 stellte er sich für die Arbeit der oppositionellen Kirchenbewegung zur Verfügung und hielt die Verbindung der Gruppen in Altona und Schleswig-Holstein mit dem Berliner Pfarrernotbund und Martin Niemöller aufrecht. Da er den Nationalsozialismus in allen seinen Organisationsformen strikt ablehnte, konnte er sich zwischen 1933 und 1940 nur mit privaten Vorträgen über Wasser halten.
Eine Einberufung zum Wehrdienst 1940 scheiterte an seinem schlechten gesundheitlichen Zustand. Von der Deutschen Akademie München, einer Vorläuferin des Goethe-Instituts, wurde er von 1941 bis 1944 als Lektor nach Belgien geschickt, um dort die Deutsche Sprache zu vermitteln. Im Jahre 1943 wurde auf eine Denunziation hin von Gestapo und SD ein Verfahren wegen antinationalsozialistischer Propaganda und Verschwörung zur Beseitigung des Führers gegen ihn angestrengt, das nach fast einjähriger Prüfung, u. a. wegen seines schlechten Gesundheitszustandes, niedergeschlagen wurde.
Im Jahre 1947 wurde er vom ersten Rektor der Pädagogischen Akademie Wuppertal, Oskar Hammelsbeck nach Wuppertal berufen, um dort eine Lehrtätigkeit in vergleichender Literaturwissenschaft und Philosophie aufzunehmen. Dort lehrte er die nächsten zwanzig Jahre seines Lebens bis zu seinem Tod 1967. Da er alle Vorlesungen ohne Konzept und dennoch kurzweilig gestaltete, erfreute er sich bei der Studentenschaft großer Beliebtheit. Seine besondere Aufmerksamkeit galt den kurz ausgebildeten Lehrerinnen und Lehrern, die er – falls erforderlich – durch private Nachhilfe unentgeltlich förderte. Auch hielt er in der Akademie Gottesdienste, meist mit ausführlichem Gesang.
Veröffentlichungen
- mit Hans Asmussen: Kreuz und Reich. Wichern Verlag Berlin, 1934
- Die Gemeindekirche als Sinn und Zeit und Ziel unserer Arbeit. Altona, Hans Harder V. 1934
- Die Kirche im Gericht des Bekenntnisses Laatzen, Hamburg 1947 (unter dem Pseudonym Gotthold Arnfried)
- E.T.A. Hoffmann und seine europäische Bedeutung. In: E.T. A. Hoffmann: Die Elixiere des Teufels, Laatzen Hamburg 1947
- Der Verfasser und sein Werk. In: H. Meyer-Benfey, Ausgewählte Schriften, Welt der Dichtung, Deutscher Literatur V. Hamburg 1063
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Collatz, Fritz |
| ALTERNATIVNAMEN | Collatz, Fritz Wilhelm (vollständiger Name); Gotthold Arnfried (Pseudonym) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Literaturwissenschaftler, Theologe, Philosoph und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 24. September 1907 |
| GEBURTSORT | Altona, heute Hamburg |
| STERBEDATUM | 14. November 1967 |
| STERBEORT | Wuppertal |