Fruela I. (Asturien)
König von Asturien
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Fruela I. (* 722; † 768 in Cangas de Onís) war von 757 bis 768 König von Asturien. Er war der Sohn und Nachfolger von Alfons I. Seine Mutter Ermesinda war eine Tochter des Reichsgründers Pelayo.[1]

Leben
In der Schlacht bei Pontuvio (Pontedeume) schlug Fruela I. ein maurisches Heer. Im entvölkerten Galicien führte er Wiederbesiedlungsmaßnahmen durch. Er warf einen Aufstand der Basken nieder; unter den Gefangenen war eine aus Álava stammende junge Frau namens Munia, die Fruela heiratete. Bis tief in maurisches Gebiet, in die Gegend von Valencia und Murcia, führte er Plünderungszüge.[2]
Die asturischen Quellen (Chronik Alfons’ III., Chronicon Albeldense) beschreiben Fruela I. als wild und gewalttätig und berichten, dass er seinen Bruder Vimara eigenhändig tötete. Dem Chronicon Albeldense zufolge verdächtigte er Vimara, nach der Königswürde zu streben. Schließlich wurde Fruela von seinen Höflingen in der damaligen asturischen Hauptstadt Cangas de Onís ermordet.[3]
Fruela hinterließ einen minderjährigen Sohn, den späteren König Alfons II. Sein Nachfolger wurde sein Cousin Aurelio.
Erwähnung in der Alfonschronik
In der äußerst umstrittenen Chronik Alfons des III. von Asturien wird beschrieben, wie Fruela I. (nicht zu verwechseln mit Fruela, dem Bruder von Alfons I.) nach dem Tod seines Vaters im Jahr 795 (tatsächliche Zeitrechnung 757) die Herrschaftsfolge antritt. Sein Temperament wird als äußerst leidenschaftlich beschrieben. Die Chronik führt weiter aus, dass Fruela I. in der Schlacht von Pontubio ein 54.000 Mann starkes Heer des Machthabers von Córdoba besiegt hätte und den feindlichen Kommandanten der Reiterei mit dem Namen Umar gefangen genommen hätte. Die Hinrichtung dieses Umars sei anschließend auf derselben Stelle erfolgt.
Des Weiteren wird ihm die Niederschlagung der rebellischen Erhebungen der Basken und in Galicien zugeschrieben. Durch ein Dekret hätte Fruela I. zudem die seit Witiza bestehende Regelung beendet, die Priestern die Ehe gestattete. Fruela I. selbst hätte eine Frau aus dem Gebiet der besiegten Basken mit dem Namen Munia geheiratet, welche ihm den Sohn Alfonso schenkte. Nachdem der König seinen eigenen Bruder Vimarano getötet haben soll, sei ihm schließlich nach elf Jahren und drei Monaten der Herrschaft dasselbe Schicksal durch die Hand seiner eigenen Männer im Jahr 806 (tatsächliche Zeitrechnung 768) widerfahren.[2]
Fruela I. wird in der Alfonschronik in Absatz 16 erwähnt.
Quellenausgaben
- Yves Bonnaz (Hrsg.): Chroniques asturiennes. Éditions du CNRS, Paris 1987, ISBN 2-222-03516-3 (lateinischer Text der wesentlichen Quellen mit französischer Übersetzung und ausführlichem Kommentar)
- Juan Gil Fernández (Hrsg.): Crónicas asturianas. Oviedo 1985, ISBN 84-600-4405-X (lateinischer Text und spanische Übersetzung)
Literatur
- Paulino García Toraño: Historia de el Reino de Asturias. Oviedo 1986, ISBN 84-398-6586-4, S. 93–101
- Claudio Sánchez-Albornoz: Orígenes de la nación española, Band 2, Instituto de Estudios Asturianos, Oviedo 1974, ISBN 84-00-04032-5, S. 195–206, 277–307 (ausführliche, grundlegende Darstellung)