Berliner Fußballwoche

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Die Fußball-Woche war eine Fußballzeitschrift aus Berlin.

Schnelle Fakten Fußball-Woche – Der gesamte Berliner Fußball auf einen Blick ...
Fußball-Woche – Der gesamte Berliner Fußball auf einen Blick
Beschreibung Fußballzeitschrift, die sich insbesondere mit dem Berliner Fußball beschäftigte.
Fachgebiet Sportzeitschrift
Sprache Deutsch
Verlag Fußball-Woche Verlags GmbH (Deutschland)
Hauptsitz Berlin
Erstausgabe 1923
Einstellung 2025
Gründer Kurt Stoof
Erscheinungsweise 1 × wöchentlich
Verkaufte Auflage 30.000 Exemplare
(IVW Q1/2015)
Chefredakteur Steven Wiesner
Geschäftsführer Heiko Hülsmann
Weblink fuwo.app
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Geschichte

Die erste Ausgabe erschien am 24. September 1923; 1950 wurde die Zeitung wiedergegründet. Konzipiert wurde das Fachblatt angeblich „1921 auf dem Donaudampfer zwischen Budapest und Preßburg“;[1] Gründer war der damals 30-jährige Journalist Kurt Stoof.

Langjähriger Chefredakteur ab der Gründungsphase war von 1924 bis 1944 der Journalist Ernst Werner. Die Fußball-Woche war vor allem in Berlin verbreitet, hatte aber neben der brandenburgischen noch andere regionale Ausgaben. 1934 ging Turnen, Spiel und Sport in der FuWo auf. Seitdem war Walter A. Cordua Schriftleiter für deren norddeutschen Teil. 1944 wurde die Zeitschrift – zuletzt „Amtliches Organ des NS-Reichsbundes für Leibesübungen in Berlin/Brandenburg, Norddeutschland und Westdeutschland“ – kriegsbedingt eingestellt.

Nachdem Stoof 1950 aus sowjetischer Haft zurückgekehrt war, gründete er das Magazin in West-Berlin wieder, erneut mit Werner als verantwortlichem Redakteur. Es führte den alten Titel Fußball-Woche und war amtliches Organ des VBB.[2] Die Nr. 1 erschien mit 24 Seiten am 11. September, in der Woche nach dem 1. Spieltag der Vertrags-Stadtliga.

Weitere Informationen Zeitraum, Name ...
Chefredakteure ab 1950[3]
Zeitraum Name
1950–1953 Ernst Werner
1953–1975 Albin Neuendorf
1975–1993 Rudi Rosenzweig
1993–2006 Friedhelm Sakowski
2006–2024 Horst Bläsig
2024–2025 Steven Wiesner
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Der Schwerpunkt lag auf dem Berliner Fußball, von den Spitzenvereinen bis zur lokalen Ebene. 1950 wurde über die Vereine in Ostberlin noch nicht berichtet, sondern es wurden aus der „Oberliga Ost“ lediglich die Ergebnisse gemeldet. 2008 beende der in Nürnberg ansässige Olympia-Verlag die Herausgabe, woraufhin ein Konsortium aus ortsansässigen Firmen und Privatpersonen die Fußball-Woche Verlags GmbH gründete.[3]

Zum einhundertjährigen Jubiläum berichtete die Berliner Abendschau, dass die Fußballwoche ihre alten Ausgaben zunehmend in der Fuwothek digital zur Verfügung stellt und sich der Zeitungscharakter – auf Grund tagesaktueller Konkurrenz von Webseiten – vermehrt hin zu Reportagen wandelt.[4] Im Jahr 2024 wurde die Zeitung durch eine App für digitale Endgeräte ergänzt.

Mit der Ausgabe vom 13. Oktober 2025 gab die Redaktion bekannt, dass die Zeitung infolge fehlender Wirtschaftlichkeit letztmalig erschien.[3]

Der Tagesspiegel resümierte am gleichen Tag:

„Bevor das Internet die Art revolutioniert hat, wie wir Informationen konsumieren, war das Fachblatt alternativlos. Ergebnisse, Tabellen, Torschützenliste von der Bundesliga bis in die Niederungen der Kreisliga, dazu Jugend, Senioren und Betriebssport – alles mit viel Herzblut. Das gab es sonst nirgends. […] Die FuWo war nicht nur Informationsquelle, sie war integraler Bestandteil der Berliner Fußballkultur. Es gab kaum einen Sportplatz, auf dem nicht irgendwo ein Exemplar herumlag, die Reichweite überstieg die verkaufte Auflage um ein Vielfaches. Montags sah man in Bussen und Bahnen zahlreiche Menschen, die in der „Fußball-Woche“ blätterten. Selbst Manfred Krug las in der ersten Folge der ARD-Serie „Liebling Kreuzberg“ die FuWo. […] Während sich viele Medien dem kleinen Fußball nur widmen, wenn es mal wieder eine Schlägerei gegeben hat, war die FuWo tief verwurzelt und verzweigt in der Szene.“[5]

In 11 Freunde fasste Matthias Koch zusammen:

„Es ist ein Stück Berliner Fußball-Kultur, das nun verschwindet, auch weil der Online-Zug verpasst wurde. […] Die nun eingestellte „FuWo“ war für Jugendliche kaum mehr relevant. Sie verlor an Bedeutung. […] Viele Medien haben über das Aus berichtet. Das dürfte auch bei so manchem Profi oder Ex-Fußballer angekommen sein, dessen Name von Kindesbeinen an in der Zeitung oder ähnlichen Regionalausgaben auftauchte. Den möchte man zurufen: „Wiederbelebt die FuWo! Lasst eure Kohle nicht bei irgendwelchen künstlichen und im Netz präsentierten Hallenligen. Das versendet sich doch!“ Aber vielleicht ist es dafür auch zu spät...“[6]

Weitere

  • Eine Fussball Woche (Schreibweise sic) war 1949, also schon vor Stoofs Wiedergründung, im norddeutschen Raum erschienen. Das Blatt widmete sich im Sommer selbigen Jahres auf 16 Seiten[7] dem Fußball in allen vier Landesverbänden des NFV. Mangels eines Impressums sind Herausgeber und Verlagsort ungewiss.

Literatur

  • Peter Czoch, Daniel Küchenmeister, Thomas Schneider: FuWo-Redaktion – Mit einer App in die Zukunft. In: Fußballheimat Berlin. 100 Orte der Erinnerung. Ein Stadtreiseführer. Arete Verlag, Hildesheim 2024, ISBN 978-3-96423-115-4, S. 60f.

Einzelnachweise

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