Görlitzer Oldtimer Parkeisenbahn

Parkeisenbahn in Sachsen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Görlitzer Oldtimer Parkeisenbahn entstand 1976 als Pioniereisenbahn in Görlitz. Als Besonderheit gegenüber anderen Pioniereisenbahnen wurden für diese Bahn Fahrzeuge geschaffen, die der ersten deutschen Eisenbahn – der 1835 eröffneten Ludwigseisenbahn von Nürnberg und Fürth – nachempfunden sind.

Görlitzer Oldtimer Parkeisenbahn
Zug im Bahnhof Freizeitpark (2008)
Zug im Bahnhof Freizeitpark (2008)
Streckenlänge:0,665 km
Spurweite:600 mm (Schmalspur)
Strecke von linksStrecke geradeaus und querStrecke von rechts
StreckeBetriebs-/Güterbahnhof StreckenanfangStrecke
Lokschuppen
BahnübergangBahnübergangStrecke
0,6 Zufahrtsweg
BahnhofStreckeStrecke
0,0 Bahnhof Freizeitpark
Abzweig geradeaus und von linksStrecke nach rechtsStrecke
0,1
Strecke nach linksStrecke querStrecke nach rechts

Geschichte

Bei der Errichtung der Bahn halfen über 80 Betriebe materiell und finanziell mit. Die Lokomotive und die drei offenen und drei gedeckten Personenwagen wurden durch den Waggonbau Görlitz hergestellt. Am 1. Juni 1976 wurde die Anlage eröffnet.

Im Mai 1993 wurde die Bahn durch den gleichnamigen Verein, der 1991 gegründet worden war, übernommen und wird seitdem von diesem betrieben.

Aufbau

Errichtet wurde die Bahn in der Spurweite 600 mm. Die 665 m[1] lange Strecke bildet ein angenähertes Oval, das in einem Park- und Waldgelände südöstlich der Görlitzer Innenstadt verläuft. Hinzu kommt ein Abzweig zu der Abstellanlage. Am Bahnhof „Freizeitpark“ befindet sich der Ausgangspunkt der Fahrten sowie der Abzweig zur Abstellanlage mit Lokschuppen, der 2022 um ein drittes Gleis erweitert wurde.[2] Die Hauptsignale des Bahnhofes sind bayerischen Formsignalen nachempfunden; zudem existiert eine mechanische Vollschrankenanlage.

Fahrzeuge

Geschmückter „Adler“ anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Bahn im Jahr 2006

Für die Görlitzer Oldtimer-Pioniereisenbahn wurde 1976 beim Waggonbau Görlitz eigens eine Diesellok in der Nachbildung der ersten in Deutschland verkehrenden Lok „Adler“ hergestellt. Heute verfügt der Verein über drei Diesellokomotiven. Die Lok vom Typ LEW EL 9 stand von 1993 und 2019 bei der Parkeisenbahn Peißnitzexpress Halle (Saale) im Einsatz. Für Fahrgäste stehen sechs ebenfalls 1976 gebaute und historischen Waggons nachempfundene Personenwagen in offener und gedeckter Bauweise zur Verfügung, die über eine Länge von vier Metern verfügen und 12 bis 18 Personen fassen.[3]

Weitere Informationen Fahr­zeug, Bau­jahr ...
Fahr­zeugBau­jahrHerstellerNummerLüPGewichtLeistungHöchst­ge­schwindig­keit
„Adler“1976VEB Waggonbau Görlitz0011150 mm6,3 t90 PS10 km/h
LDI-45 N1980UNIO Werk Satu Mare14834150 mm6,3 t45 PS12 km/h
EL9-171982VEB Inducal Göllingen2800 mm4,0 t12 PS13 km/h
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Pädagogischer Ansatz

In der Zeit der DDR wurde die Eisenbahn, wie alle anderen Pioniereisenbahnen in der DDR auch, hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen betrieben. Derzeit sind bei der Parkeisenbahn Görlitz sieben Parkeisenbahner aktiv. Diesen pädagogischen Ansatz versucht der Trägerverein auch heute fortzusetzen, jedoch besteht ein Nachwuchsproblem.

Denkmal

Im Park befindet sich das sogenannte Hühnerdenkmal zur Erinnerung an den Gründer der deutschen Rassegeflügelzucht, Robert Oettel.

Quellen

  • Hans-Rüdiger Eulitz: Die Görlitzer Oldtimer-Eisenbahn. Oberlausitzer Verlag, 2011, ISBN 978-3-941908-24-6.
  • Faltblatt Görlitzer Oldtimer Parkeisenbahn e. V.

Einzelnachweise

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