G&SWR-Klasse 403
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Die Klasse 403 der Glasgow and South Western Railway (G&SWR), auch Austrian Goods genannt, umfasste elf leistungsstarke Schlepptenderlokomotiven für den Güterzugdienst mit der Achsfolge 1’C (Mogul). Der Entwurf stammt von Peter Drummond. Die Lokomotiven wurden 1915 von der North British Locomotive Company (NBL) in Glasgow gefertigt. Sie wurden 1923 von der London, Midland and Scottish Railway (LMS) übernommen und in die Leistungsklasse 4F eingeteilt. Alle Lokomotiven wurden in den Jahren 1935 bis 1947 ausrangiert und verschrottet. Die Klasse 403 waren die einzigen Mogul-Lokomotiven in Großbritannien mit innenliegendem Triebwerk.[1]
| G&SWR 403 | |
|---|---|
Güterzuglokomotive Nr. 403 der G&SWR | |
| Nummerierung: | GSWR: bei Ablieferung: 403–410, 116–117, 121 ab 1915/1916: 33…121 ab 1919: 52–61 LMS: 17821–17830 |
| Anzahl: | 11 |
| Hersteller: | NBL |
| Baujahr(e): | 1915 |
| Ausmusterung: | 1935–1947 |
| Bauart: | 1’C h2 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Kuppelachsstand: | 5210 mm |
| Gesamtachsstand: | 7190 mm |
| Kuppelraddurchmesser: | 1520 mm (5 ft) |
| Dienstmasse: | 63,0 t |
| Dienstmasse mit Tender: | 109,7 t |
| Reibungsmasse: | 55,2 t |
| Radsatzfahrmasse: | 18,1 t |
| Anfahrzugkraft: | 112 kN |
| Kesselüberdruck: | 12,4 bar (180 psi) |
| Anzahl der Heizrohre: | 124,9 m² |
| Rostfläche: | 2,44 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 13,7 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 138,5 m² |
| Überhitzerfläche: | 19,6 m² |
| Steuerungsart: | Joy |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 495 mm (19 1⁄2 in) |
| Kolbenhub: | 660 mm (26 in) |
| Tenderbauart: | 46,7 t |
| Wasservorrat: | 18 m³ |
| Brennstoffvorrat: | Kohle |
Der Spitznamen Austrian Goods entstand, weil bei der Auslieferung der Lokomotiven Gerüchte kursierten, sie seien aus Materialien gefertigt worden, die NBL für einen Auftrag aus Österreich beschafft hatte, der jedoch mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs storniert worden war. Es gibt jedoch keinen Hinweise auf einen solchen österreichischen Auftrag.[2.1]
Geschichte
Die Klasse 403 basierte auf der ebenfalls von Peter Drummond entworfenen Dreikuppler-Lokomotive Klasse 279, die für die neue Baureihe mit einem Überhitzer ausgerüstet wurde. Um das zusätzliche Gewicht des Dampfsammelkastens und der Kolbenschieber im vorderen Teil der Lokomotive abzustützen, erhielt die neue Bauart eine Vorlaufachse.[3]
Die North British Locomotive Company baute in den Queen's Park Works in Glasgow 1915 elf Exemplare mit den Fabriknummern 21172 bis 21182. Die Lokomotiven wurden dem Depot Carlisle Currock zugeteilt und für Güterzüge nach Glasgow, Greenock und Ayrshire eingesetzt. Ausnahmsweise zogen sie auch Personenzüge, die sie aber nur mit herabgesetzter Geschwindigkeit führen konnten.
Die Lokomotiven der Klasse 403 waren weitaus erfolgreicher als ihre Vorgänger der Klasse 279, da sie gute Laufeigenschaften im Leerlauf hatten und sparsam im Kohle- und Wasserverbrauch waren. Allerdings gab es einige Probleme mit der Zuverlässigkeit, insbesondere mit der Konstruktion der Kurbelzapfen.
Nach der Eisenbahngruppierung von 1923 wurden sie von der London, Midland and Scottish Railway (LMS) übernommen und erhielten die Betriebsnummern 17820 bis 17830. Sie wurden dem Depot Carlisle Kingmoor zugeteilt, das vor 1923 der Caledonian Railway gehörte. Die Lokomotiven wurden auf der Caledonian Main Line nach Edinburgh und gelegentlich auch auf der Strecke Settle–Carlisle eingesetzt.
Anfang der 1930er Jahre übernahmen Mogul-Lokomotiven der Crab-Baureihe von der LMS ihre Aufgaben in Carlisle Kingmoor, sodass die meisten Lokomotiven der Klasse 403 in andere LMS-Depots in Schottland verlegt wurden, wobei einige sogar eine Zeit lang von Inverness aus im Einsatz waren.[2.2]
In den Jahren 1935 bis 1938 wurden sieben Lokomotiven ausrangiert, der Rest in den Jahren 1944 bis 1947. Sie überdauerten alle anderen Schlepptenderlokomotiven der G&SWR wegen ihrem sparsamen Kohlenverbrauch und weil die Kessel von Caledonian Railway-Lokomotiven als Austauschkessel verwendet werden konnten. Es ist jedoch keine Lokomotive erhalten geblieben.
Technik
Die Heißdampf-Schlepptenderlokomotiven besaßen die Achsfolge 1’C, bestehend aus drei Kuppelachsen und einer Vorlaufachse. Der Antrieb erfolgte über zwei innenliegende Zylinder, die Steuerung war als innenliegende Joy-Steuerung mit Kolbenschiebern ausgeführt.[1] Die Überhitzer der Bauart Robinson hatten eine Fläche von 19,6 m². Als weitere Verbesserung erhielten die Lokomotiven Dampfstrahlspeisepumpen.[4] Die Lokomotiven der Klasse 403 ähnelten denjenigen der 1912 erbauten Klasse 34 der Caledonian Railway (CR), die John F. McIntosh aus der Klasse 30 entwickelte. Die Klasse 403 hatte aber gegenüber der Klasse 34 einen höheren Kesseldruck.[1][3]
