Gruppe der 77

informeller Zusammenschluss von Schwellen- und Entwicklungsländern From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gruppe der 77 (G 77) ist ein Zusammenschluss von Staaten des Globalen Südens innerhalb der UNO.

Schnelle Fakten Gruppe der 77 G77, g77.org ...
Gruppe der 77
G77
 
Bild
Mitglieder der G77
Englische Bezeichnung The Group of 77
Organisationsart loser Zusammenschluss
Status aktiv
Sitz der Organe New York City, New York,
Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Vorsitz Irak Irak (2025)
Mitgliedstaaten 134
Amts- und Arbeitssprachen

Englisch

Gründung 1964
Oberorganisation Vereinte Nationen
g77.org
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Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat 134 Mitglieder (Stand 2022). Damit ist sie die sowohl gemäß Anzahl der Länder und Bevölkerung größte Gruppe innerhalb der Vereinten Nationen. Den Vorsitz hat immer für ein Jahr eines der Mitgliedsländer inne. Er stellt die höchste politische Ebene in der Organisationsstruktur der G 77 dar. Die Rotation erfolgt auf Regionalbasis zwischen Afrika, Asien/Pazifik und Lateinamerika & Karibik.

Organisation, Zielsetzung, Aktivitäten

Die Institutionalisierung besteht aus einem jährlich stattfindenden Ministertreffen in New York, dieses fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden.

Hauptziel der G 77 ist zum einen, die Süd-Süd-Kooperation zu stärken, und zum anderen, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern. Darum koordiniert sie die Positionen und Forderungen der Mitglieder, um auf den Welthandelskonferenzen eine stärkere Verhandlungsposition zu erreichen.

Die Gruppe verfasst gemeinsame Erklärungen zu entwicklungspolitischen und weltwirtschaftlichen Themen wie die „Charta der wirtschaftlichen Rechte der Dritten Welt“ und startet eigene handels- und wirtschaftspolitische Programme, z. B. das Global System of Trade Preferences Among Developing Countries (GSTP).

Jugoslawien, Malta, Rumänien und Zypern gehörten ursprünglich zu den Mitgliedsstaaten. Malta, Rumänien und Zypern schieden jeweils mit dem EU-Beitritt aus. Nach der Auflösung Jugoslawiens verblieb Bosnien-Herzegowina als einziges europäisches Land in der Gruppe. Seit Februar 2020 wird auch Bosnien nicht mehr als Mitglied aufgeführt.[1][2]

Mitglieder

Vorsitz

Vorsitz der Gruppe[4]:

  • 1970–71 – Indien
  • 1971–72 – Peru
  • 1972–73 – Ägypten
  • 1973–74 – Iran
  • 1974–75 – Mexiko
  • 1975–76 – Madagaskar
  • 1976–77 – Pakistan
  • 1977–78 – Jamaika
  • 1978–79 – Tunesien
  • 1979–80 – Indien
  • 1980–81 – Venezuela
  • 1981–82 – Algerien
  • 1982–83 – Bangladesh
  • 1983–84 – Mexiko
  • 1984–85 – Ägypten
  • 1985–86 – Jugoslawien
  • 1987 – Guatemala
  • 1988 – Tunesien
  • 1989 – Malaysia
  • 1990 – Bolivien
  • 1991 – Ghana
  • 1992 – Pakistan
  • 1993 – Kolumbien
  • 1994 – Algerien
  • 1995 – Philippinen
  • 1996 – Costa Rica
  • 1997 – Tansania
  • 1998 – Indonesien
  • 1999 – Guyana
  • 2000 – Nigeria
  • 2001 – Iran
  • 2002 – Venezuela
  • 2003 – Marokko
  • 2004 – Katar
  • 2005 – Jamaika
  • 2006 – Südafrika
  • 2007 – Pakistan
  • 2008 – Antigua und Barbuda
  • 2009 – Sudan
  • 2010 – Yemen
  • 2011 – Argentinien
  • 2012 – Algerien
  • 2013 – Fiji
  • 2014 – Bolivien
  • 2015 – Südafrika
  • 2016 – Thailand
  • 2017 – Ecuador
  • 2018 – Ägypten
  • 2019 – Palästina[5]
  • 2020 – Guyana
  • 2021 – Guinea
  • 2022 – Pakistan
  • 2023 – Kuba
  • 2024 – Uganda
  • 2025 – Irak

Gruppe der 24

„Gruppe der 24“: Mitgliedstaaten

Die „Gruppe der 24“ (G-24) ist eine Untergruppe der G 77.[6] Sie wurde 1971 gegründet, um die Positionen der Entwicklungsländer zu internationalen Währungs- und Entwicklungsfinanzierungsfragen zu koordinieren und sicherzustellen, dass ihre Interessen bei Verhandlungen über internationale Währungsfragen angemessen vertreten werden. 28 Mitglieder der G-24 sind auch Mitglieder der G 77, die Ausnahme ist Mexiko.[6]

2023 gehören folgende 29 Staaten zur „Gruppe der 24“:[7]

  • Region I (Afrika): Ägypten, Algerien, Äthiopien, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kenia, Kongo, Marokko, Nigeria, Südafrika,
  • Region II (Lateinamerika und Karibik): Argentinien, Brasilien, Ecuador, Guatemala, Haiti, Kolumbien, Mexiko, Peru, Trinidad und Tobago, Venezuela,
  • Region III (Asien): China, Indien, Iran, Libanon, Pakistan, Philippinen, Sri Lanka, Syrien.[7]

Beobachter-Status haben Angola, Indonesien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.[8]

Siehe auch

  • UNO – die Vereinten Nationen
  • G7
  • g7+ (Gruppe sogenannter „fragile states“)
  • G20 (eine Gruppe von Industrie- und Schwellenländern)
  • G20 der Entwicklungsländer (eine Gruppe von Entwicklungs- und Schwellenländern)
  • G33 (jeweils eine Gruppe Industrie-/Schwellenländer bzw. Entwicklungsländer)

Literatur

Commons: Gruppe der 77 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Protokolle

Einzelnachweise

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