Gail R. Martin

US-amerikanische Embryologin und Entwicklungsbiologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Gail Roberta Martin (* 2. April 1944 in New York City;[1]16. Februar 2026 in San Francisco, Kalifornien[2]) war eine US-amerikanische Embryologin und Entwicklungsbiologin und Professorin an der University of California, San Francisco (UCSF).

Gail R. Martin

Leben und Wirken

Martin wuchs in New York City auf. Sie studierte zunächst an der University of Wisconsin–Madison (Abschluss 1964) und erwarb 1971 bei Harry Rubin an der University of California, Berkeley einen PhD. Sie arbeitete als Postdoktorandin bei Martin Evans am University College London und ab 1975 bei Charles J. Epstein an der University of California, San Francisco, zu deren Lehrkörper sie seit 1976 zählte. Zuletzt hatte sie eine Professur in der Abteilung für Anatomie inne und leitete das dortige Graduiertenprogramm in Entwicklungsbiologie.

In frühen Arbeiten befasste sich Martin mit Stammzellen, für deren Isolierung und Kultivierung sie Verfahren entwickelte. Der Begriff „embryonale Stammzelle“ wurde durch sie geprägt.[3]

An der UCSF befasste sich Martin damit, wie beim Wirbeltier im Embryo die Ausreifung der Organanlagen organisiert ist. In Tierversuchen auf molekularer und zellulärer Ebene konnte sie wesentlich zur Aufklärung der Bedeutung der Mitglieder der Familie der Fibroblasten-Wachstumsfaktoren (FGF) und ihrer Antagonisten (Gegenspieler) beitragen, insbesondere bei der Extremitätenentwicklung und der frühen Entwicklung des Gehirns.

Zu ihren zahlreichen Doktoranden und Postdoktoranden zählt auch der Molekularbiologe George M. Church. Gail R. Martin war mit dem Briten Steven Martin verheiratet.

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • Terry Magnuson und Thomas Kornberg: Gail R. Martin (1944–2026): Embryonic stem cell pioneer, developmental biologist, and student of Asian art and ceramics. In: PNAS. Band 123, Nr. 16, 2026, e2608481123, doi:10.1073/pnas.2608481123.

Einzelnachweise

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