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Klaus Märtens (Galerist)

deutscher Autor und Kunsthändler From Wikipedia, the free encyclopedia

Klaus „Paule“ Märtens (* 22. Mai 1937 in Fichthof bei Leba, Provinz Pommern; † 28. Juni 2026 in Berlin) war ein deutscher Galerist. Er führte fast 50 Jahre lang die Galerie Taube in Berlin-Wilmersdorf.

Werdegang

Märtens wuchs als Sohn von Max und Lydia Märtens (geb. Preßler) in einem wohlhabenden Haushalt in Pommern auf. Er hatte eine ältere Schwester, Renate. Seine Mutter war mit der zweiten Ehefrau des Expressionisten Max Pechstein befreundet, der damals ebenfalls in Pommern weilte. Durch den Einmarsch der Roten Armee in seine Heimatstadt Leba am 10. März 1945 wurde die Familie auseinandergerissen: Die Eltern wurden verhaftet, der damals siebenjährige Klaus Märtens gelangte zusammen mit seiner Tante in einem Güterwaggon ins heutige Schleswig-Holstein.

Später fand die Familie wieder zusammen und lebte in Viersen, wo Märtens das Abitur ablegte. Bereits als Schüler besuchte er die documenta in Kassel und experimentierte mit der Bildsprache des Informel. Er absolvierte anschließend ein Lehramtsstudium bei Gerhard Fietz an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Märtens begann damals, selbst lyrisch abstrakt zu malen. 1961 studierte er ein Semester in Frankreich, wo er das Atelier von Johnny Friedlaender besuchte. In Frankreich beschäftigte sich Märtens insbesondere mit Radierkunst und Lithografie.

Zurück in Berlin begann Märtens, sich vertieft mit Fotografie zu beschäftigen, und arbeitete mit Edwin Dickman an dem kurzen Spielfilm Das Urteil des Paris, der in einer vorläufigen Fassung am 22. September 1964 in den Räumen der Künstlergruppe Großgörschen 35 gezeigt wurde. Mit diesem Film bewarb er sich 1966 an der neu gegründeten Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, wurde aber abgelehnt. Nach seinem Abschluss an der Hochschule für Bildende Künste nahm Märtens eine Lehrtätigkeit an seiner ehemaligen Schule in Viersen auf, jedoch nur als halbe Stelle. Er organisierte bereits zu dieser Zeit verschiedene Ausstellungen in Berlin.

1973 gründete Märtens in der Pariser Straße 54 in Berlin-Wilmersdorf die Galerie Taube. Er arbeitete eng mit dem Künstlerehepaar Peter und Mara Hahlbrock zusammen. Im Laufe der Jahre veranstaltete er mehr als 250 Ausstellungen in seiner Galerie, insbesondere von Malern des Realismus wie Vertretern der Schule der neuen Prächtigkeit. Er zeigte Malerei, Druckgrafiken, Skulpturen, Fotografien und Zeichnungen. Seine Galerie schloss er 2022 aus gesundheitlichen Gründen. 2023 veranstaltete die Berliner Galerie Wolf & Galentz die Ausstellung 50 Jahre Galerie Taube als Hommage an Klaus Märtens.[1][2]

Liste der von Märtens ausgestellten Künstler (Auswahl)

Werke (Auswahl)

  • gemeinsam mit Nicole Steiner: Klaus Jurgeit – Zimmer, Höfe und Punks in Berlin. Artbear Books, Berlin 2024.

Literatur

  • Rüdiger Schütz: Von Leba nach Berlin. Zum 80. Geburtstag von Klaus Märtens, dem Begründer der Galerie Taube. In: Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst und Bibliophilie, 225. Heft (2017), S. 47–51.

Einzelnachweise

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