Gamaliel V.
jüdischer Lehrer
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Gamaliel V. (gestorben 380) (רבן גמליאל החמישי) war ein jüdischer Patriarch und regierte von 365 bis 380. Er war der Sohn und Nachfolger des Patriarchen Hillel II.
Leben
Die Vollendung und Perfektion des jüdischen Kalenders im Jahre 359 wird dem Patriarchen Gamaliel V. zugeschrieben.
Er war weniger als religiöser Lehrer, sondern eher als weltlicher Politiker bekannt. So geht aus den Quellen der Gaonim („Seder Tanna'im we-Amora'im“) nur sein Name hervor.
Kaiser Theodosius I. (379–395) erhob 380 im Edikt Cunctos populos das trinitarische Christentum zur Staatsreligion. Das Judentum blieb jedoch weiterhin eine religio licita . Der Codex Theodosianus, der die römischen Gesetze von 312 bis 438 zusammenfasst und unter anderem auch die kaiserlichen Edikte des Theodosius I. erwähnt, versinnbildlicht die Freiheit des jüdischen Glaubens unter Theodosius I. So heißt es in einem dort kodifizierten Edikt des Kaisers (16. Buch, 8. Kapitel, 13. Edikt): „Das Privileg jüdischer Religionsdiener darf nur genießen, wer unter der Gewalt (Hoheit) des (jüdischen) Patriarchen (Gamaliel V.) steht.“ Somit wurde die Position des Patriarchen gegenüber anderen Autoritäten sogar gestärkt.
In einem Brief aus dem Jahr 393 erwähnt Hieronymus, dass Theodosius I. den römischen Konsul Esychius zum Tod verurteilt hatte, weil dieser Dokumente des Patriarchen Gamaliel entwendet hatte.
Literatur
- Gamaliel. In: Encyclopædia Britannica. 11. Auflage. Band 11: Franciscans – Gibson. London 1910, Abschnitt 5. Gamaliel V., S. 435 (englisch, Volltext [Wikisource]).
- Jewish Encyclopedia
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gamaliel V. |
| KURZBESCHREIBUNG | jüdischer Lehrer |
| GEBURTSDATUM | 4. Jahrhundert |
| STERBEDATUM | 380 |