Wikiwand AI

Malvenstirn-Fruchttaube

Art der Gattung Flaumfußtauben (Ptilinopus) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Malvenstirn-Fruchttaube, auch Gelbbauch-Fruchttaube, (Ptilinopus solomonensis) ist eine Vogelart der Taubenvögel, die zur Gattung der Flaumfußtauben (Ptilinopus) gehört.[1][2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Malvenstirn-Fruchttaube

Malvenstirn-Fruchttaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Flaumfußtauben (Ptilinopus)
Art: Malvenstirn-Fruchttaube
Wissenschaftlicher Name
Ptilinopus solomonensis
G. R. Gray, 1870
Schließen

Der Vogel ist endemisch auf dem Bismarck-Archipel und den Salomon-Inseln, hauptsächlich auf kleineren Inseln mit begrenzter Vogelwelt, kommt nicht auf der Hauptinsel Neuguinea vor.

Das Verbreitungsgebiet umfasst abgelegenere, kleinere Inseln, Tieflandwald, auch Sekundärwald und Gärten; auf größeren wird alter Bergwald bevorzugt.

Der lateinische Artzusatz bezieht sich auf die Salomon-Inseln.[3]

Merkmale

Die Art ist 19–22 cm groß und wiegt 83–112 g, eine kleine, kompakte Fruchttaube mit kurzem Schwanz. Das Männchen ist an Kopf und Oberseite dunkelgrün mit weiß-gelbem Brustband, hat einen großen malvenfarbenen, dunkelgrün eingefassten Bauchfleck, hellgelbe Unterschwanzdecken und eine kaum erkennbare graue Schwanzbinde. Stirn und vorderer Scheitel sind malvenfarben. Auf den Schulterfedern sieht man dunkelblaue Flecken, über die Brust zieht ein breites, halbmondförmiges gelbes Band. Weibchen sind dunkelgrün ohne farbige Kopfkappe und Brustfleck. Kopf, Oberseite, Flügeldecken und Brust sind grün, der Bauch und die Unterschwanzdecken sind hellgelb, die Flugfedern sind grau-schwärzlich, die Armschwingen sind breit grün berandet, der Schwanz weist eine gelbe bis graugelbe Subterminalbinde auf. Die Iris ist beim Weibchen kräftig orange-gelb, die Orbitalhaut blau, beim Männchen matt goldgelb mit bläulich-grüner Orbitalhaut, beim Jungvogel blassgelb, die Orbitalhaut blassgrünlich bis purpurblau. Die Füße sind dunkel purpurrot, beim Jungvogel matt rötlich-braun.

Die Korallenfruchttaube (Ptilinopus rivoli) ist deutlich größer mit größerem Schnabel, ist aber sehr ähnlich gefiedert, unterscheidet sich durch die hell rötlich-purpurfarbene Kopfkappe, die bis zu den Augen herabreicht, durch das weiße Brustband. Weibchen der Korallenfruchttaube haben einen hellgelben Schnabel und unbefiederte Orbitalhaut.

Jungvögel der Rotlatz-Fruchttaube (Ptilinopus viridis) sehen einigen Unterarten der Malvenstirn-Fruchttaube ähnlich, die Altvögel unterscheiden sich jedoch deutlich. Weibchen der Prachtfruchttaube (Ptilinopus superbus) sehen gleichfalls ähnlich aus, können aber durch die gelben Unterschwanzdecken und den Steiß unterschieden werden.

Die Malvenstirn-Fruchttaube ähnelt auch der Knopffruchttaube (Ptilinopus insolitus), aber der Schnabelhöcker fehlt, auch ist die Unterseite unterschiedlich gefärbt.[4]

Geografische Variation

Es werden folgende Unterarten anerkannt:[1][4][5][6]

  • P. s. johannis P. L. Sclater, 1877[7]Ninigo-Inseln, Kaniet-Inseln, Eremiteninseln, Admiralitätsinseln, St.-Matthias-Inseln und Lavongai, Männchen mit großer blasslila bis malvenfarbener Kopfkappe bis zu den Augen herab, blasserer malvenfarbener Bauchfleck, vom gelben Brustband durch ein purpurfarbenes Band getrennt, kleiner als die Nominatform
  • P. s. meyeri E. J. O. Hartert, 1926[8]Vitu-Inseln, Männchen mit großer Kopfkappe, breiteres und gelberes Brustband, weniger deutliche graue Schwanzbinde
  • P. s. neumanni E. J. O. Hartert, 1926[9]Nissaninsel im Bismarck-Archipel, kürzerer Schnabel als P. s. meyeri, aber länger als bei der Nominatform, auch größere Füße.
  • P. s. bistictus Mayr, 1931[10]Bougainville, Salomon-Inseln, Männchen mit einzelnen großen Flecken oberhalb des Schnabels beginnend statt Scheitelkappe, blasser, besonders das Grün an Flanken und Unterseite sowie das Gelb an Brust und Unterschwanzdecken. Ähnelt P. s. ocularis
  • P. s. ocularis Mayr, 1931[11]

Guadalcanal, Männchen statt Kopfkappe schmalen Fleck oberhalb der Zügel, grüne Iris, schmaleres gelbes Brustband, größer als die Nominatform

  • P. s. vulcanorum Mayr, 1931[12]Kolombangara-Insel nördlich des New-Georgia-Archipels, Männchen mit großer purpurfarbener Kopfkappe, Bauchfleck deutlicher violettfarben, Oberseite mehr olivgrün, Schulterflecken größer und zahlreicher
  • P. s. ambiguus Mayr, 1931[13]Malaita, Männchen mit größeren Flecken über den Zügeln als P. s. vulcanorum, Bauchfleck blasser, Grün an der Oberseite und den Flanken ist kräftiger und mehr olivgrün, größer als die Nominatform
  • P. s. solomonensis G. R. Gray, 1870, NominatformMakira, Uki Ni Masi und Olu-Malau-Inseln

Die Biakfruchttaube (P. speciosus) wurde früher als weitere Unterart angesehen, würde aber im Jahre 2021 als eigenständig abgespalten.[14][15]

Stimme

Der Gesang wird als leicht schneller werdende Folge von Gurrlauten beschrieben, die lauter werden, ausklingen und dann wieder schneller werden zum Ende hin „hu, hoo, hoo-hoo-hoo-hoo-hoo-ho-ho-ho-hu-hu-u-u-uuuuu“. Die Unterart P. s. bistictus lässt ein langgezogenes und oft wiederholtes „coo-o-ooo“ hören, die Unterart P. s. meyeri ruft etwas tiefer mit weniger Beschleunigung der Rufe. P. s. vulcanorum ruft überwiegend vor Tagesanbruch, auch tagsüber.[4]

Lebensweise

Die Art ist vermutlich ein Standvogel. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Früchten, die in Bäumen und Büschen auf allen Wuchsebenen gesucht werden, meist einzeln oder paarweise, gelegentlich auch in kleinen Gruppen, auch mit anderen Taubenarten.

Auf dem Bismarck-Archipel kann das ganze Jahr über gebrütet werden, auf Bougainville und auf der Nissaninsel wurden Nester im April und im August beobachtet[16], auf Makira im Juli. Das Nest ist eine flache Plattform aus Zweigen und Stängeln 3–15 m über dem Erdboden in einem großen Baum oder Strauch. Das Gelege besteht aus einem weißen Ei.[4]

Gefährdungssituation

Der Bestand gilt als nicht gefährdet (Least Concern).[17]

Literatur

  • G. R. Gray: Ptilonopus solomonensis. In: Descriptions of new species of birds from the Solomon and Banks’s groups of islands. In: Annals and Magazine of Natural History, Serie 4, Band 5, S. 328, 1870, [ Biodiversity Library]
  • David Gibbs, Eustace Barnes und John Cox: Pigeons and Doves. A Guide to the Pigeons and Doves of the World. Pica Press, Sussex 2001, ISBN 90-74345-26-3.
  • A. Cibois, J. C. Thibault, C. Bonillo, C. E. Filardi, D. Watling, E. Pasquet: Phylogeny and biogeography of the fruit doves (Aves: Columbidae). In: Molecular phylogenetics and evolution. Band 70, Januar 2014, S. 442–453, doi:10.1016/j.ympev.2013.08.019, PMID 24012584.

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks