Schorfheide (Gemeinde)

Gemeinde im Landkreis Barnim im Land Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Schorfheide ist eine amtsfreie Gemeinde im nördlichen Brandenburg. Sie hat nur gut 10.000 Einwohner, ist aber mit 238 km² die flächengrößte Gemeinde des Landkreises Barnim.[2]

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Schorfheide (Gemeinde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schorfheide hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 52° 54′ N, 13° 33′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Barnim
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 238,18 km²
Einwohner: 10.520 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16244
Vorwahlen: 03334, 03335, 033393
Kfz-Kennzeichen: BAR, BER, EW
Gemeindeschlüssel: 12 0 60 198
Gemeindegliederung: 9 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Erzbergerplatz 1
16244 Schorfheide
Website: www.gemeinde-schorfheide.de
Bürgermeister: Wilhelm Westerkamp (Bündnis Schorfheide)
Lage der Gemeinde Schorfheide im Landkreis Barnim
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Geografie

Die Gemeinde hat mit ihrem nördlichen Gebiet Anteil am Naturraum der Schorfheide.

Gemeindegliederung

Ortsteile der Gemeinde sind:[3]

Als bewohnte Gemeindeteile sind ausgewiesen: Blütenberg, Buckow, Döllner Heide, Karlshöhe, Rosenbeck, Sarnow, Sperlingsaue, Uhlenhof und Wildau.

Hinzu kommen die Wohnplätze Altlotzin, Conradshöhe, Döllner Siedlung, Eichheide, Forsthaus Prötze, Gardix, Grahsee, Hubertusmühle, Klein Dölln, Langer Grund, Margaretenhof, Rehluch, Trämmersee, Üderheide und Wildfang.[4]

Geschichte

Finowfurt und seine Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim, Groß Schönebeck und seine Ortsteile zum Kreis Niederbarnim in der preußischen Provinz Brandenburg. 1952 wurde Finowfurt in den Kreis Eberswalde, Groß Schönebeck in den Kreis Bernau im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) eingegliedert. Seit 1993 liegen alle Orte im brandenburgischen Landkreis Barnim.

Die Gemeinde Schorfheide ist im Zuge der Gemeindegebietsreform durch Zusammenlegung der Gemeinden Finowfurt und Groß Schönebeck am 26. Oktober 2003 entstanden.[5] In diese beiden Gemeinden eingemeindete Ortsteile wurden herausgelöst und zu eigenständigen Ortsteilen der neuen Gemeinde Schorfheide.

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
200310.489
200510.397
201010.234
201509.908
202010.191
Jahr Einwohner
202110.190
202210.646
202310.604
202410.632
202510.520
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Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[6][7][8], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022[9]

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung von Schorfheide besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde[10] aus 18 Mitgliedern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 70,2 % zu folgendem Ergebnis:[11]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019[12]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Bündnis Schorfheide 44,3 % 8 28,7 % 5
AfD 22,1 % 1
CDU 11,1 % 2 10,7 % 2
Die Linke 14,0 % 3 09,6 % 2
WIR für Böhmerheide, Groß Schönebeck, Klandorf, Schluft 09,7 % 2 09,3 % 2
Freie Wähler Schorfheide 10,8 % 2 08,9 % 2
SPD 07,4 % 1 05,9 % 1
Bündnis 90/Die Grünen 03,0 %
Pro Eichhorst 01,7 %
FDP 02,7 %
Insgesamt100 %18100 %15
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Bei der Wahl 2024 entfielen auf die AfD vier Sitze, von denen drei unbesetzt bleiben, weil die Partei nur einen Kandidaten nominiert hatte.[13]

In den Ortsteilen der Gemeinde werden Ortsbeiräte gewählt. Sie bestehen in Altenhof, Böhmerheide, Eichhorst, Klandorf, Schluft und Werbellin aus drei Mitgliedern, in Groß Schönebeck und Lichterfelde aus 5 Mitgliedern, in Finowfurt aus 7 Mitgliedern.[14]

Bürgermeister

Sitz der Gemeindeverwaltung in einem alten Speicher in Finowfurt (2015)
  • 2003–2019: Uwe Schoknecht (Bündnis Schorfheide)[15]
  • seit 2019: Wilhelm Westerkamp (Bündnis Schorfheide)

Westerkamp wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. September 2019 mit 50,4 % der gültigen Stimmen gewählt.[16] Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.[17]

Wappen

Wappen von Schorfheide
Wappen von Schorfheide
Blasonierung: „Von Grün und Gold schräglinksgeteilt über einem verkleinerten blauen Wellenschildfuß, belegt an der Teilungslinie vorne von einer halben goldenen Baumscheibe und hinten von einem halben schwarzen Mühlrad.“[18]

Das Wappen wurde vom Erfurter Heraldiker Frank Diemar gestaltet und am 21. August 2007 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

„Die Flagge ist Gelb - Grün (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“[19]

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift GEMEINDE SCHORFHEIDE • LANDKREIS BARNIM.

Gemeindepartnerschaften

Die Gemeinde unterhält Partnerschaften mit den Orten Korschenbroich (Nordrhein-Westfalen), Mielno (Woiwodschaft Westpommern, Polen) sowie Dorossiamasso (Burkina Faso).

Ansichtskarte des Ortsteils Böhmerheide vom Anfang des 20. Jahrhunderts

Sehenswürdigkeiten und Kultur

In der Liste der Baudenkmale in Schorfheide und in der Liste der Bodendenkmale in Schorfheide (Gemeinde) sind die Kulturdenkmale des Landes Brandenburg erfasst, darunter das Jagdschloss Groß Schönebeck mit dem Schorfheidemuseum im gleichnamigen Ortsteil und der Askanierturm am Südufer des Werbellinsees. Große Teile des Gemeindegebietes gehören zum 1990 gegründeten Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.

Im Wildpark Schorfheide sind heimische Tierarten wie Fischotter, Rothirsche, Damhirsche, Wildschweine und Europäische Mufflons sowie Wölfe, Wisente, Elche, Luchse und Przewalski-Pferde zu sehen.

In Finowfurt befindet sich ein Luftfahrtmuseum.

Straße von Schluft nach Zehdenick-Kurtschlag
Gemeindeteil Buckow
Naturraum Barnim bei Buckow

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch das Gemeindegebiet verlaufen:

Die Gemeinde Schorfheide liegt beiderseits der Bundesautobahn 11 (Berlin–Stettin). Die Anschlussstellen Werbellin und Finowfurt befinden sich auf Gemeindegebiet.

Auf dem Gemeindegebiet liegen der Bahnhof Groß Schönebeck und der Haltepunkt Klandorf der Regionalbahnlinie RB 27 von Groß Schönebeck nach Berlin-Karow, der sogenannten „Heidekrautbahn“, betrieben von der Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB).

1907 wurde die Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn mit dem Haltepunkt Finowfurt Ost und dem Bahnhof Finowfurt eröffnet. 1961 wurde der Personenverkehr, 1995 der Güterverkehr eingestellt.

Drei Wasserstraßen durchziehen die Gemeinde: der Oder-Havel-Kanal, der Finowkanal und der Werbellinkanal.

Bildung

In der Gemeinde gibt es sechs Kindertagesstätten[20] sowie zwei Grundschulen und eine Oberschule mit Grundschulteil (Stand 2018).[21]

Vereinsleben

In über 50 Vereinen gibt es Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.[22] Sieben der neun Ortsteile verfügen über eine Freiwillige Feuerwehr.[23]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Finowfurt

Groß Schönebeck

Von Erich Honecker genutztes Jagdhaus Wildfang (2022)

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

Commons: Schorfheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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