Georg von Baring

hannoverscher Offizier From Wikipedia, the free encyclopedia

Konrad Ludwig Georg Baring, seit 1832 Freiherr von Baring (* 8. März 1773 in Hannover; † 27. Februar 1848 in Wiesbaden) war ein hannoverscher Generalleutnant.

Oberst Georg Freiherr von Baring

Leben

Baring entstammte dem niedersächsischen Zweig der Familie Baring. Er trat Ende Juni 1787 als Kadett in das Infanterie-Regiment Nr. 6 der Kurhannoverschen Armee ein und avancierte bis Ende November 1794 zum Premierleutnant. Nach der Konvention von Artlenburg und der Auflösung der Armee trat er im November 1803 (Datierung der Kommission vom 17. November) als Kapitän in die King's Germans ein, die ab dem 19. Dezember 1803 als King’s German Legion bezeichnet wurde. Damit war er eines der ersten Mitglieder dieser Truppe. Er nahm an den Feldzügen nach Hannover (1805), in die Ostsee (1807–1808), auf die Pyrenäenhalbinsel (1808–1813), an die Schelde (1809), Südfrankreich (1813–1814) und in die Niederlande (1814) teil. Am 16. Mai 1811 wurde er in der Schlacht von Albuera leicht verwundet und rückte Anfang April 1814 zum Major auf. Am 18. Juni 1815 wurde er zum Oberstleutnant befördert.

Waterloo

Major Baring bei der Verteidigung von La Haye Sainte während der Schlacht von Waterloo; Relief von Werner Hantelmann am Neuen Rathaus in Hannover
Verteidigung der Ferme Haye Sainte durch Major Georg Baring (Lithografie von Julius Giere nach Johann Heinrich Ramberg)
Gedenktafel für die King’s German Legion mit den Namen von von Ompteda und Baring

Bekannt wurde Baring als Kommandeur des 2. Leichten Bataillons, das den Hof La Haye Sainte in der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 verteidigte. Er glaubte die Schlacht schon verloren, als seine Leute ihm plötzlich das „Viktoria“ zuriefen.[1] Über die Ereignisse des Tages schrieb er einen ausführlichen Bericht, der mit folgenden Zeilen endet:[2]

Die Division, welche schrecklich ermüdet war und unendlich gelitten hatte, blieb die Nacht über auf dem Schlachtfelde liegen, und mir waren von den 400 Mann, womit ich die Schlacht eröffnet hatte, nicht mehr als 42 übrig geblieben. Nach wem ich auch fragen mochte, die Antwort lautete: todt! – verwundet! – Ich gestehe frei, daß mir die Thränen unwillkürlich aus den Augen drangen über diese Nachrichten, und auch über so manches herbe Gefühl, was sich meiner willenlos bemächtigte. Aus diesen trüben Gedanken erweckte mich der Generalquartiermeister unserer Division, Major Shaw, welcher mein vertrauter Freund war. Ich fühlte mich in hohem Grade ermattet und das Bein war sehr schmerzhaft; mit meinem Freunde legte ich mich auf etwas Stroh, welches die Leute für uns zusammengesucht hatten, zum Schlafen nieder. Beim Erwachen fanden wir uns zwischen einem todten Menschen und einem todten Pferde. Doch ich will diese Scenen des Schlachtfeldes mit ihrem Elend und Jammer mit Stillschweigen übergehen.
Wir begruben die todten werten Freunde und Kameraden; unter ihnen war auch der Kommandeur der Brigade, Oberst von Ompteda, und so mancher wackere Mann. Nachdem etwas gekocht war und die Leute sich nur einigermaßen erholt hatten, brachen wir von dem Schlachtfelde zur Verfolgung des Feindes auf.

Hannoversche Armee

Gedenkstein vor dem Hauptstaatsarchiv Hannover

Nach der Auflösung der King’s German Legion trat Baring mit seinem Dienstgrad als Oberstleutnant in die neu gegründete Hannoversche Armee ein und war ab dem 1. März 1816 im Garde-Grenadier-Bataillon des 2. Infanterie-Regiments tätig. Am 1. April 1820 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur des Garde-Grenadier-Regiments und er avancierte am 26. Dezember 1828 zum Oberst. Zugleich war Baring ab 1830 Flügeladjutant von König Wilhelm IV. und wurde von diesem am 18. Juni 1832, dem 17. Jahrestag der Schlacht von Waterloo, für seine Verdienste in den Freiherrenstand des Königreichs Hannover erhoben.

Zusätzlich war er bis Ende Februar 1845 Kommandant der Residenzstadt Hannover. Nachdem 1833 die Armee verkleinert wurde, erhielt Baring unter Belassung in seiner Stellung als Flügeladjutant das Kommando über das 2. Linien-Bataillon. Am 4. Januar 1834 wurde er Generalmajor und als solcher am 12. Februar 1834 Kommandeur der 1. Infanterie-Brigade. Mit der Beförderung zum Generalleutnant übernahm Baring am 4. Juni 1846 die 2. Infanterie-Division in Osnabrück. Er starb am 27. Februar 1848 während eines Kuraufenthaltes in Wiesbaden und wurde auf dem dortigen Alten Friedhof beerdigt. Als dieser Friedhof 1973 zu einem Erholungspark umgestaltet wurde, blieb Barings Grabstein erhalten und erhielt einen neuen Standort in seiner Heimatstadt Hannover. Er steht jetzt dort vor dem Hauptstaatsarchiv unweit des heutigen Landtages und ehemaligen Königsschlosses.

Eine Straße in der Innenstadt Hannovers wurde nach ihm benannt.

Auszeichnungen und Wappen

Wappen des Freiherren von Baring im Geschlechts- und Wappenbuch des Königreichs Hannover und des Herzogthums Braunschweig. 1852.

Das Baring mit der Erhebung in den Freiherrnstand verliehene redende Wappen zeigt im silbernen Schild den schwarzen Kopf eines Bären, Ring in selber Farbe durch die Nase. Auf dem Schild eine Freiherrenkrone, darüber auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm mit schwarz-silbernen Decken der gleiche Bärenkopf. Als Schildhalter rechts ein brauner Windhund mit goldenem Halsband, links ein goldener Löwe. Wahlspruch: „Fides et Sinceritas“. Da Barings Ehe mit Julie von Horn (1848–1872) kinderlos blieb, erlosch der freiherrliche Titel mit dem Tod seiner Witwe.[3][4]

Schriften

  • Erzählung der Theilnahme des 2ten leichten Bataillons der königl. deutschen Legion an der Schlacht von Waterloo. In: Hannoversches militairisches Journal. Zweites Heft, Hannover 1831, S. 69–90. (Digitalisat)

Literatur

Commons: Georg Freiherr von Baring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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