Georg Wilhelm Richmann
baltisch-deutscher Physiker
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Georg Wilhelm Richmann (* 11. Julijul. / 22. Juli 1711greg. in Pernau (heute Pärnu, Estland); † 26. Julijul. / 6. August 1753greg. in Sankt Petersburg) war ein deutschbaltischer Physiker.

Herkunft und Familie
Seine Eltern waren der schwedische Hauptmann und Rentmeister in Dorpat Wilhelm Richmann († 1710) und dessen Ehefrau Anna Margarethe Meyer (Wiederverheiratete Aulin). Georg Wilhelm wurde nach dem Tod seines Vaters geboren.
Richmann heiratete am 4. Juli 1745 in St. Petersburg die aus Dorpat stammende Anna Elisabeth Hintze. Die Witwe heiratete anschließend einen Professor Braun.
Karriere
Richmann studierte Mathematik und Physik an den Universitäten Halle und Jena bei Georg Erhard Hamberger, bevor er 1735 nach Sankt Petersburg ging, wo er Erzieher der Söhne von Graf Ostermann war. 1741 wurde er an der dortigen Akademie der Wissenschaften außerordentlicher Professor für Physik und 1745 ordentlicher Professor als Nachfolger von Georg Wolfgang Krafft. Außerdem wurde er Direktor ihres Physikalischen Labors.
Richmann erforschte Naturgesetze, die in der Kältetechnik Anwendung fanden. Die von ihm experimentell gefundene Mischungsregel wurde zum Ausgangspunkt für die spätere Entdeckung der spezifischen und der latenten Wärme. Angeregt durch Benjamin Franklin erforschte er gemeinsam mit Michail Lomonossow die Ursachen der Reibungselektrizität. Richmann entwickelte ein Elektrometer, mit dem er feststellte, dass die von einem geladenen Körper ausgehende Kraftwirkung nicht nur von dessen Masse, sondern auch von dessen Form abhängt. Er untersuchte die elektrische Aufladung der Atmosphäre vor und während eines Gewitters mit Hilfe einer an seinem Haus installierten Eisenstange, an deren Ende ein Elektrometer installiert war. Als er während eines Gewitters am 26. Juli 1753 das Gerät ablesen wollte, schlug der Blitz in die Eisenstange ein und tötete ihn. Richmann hatte den Draht von der Eisenstange nicht geerdet, deswegen sprang der Blitz auf ihn über. Der Vorfall erregte in Europa großes Aufsehen und bestärkte die Gegner der Blitzableiter in ihrer Überzeugung von der Gefährlichkeit der neuen Technik.
Literatur
- Ludwig Stieda: Richmann, Georg Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 442–444.
- Baltische Historische Kommission (Hrsg.): Eintrag zu Richmann, Georg Wilhelm. In: BBLD – Baltisches biografisches Lexikon digital
- Konstantin Kaminskij: Die Erfindung der Elektrizität in Russland. Zur Poetik wissenschaftlicher Anfangserzählungen. In: Die Welt der Slaven 56 (2011), S. 155–170.
- Wilhelm Friedrich Karl Stricker, Der Blitz und seine Wirkungen, S.687 Umstände des Todes von Richmann
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Richmann, Georg Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Physiker |
| GEBURTSDATUM | 22. Juli 1711 |
| GEBURTSORT | Pernau |
| STERBEDATUM | 6. August 1753 |
| STERBEORT | Sankt Petersburg |