George Donner

amerikanischer Pionier From Wikipedia, the free encyclopedia

George Donner (* ca. 1784; † März 1847) war ein amerikanischer Pionier und der gewählte Anführer der „Donner Party“, einer Gruppe von Siedlern, die 1846 auf dem Weg nach Kalifornien in der Sierra Nevada eingeschlossen wurde.

George Donner

Frühes Leben

George Donner lebte vor der Reise nach Westen in der Nähe von Springfield (Illinois). Über seine frühen Jahre ist wenig bekannt, doch er war ein erfahrener Farmer und galt als ruhig, friedlich und großzügig – Eigenschaften, die ihn zum bevorzugten Anführer der Gruppe machten.

Familie

George Donner war verheiratet mit Tamsen Donner (geb. Eustis), einer gebildeten Lehrerin aus Massachusetts. Gemeinsam hatten sie drei Töchter:

  • Frances Donner (* ca. 1840)
  • Georgia Donner (* ca. 1841)
  • Eliza Donner (* ca. 1843)

Aus einer früheren Ehe hatte George Donner zwei weitere Töchter:

  • Elitha Donner (* ca. 1832)
  • Leanna Donner (* ca. 1834)

Sein jüngerer Bruder Jacob Donner reiste ebenfalls mit der Gruppe, zusammen mit seiner Frau und mehreren Kindern.

Die Donner Party

Im Frühjahr 1846 verließ George Donner mit seiner Familie und anderen Siedlern Independence (Missouri), um nach Kalifornien zu ziehen. Die Gruppe entschied sich für den Hastings Cutoff, eine angeblich schnellere Route, die sich als fataler Fehler herausstellte. George Donner wurde zum „Kapitän“ der Gruppe gewählt, nachdem sich die Gruppe vom Hauptzug getrennt hatte. Seine ruhige und besonnene Art machte ihn zur bevorzugten Führungsperson gegenüber dem autoritären James F. Reed.

Einschluss in der Sierra Nevada

Im November 1846 wurde die Gruppe durch starken Schneefall nahe dem heutigen Donner Lake eingeschlossen. George Donner verletzte sich am Handgelenk, was sich entzündete und ihn zunehmend schwächte. Seine Frau Tamsen weigerte sich, ihn zu verlassen, obwohl sie mehrfach die Möglichkeit zur Rettung gehabt hätte.

Tod

George Donner starb im März 1847 in den Bergen der Sierra Nevada. Seine Frau Tamsen blieb bis zuletzt bei ihm und starb ebenfalls kurz darauf. Ihre Kinder wurden später von Rettungstrupps gerettet.

Vermächtnis

George Donner ist Namensgeber des Donner Lake und des Donner Passes in Kalifornien. Die Tragödie der Donner Party gilt als eine der bekanntesten Katastrophen der amerikanischen Westwanderung und ist bis heute Gegenstand historischer Forschung und kultureller Darstellung.

Literatur

  • Kelly Dixon, Shannon Novak, Gwen Robbins, Julie Schablitsky, Richard Scott, Guy Tasa: Men, Women, and Children are Starving: Archaeology of the Donner Family Camp. In: American Antiquity. Nr. 75(3), S. 627–656 unr.edu (Memento vom 11. August 2017 im Internet Archive).
  • Kelly Dixon: An Archaeology of Desperation: Exploring the Donner Party's Alder Creek Camp. University of Oklahoma Press, 2011, ISBN 978-0-8061-4210-4.
  • Donald Hardesty: The Archaeology of the Donner Party. University of Nevada Press, 1997, ISBN 0-87417-290-X.
  • Kristin Johnson: Unfortunate Emigrants: Narratives of the Donner Party. Utah State University Press, 1996, ISBN 0-87421-204-9.
  • Joseph King: Winter of Entrapment: A New Look at the Donner Party. P. D. Meany Company, 1992.
  • Tim McNeese: The Donner Party: A Doomed Journey. Chelsea House Publications, 2009, ISBN 978-1-60413-025-6.
  • Ethan Rarick: Desperate Passage: The Donner Party's Perilous Journey West. Oxford University Press, 2008, ISBN 0-19-530502-7.
  • George R. Stewart: Ordeal by Hunger: The Story of the Donner Party. Houghton Mifflin Harcourt, 1988, ISBN 0-395-61159-8.

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