Giordano Orsini der Jüngere
italienischer Kardinal der römischen Kirche
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Giordano Orsini der Jüngere (* um 1360/1370; † 29. Mai 1438 in Rom) war ein italienischer Kardinal der römischen Kirche aus der einflussreichen Adelsfamilie der Orsini. Er spielte eine bedeutende Rolle in der Kirchenpolitik des frühen 15. Jahrhunderts und war einer der führenden Kirchenmänner seiner Zeit.
Leben
Giordano Orsini entstammte der römischen Adelsfamilie Orsini. Aus ihren Reihen stammten die Päpste Coelestin III., Nikolaus III. und Benedikt XIII. Er wurde zunächst Kleriker und wurde Auditor der Römische Rota. Am 13. Februar 1400 wurde er zum Erzbischof von Neapel ernannt. Das Amt hatte er bis zu seiner Erhebung zum Kardinalpriester von Santi Silvestro e Martino ai Monti am 12. Juni 1405 durch Papst Innozenz VII. Er nahm am Konklave 1406 teil, welches Papst Gregor XII. wählte. Am 25. März 1409 wechselte er zur Titelkirche San Lorenzo in Damaso. Kurz nach dem Konklave 1406 setzte er sich für eine Versöhnung mit den Pseudokardinälen ein. Er nahm am Konzil von Pisa teil, welches den Gegenpapst Alexander V. und ebenso am Konklave von Pisa 1410, welches den Gegenpapst Johannes XXIII. wählte. Vom 4. September 1409 bis zum 13. August 1410 war er Administrator des Bistums Pécs. Er wurde zum Legaten in Spanien und in Picenum ernannt.
Im Juni 1412 stieg er zum Kardinalbischof von Albano auf. Seine Titelkirche San Lorenzo in Damaso behielt er in Kommenda bei. Die Bischofsweihe empfing er am 23. September 1412. Später spielte er auch beim Konzil von Konstanz (1414–1418) eine wichtige Rolle. Er nahm am Konklave 1417, welches Martin V. wählte. Ab 1417 oder 1419 war er Kardinalgroßpönitentiar. Er war zudem päpstlicher Legat in mehreren Missionen, unter anderem zur Friedensvermittlung zwischen England und Frankreich im Jahr 1418. Zwischen dem 30. August 1419 und dem 19. Dezember 1419 war er Administrator des Bistum Chartres. Am 16. Januar 1426 wurde er zum Legaten in Ungarn und Böhmen ernannt und am 17. Februar des folgenden Jahres nach Deutschland geschickt, um die sogenannte hussitische Häresie zu bekämpfen. Er verließ Rom am 19. März 1426. Er nahm am 11. Mai 1426 am Reichstag von Nürnberg teil. Möglicherweise wurde er 1428 oder 1431 Dekan des Kardinalskollegiums.
Am 14. März 1431 wurde er Kardinalbischof von Sabina. Er nahm auch am Konklave 1431 teil, welches Eugen IV. wählte. Er wurde zum Legaten ernannt, um dem Konzil von Basel vorzusitzen, das am 23. Juli 1431 eröffnet wurde; er verteidigte die Rechte des Papstes. Papst Eugen IV. entsandte ihn nach Siena, um Kaiser Sigismund zu empfangen, der zur Krönung nach Rom reiste. Die Krönung fand am 31. Mai 1433 statt. Ab 1434 war er Erzpriester des Petersdoms in Rom. Giordano Orsini starb am 29. Mai 1438. Er wurde im Petersdom in Rom beigesetzt.
Wirken
Giordano Orsini war ein bedeutender Kirchenpolitiker seiner Zeit. Er unterstützte mehrere päpstliche Reform- und Konzilsbewegungen und trat entschieden gegen die Konziliaristen auf.
Er galt zudem als wichtiger Mäzen der Künste und der frühen Humanisten. Orsinis Status ermöglichte es ihm, ein bedeutender Kunstmäzen zu sein, und während des Pontifikats von Martin V. (1417–1431) wurde der Kardinal von Santa Sabina, wie er genannt wurde, zum Zentrum eines frühen humanistischen Zirkels, zu dem Leonardo Bruni, Poggio Bracciolini, Leonardo Dati und Lorenzo Valla gehörten. In seinem Umfeld wirkten unter anderem bedeutende Gelehrte der Renaissance.
Literatur
- W. A. Simpson: Cardinal Giordano Orsini († 1438) as a Prince of the Church and a Patron of the Arts
- Robert L. Mode: The Orsini Sala Theatri at Monte Giordano in Rome
Weblinks
- Giordano Orsini der Jüngere. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
- Eintrag zu Giordano Orsini der Jüngere auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Giordano Orsini der Jüngere auf gcatholic.org (englisch)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Orsini, Giordano der Jüngere |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Kardinal aus der einflussreichen Adelsfamilie der Orsini |
| GEBURTSDATUM | um 1360/1370 |
| STERBEDATUM | 29. Mai 1438 |
| STERBEORT | Rom |