Die 15. Etappe des Giro d’Italia 2025 fand am 25.Mai 2025 statt. Sie führte die 108. Austragung des italienischenEtappenrennens in die Alpen. Gestartet wurde der 219Kilometer lange Abschnitt in Fiume Veneto, ehe er nach der Überquerung des Monte Grappa in Asiago zu Ende ging. Nach der Etappe hatten die Fahrer insgesamt 2427,3 Kilometer zurückgelegt, was 70,49% der Gesamtdistanz entspricht. Die Organisatoren der Rundfahrt bewerteten die Schwierigkeit der Etappe mit vier von fünf Sternen.
Der neutralisierte Start erfolgte in Fiume Veneto auf der SP21 vor der Parrocchia San Nicolo Vescovo. Im Anschluss ging es über die Via Bassi und SP60 auf die SS13, wo das Rennen nach 4 Kilometern mit der Überquerung des Meduna freigegeben wurde.
Nach dem offiziellen Start führte die Strecke über Pordenone, Fontanafredda, Sacile und Orsago nach San Martino Colle Umberto, wo nach 29,6 Kilometern der erste Zwischensprint ausgefahren wurde. Im Anschluss ging es über Vittorio Veneto zum Anstieg der Muro di Ca’ del Poggio (242 m), die auf einer Länge von 1100 Metern mit 12,3% anstieg und maximale Steigungsprozente von 19% beinhaltete.[1] Der Anstieg wurde nach 44,7 Kilometern überquert, wobei auf der Kuppe eine Bergwertung der 4. Kategorie abgenommen wurde. Die nachfolgenden 60 Kilometer verliefen hingegen flach, wobei es über Pieve di Soligo, Moriago della Battaglia, Vidor und Pederobba nach Possagno ging, wo nach 89,8 Kilometern der zweite Zwischensprint erfolgte. Kurz darauf begann in Romano d’Ezzelino die Auffahrt auf den Monte Grappa (1611 m). Die Fahrer absolvierten den 25,1 Kilometer langen Anstieg über die SP148, die eine durchschnittliche Steigung von 5,7% aufwies. Auf der Kuppe wurde nach 128,6 Kilometern eine Bergwertung der 1. Kategorie abgenommen, ehe es bergab ins nördliche Caupo ging. Nun folgten 20 großteils flache Kilometer, die über Fonzaso, Arsiè und Fastro nach Primolano führten. Danach begann die Straße wieder zu steigen und die Fahrer nahmen die 16,4 Kilometer lange Auffahrt nach Dori (1106 m) in Angriff. Dabei stieg die gut ausgebaute SP76 im Schnitt mit 5,4% an und erreichte im unteren Teil maximale Steigungsprozente von 9%. Ansonsten verlief der Anstieg großteils rhythmisch mit wenigen steilen Passagen. Eine Besonderheit bildete der Red Bull-Kilometer, der 33,2 Kilometer vor dem Ziel in der zweiten Hälfte des Anstiegs in Enego ausgefahren wurde. 27,5 Kilometer vor dem Ziel erreichten die Fahrer schließlich Dori, wo eine Bergwertung der 2. Kategorie abgenommen wurde. Die anschließenden Kilometer führten auf welligem Terrain über Stoner, Foza und Gallio nach Asiago, wo sich das Ziel vor dem Duomo di San Matteo Apostolo befand.[2]
Im Anstieg des Monte Grappa zerfiel die große Ausreißergruppe. Lorenzo Fortunato (XDS Astana), der Führende der Bergwertung, erreichte die Kuppe des Passes als Erster und sicherte sich so 40 weitere Punkte. Dahinter folgten Marco Frigo, Christian Scaroni (XDS Astana), Diego Ulissi, Davide Formolo, Nicola Conci, Bart Lemmen (Visma-Lease a Bike) und Einer Rubio mit einem kleinen Abstand. In der anschließenden Abfahrt schob sich das Feld jedoch wieder zusammen und es bildete sich eine neue Ausreißergruppe. Unterdessen forcierten die Ineos Grenadiers das Tempo im Anstieg des Monte Grappa, ehe Egan Bernal rund zwei Kilometer vor der Passhöhe angriff. Isaac Del Toro folgte dem Kolumbianer und auch Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) und Derek Gee (Israel-Premier Tech) konnten die Lücke zu den beiden noch vor der Passhöhe schließen. Dahinter übernahm das UAE Team Emirates-XRG die Nachführarbeit und schloss in der Abfahrt gemeinsam mit Juan Ayuso (UAE Team Emirates-XRG) und den restlichen Gesamtklassement-Fahrern wieder zu den Angreifern auf.
Nach der Abfahrt wurde das Tempo im Hauptfled gedrosselt, sodass die neuformierte Ausreißergruppe einen Vorsprung von rund vier Minuten herausfahren konnte. An der Spitze des Rennens befanden sich nun mit Nicolas Prodhomme (Decathlon AG2R La Mondiale), Marco Frigo, Florian Stork (Tudor), Romain Bardet (Picnic PostNL), Gianmarco Garofoli (Soudal Quick-Step), Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Jefferson Cepeda, Filippo Zana (Jayco AlUla), Bart Lemmen, Carlos Verona (Lidl-Trek), Christian Scaroni und Filippo Fiorelli (VF Group-Bardiani CSF-Faizanè) elf Fahrer, wobei keiner eine Gefahr für den Gesamtführenden darstellte. Im Anstieg nach Dori griff Carlos Verona rund 44 Kilometer vor dem Ziel an und konnte sich rasch als Solist absetzen. Der Spanier fuhr zunächst rund eine halbe Minute heraus, sicherte sich die meisten Zeitbonifikationen beim Red Bull-Kilometer und überquerte die Bergwertung mit einem Vorsprung von nur zehn Sekunden. Dahinter folgten Filippo Zana, Gianmarco Garofoli, die sich bereits beim Zwischensprint in umgekehrter Reihenfolge die verbliebenen Bonussekunden gesichert hatten, sowie Florian Stork, Christian Scaroni und Romain Bardet. Die sechs Fahrer schlossen sich zu einer Gruppe zusammen, konnten auf den letzten 28 Kilometern jedoch nicht mehr zu dem Führenden aufschließen. So gewann Carlos Verona seine erste Grand-Tour-Etappe mit einem Vorsprung von 22 Sekunden vor Florian Stork, der sich im Zielsprint mit einer Sekunde Vorsprung gegenüber Christian Scaroni durchsetzte. Im Hauptfeld kam es unterdessen zu einer weiteren Attacke durch Egan Bernal, der beim Red Bull-Kilometer rund 33 Kilometer vor dem Ziel das Tempo forcierte. Im Anschluss folgten mehrere Angriffe von Richard Carapaz, wodurch die Favoritengruppe zerfiel. Rund zwei Kilometer vor der Bergwertung von Dori wurde Primož Roglič (Red Bull-Bora-hansgrohe) abgehängt und verlor auf den abschließenden Kilometern weiter an Zeit. Da das Tempo in der Gruppe um den Gesamtführenden weiter hochgehalten wurde, verlor der Giro-d’Italia-Sieger des Jahres 2023 letztlich eineinhalb Minuten und rutschte in der Gesamtwertung auf den zehnten Rang ab.
Mit Ausnahme des Zeitverlustes von Primož Roglič kam es im Gesamtklassement zu keinen großen Veränderungen. Isaac Del Toro führt nach wie vor die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von einer Minute und 20 Sekunden vor Simon Yates (Visma-Lease a Bike) an und liegt mit seinen 21 Jahren weiterhin an der Spitze des Nachwuchswertung. Sein Teamkollege Juan Ayuso weist als Gesamtdritter einen Rückstand von einer Minute und 26 Sekunden auf. Primož Roglič weist nun als Gesamtzehnter einen Rückstand von drei Minuten und 53 Sekunden auf. Sowohl Mads Pedersen als auch Lorenzo Fortunato bauten ihre Vorsprünge in der Punkte-, bzw. Bergwertung weiter aus, wobei beide bereits mehr als 100 Punkte vor ihren ersten Verfolgern liegen. Das UAE Team Emirates-XRG führt weiterhin die Mannschaftswertung an. Nach dem Ausscheiden von Giulio Ciccone erreichten alle 169 Starter das Ziel, wobei Marco Frigo zum aktivsten Fahrer gewählt wurde.[3][4]