Schloss Dietmanns
Schloss in der Gemeinde Dietmanns in Niederösterreich
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Schloss Dietmanns ist ein Schloss in der Gemeinde Dietmanns in Niederösterreich. Es bildet heute mit Werks- und Nebengebäuden aus dem mittleren 19. Jahrhundert ein Fabriksensemble. Sichtbarster Teil ist eine große Fabrikshalle östlich des Schlosses.

Lage
Das Schloss befindet sich nördlich des Ortsteils Alt-Dietmanns. Es liegt auf einer ebenen Landfläche nahe der Hauptstraße nach Groß-Siegharts.
Geschichte
Das Schloss wurde 1542 von Wolfgang Lunzer errichtet und 1755 durch Heinrich Städter von Adelsheim barock umgestaltet. Seit 1865 gehört es zur unmittelbar östlich davon errichteten Seiden- und Samtbänderfabrik.[1] Diese war bis in die 1980er der wichtigste Arbeitgeber der Gemeinde, zeitweilig waren um die 300 Personen dort beschäftigt.
Beschreibung
Es besteht aus einem einstöckigen, mit der Schaufront nach Süden gerichteten schmalen rechteckigen Hauptgebäude, das nach Süden einen breiten nur leicht vorrückenden Mittelrisalit aufweist. Nach Süden weist das Walmdach drei breite Gauben mit gedecktem Dreiecksgiebel auf, nach Norden springt nur ein schmaler Vorbau heraus, der als Risalit angesprochen werden kann.
Das eigentliche Schloss ist heutzutage von Nebengebäuden der Fabrik eingefasst und daher von der Straße aus nicht einsehbar.
Die dahinter liegende Nebengebäude gruppieren sich um einen Hof, der ursprünglich vom Norden her zu befahren war. Die Gebäude stammen großteils aus dem 16. Jahrhundert, sind aber modern überformt.
Das Fabriksgebäude ist ein langgestreckter Bau mit einem aus dem Jahr 1956 stammenden Sgraffito, das die Geschichte der Textilfabrik zum Thema hat.
Zur Straße hin ist noch ein barockes Portal erhalten, das ebenfalls ein aus den 1950ern stammendes Sgraffito mit Wappendarstellungen der Besitzer Mitte des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts zeigt.
Gloriette
Am Gipfelplateau des nordwestlich des Schlosses befindlichen Buchberges (670 m ü. A.), einem Nebengipfel des Wieningerberges, stand früher eine Gloriette, die einen Blick nach Mähren und auf die niederösterreichischen und steirischen Alpen erlaubte.[2]
Literatur
- Georg Clam Martinic: Österreichisches Burgenlexikon. Burgen und Ruinen, Ansitze, Schlösser und Palais. 2. Auflage. Landesverlag, Linz 1992, ISBN 3-85214-559-7