Google Gemini
KI-Chatbot von Google
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Google Gemini (ehemals Google Bard) ist ein von Google entwickelter KI-basierter, multimodaler Chatbot. Er wurde als direkte Reaktion auf den Erfolg von ChatGPT entwickelt und im März 2023 zunächst unter dem Namen Bard veröffentlicht. Nach umfangreichen Updates und einem Rebranding ist Gemini mittlerweile das zentrale KI-Produkt von Google und in über 230 Ländern sowie mehr als 70 Sprachen verfügbar.[2]
| Google Gemini | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Google, DeepMind |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Aktuelle Version | 2025.12.17 mit Gemini 3.0[1] |
| Betriebssystem | Android, iOS |
| Kategorie | Chatbot |
| https://gemini.google.com/ | |
Funktionsweise
Ähnlich wie das Konkurrenzprodukt ChatGPT kann Google Gemini in gesprächsähnlicher Art vielfältige Fragen beantworten – als App, mit einem Webbrowser, mit Android Auto, WearOS oder auch mit Google TV. Gemini erlaubt multimodales Arbeiten, das heißt, man kann sowohl diverse Medien wie Sprache, Fotos oder Videos eingeben als auch unterschiedliche Formate, wie Code, Bilder oder Sprache, ausgegeben bekommen.
Google Gemini bietet eine Funktion namens Gems, personalisierte Versionen von Gemini, die vom Nutzer für spezielle Aufgaben erstellt werden können.[3]
Der Chatbot basierte zunächst auf LaMDA, einem von Google AI entwickelten Large Language Model (LLM), bevor dieses durch das bessere Modell PaLM ersetzt wurde. Seit Dezember 2023 greift es auf das von DeepMind neu entwickelte gleichnamige LLM Gemini zurück,[4][5] das auf der Transformer-Architektur mit einem stark erweiterten Kontexterfassungsfenster und mehreren parallelen „Experten“-Neuronalen-Netzwerken basiert.[6] Aktuell sind die Modelle Gemini 3.0 Flash und 3.1 Pro.
Gemini ist mit Stand Februar 2026 in mehr als 230 Ländern und Regionen und in mehr als 70 Sprachen verfügbar.[7] Die Nutzung von Google Gemini ist in einer Basisversion kostenlos, jedoch gibt es auch kostenpflichtige Versionen mit erweitertem Zugriff und zusätzlichen Fähigkeiten.[8]
Gemini-Varianten
Gemini wird aktuell in den Stufen Fast, Thinking und Pro angeboten:
- seit 2025: Gemini 3.0 Flash/Fast (kostenlos)
- seit 2025: Gemini 3.0 Pro (kostenlos, mit Limits; erweiterter Zugriff kostenpflichtig)
- Gemini 2.5 Pro TTS (Text-to-Speech) steht über das Google AI Studio und kostenpflichtig über die API zur Verfügung.
- Gemini Nano wird mit optimiertem Speicherbedarf lokal auf Samsung Galaxy S24- oder Pixel-Smartphones benutzt.
- Gemini Ultra dient der Lösung komplexer Aufgaben. Es steht kostenpflichtig über die Funktion "Deep Think" zur Verfügung.
- Google One ist ein Abo-Paket, das verschiedene Google-Produkte zusammenfasst. Google One selbst dient nur der Abrechnung.
- Gemini für Google Workspace ist die Business-Version als Integration in Gmail, Docs, Sheets und Google Meet. Es ist ein Oberbegriff für Gemini-Funktionen in Workspace mit den Tarifen Business oder Enterprise.
- Google Workspace Business ist ein auf Google Workspace aufbauendes Abo für Geschäftskunden, das auch Zugriff auf Gemini erlaubt.
- Gemini Enterprise ist eine umfangreichere und teilweise leistungsfähigere Variante von Gemini Business.
- Die Gemini Android-App ist in über 200 Ländern verfügbar.[9] Die App kann den Google Assistant ablösen, der in reduzierter Nützlichkeit als Plug-in integriert ist. Gemini für Android entspricht Gemini im Web mit der Ausnahme von Gemini Live, was nur auf Smartphones (Android und iOS) verfügbar ist. Die Gemini App ist neben Android auch für iOS verfügbar und seit Juni 2024 auch in deutscher Sprache.[10]
- Die kostenlos nutzbare Plattform Google NotebookLM verwaltet Notiz-Mappen, lässt Inhalte hochladen, fertigt Inhaltszusammenfassungen wie auch Podcasts unter Verwendung von Gemini an und beantwortet anhand der Quellendokumente Fragen.[11]
- Googles Open-Source-Projekt Gemma nutzt Gemini-Technologie und steht Entwicklern und Nutzern offen.
Geschichte

Bereits auf der Google I/O 2017 wurde von CEO Sundar Pichai die Gründung von Google AI verkündet, das sich mit der Entwicklung eigener Systeme künstlicher Intelligenz beschäftigen sollte.[12] 2021 wurde von diesem das Sprachmodell LaMDA entwickelt, jedoch (u. a. aus Sicherheitsbedenken) zunächst nicht veröffentlicht. Das von Konkurrent OpenAI 2022 vorgestellte ChatGPT überraschte Google: Auf einer Konferenz Anfang 2023 bezeichneten Google-Manager dieses als „Code Red“ (also ein klares Warnsignal an Google), da die KI-basierte Plattform des Wettbewerbers eine unerwartet positive Resonanz von Nutzern auf der ganzen Welt erhalten hätte. In einem Blog-Beitrag gab Google bekannt, dass es sein eigenes Produkt nun beschleunigt unter der Marke Bard „vertrauenswürdigen Testern“ zur Verfügung stellen werde, bevor es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. Der Chatbot von Google war nach William Shakespeare benannt, der auch als „Bard of Avon“ (auf Deutsch: „Dichter von Avon“) bezeichnet wird.[13]
Der Start von Bard verlief sehr holprig: Die Aktien des Unternehmens Alphabet fielen am 8. Februar 2023 an der Wall Street um 7,6 Prozent, was einem Rückgang an Marktkapitalisierung um mehr als 100 Milliarden US-Dollar entsprach. Dies war der größte Rückgang seit Oktober 2022. Ursache war eine von Google veröffentlichte Demonstration auf Twitter, bei der Bard eine falsche Antwort bezüglich einer Entdeckung des James Webb Space Telescopes gab. Nach anfänglich beschränktem Zugang für wenige Tester veröffentlichte Google am 21. März 2023 eine Version von Bard, welche allerdings nur in den USA und dem Vereinigten Königreich, nach dem Beitreten einer Warteliste, verfügbar war. Am 10. Mai 2023 wurde auf der Google I/O ’23 verkündet, dass Google Bard fortan in über 180 Ländern verfügbar ist. Die voranschreitende Einführung umfasste keine Länder in der Europäischen Union, was an Bedenken der irischen Datenschutzkommission DPC lag, ob Bard die Datenschutz-Grundverordnung einhalte. Mitte Juli 2023 wurde Google Bard dann in ganz Europa verfügbar gemacht.
Anfang 2025 veröffentlichte Google die Version Gemini 2.0, die erstmals echte multimodale Echtzeit-Interaktion („Live“) ermöglichte. Im Laufe des Jahres 2025 folgten inkrementelle Updates (Gemini 2.5), bevor im Dezember 2025 die Version Gemini 3.0 vorgestellt wurde, die sich durch verbesserte logische Fähigkeiten und Vibe Coding auszeichnet.[14]
Im Januar 2026 gaben Apple und Google bekannt, dass Gemini als Basis für generative KI-Funktionen in kommenden Versionen von Siri und iOS dienen wird.[15]
Kontroversen
Im Februar 2024 geriet Google Gemini in Kritik, weil es Bilder mit historischen Fehlern produzierte. Nutzer hatten den Chatbot aufgefordert, historische Bilder zu erstellen, etwa mit den Gründungsvätern der USA oder von deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Gemini produzierte daraufhin Bilder mit Gesichtern von Personen afroamerikanischer und asiatischer Abstammung.[16][17] Google CEO Pichai gab daraufhin in einem internen Memo am 27. Februar Fehler zu, gab die temporäre Abschaltung der Bild-Generierungsfunktion bekannt und entschuldigte sich.[18]
LaMDA sorgte Mitte 2022 für Schlagzeilen, weil einer von Googles Softwareingenieuren davon überzeugt war, dass LaMDA ein Bewusstsein entwickelt habe.[19]