Großloge von Schottland

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Die Großloge von Schottland (englisch The Grand Lodge of Antient Free and Accepted Masons of Scotland) ist die zentrale Großloge der regulären Freimaurerei in Schottland und die übergeordnete Organisation zahlreicher Logen im Ausland, die nach der schottischen Konstitution arbeiten. Sie wurde 1736 gegründet und hat ihren Sitz im Freemasons’ Hall in Edinburgh.[1] Gemeinsam mit der Vereinigten Großloge von England und der Großloge von Irland zählt sie zu den drei traditionellen britisch-irischen Großlogen.[2]

Freemasons' Hall in Edinburgh

Geschichte

Die organisierte Freimaurerei in Schottland gilt als älter als in jedem anderen Teil der Britischen Inseln. Diese direkte Verbindung lässt sich anhand der ältesten freimaurerischen Schriftstücke der Welt nachweisen, die sich im Besitz der Großloge von Schottland in Edinburgh befinden.[3] Bei diesen Aufzeichnungen handelt es sich um die Sitzungsprotokolle der Loge von Edinburgh (Mary’s Chapel) Nr. 1 aus dem Jahr 1599.[4] Die Mutterloge Kilwinning trägt die Nummer 0 im Verzeichnis der Großloge von Schottland und gilt als die älteste Loge nicht nur in Schottland, sondern weltweit. Sie wird als Mutterloge von Schottland bezeichnet, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, und wird oft als Mother Kilwinning bezeichnet.[5]

Die schottische Freimaurerei entwickelte sich aus den Organisationen der zunächst handwerklich tätigen Steinmetze. Zu den frühesten Quellen gehören die von dem königlichen Werkmeister William Schaw erlassenen Statuten von 1598 und 1599, welche die Ausbildung, Organisation und Aufsicht der schottischen Steinmetzlogen regelten. Verbunden waren diese Maurermeister mit dem Bau der Rosslyn-Kapelle, die eine wichtige Rolle in der Freimaurer-Mythologie einnimmt. Im Verlauf des 17. Jahrhunderts nahmen einige Logen zunehmend Männer auf, die nicht als Steinmetze tätig waren. Dieser Übergang von der operativen zur spekulativen Freimaurerei beschleunigte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts.[6][7]

Im Jahr 1736 schlossen sich Vertreter bereits bestehender Logen nach dem Vorbild der Ersten Großloge von England zur Großloge von Schottland zusammen. Zum ersten Grand Master Mason wurde William St Clair of Roslin gewählt. Seine Familie war zuvor aufgrund der sogenannten St-Clair-Urkunden als erblicher Schutzherr des schottischen Steinmetzhandwerks angesehen worden; St Clair verzichtete bei der Gründung der Großloge auf diesen traditionellen Anspruch zugunsten eines gewählten Großmeisters.[7]

Da zahlreiche Logen bereits lange vor 1736 bestanden hatten, konnten sie ihre eigenen Bräuche, Rituale und Formen der Amtskleidung weitgehend beibehalten. Die Großloge entwickelte deshalb weniger stark vereinheitlichte Zeremonien als die englische Freimaurerei. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden im Zuge der britischen Handels- und Kolonialexpansion schottische Logen unter anderem in Afrika, Asien, der Karibik, Nordamerika und Ozeanien.[6] Bis heute unterhält die Großloge neben den schottischen Provinzen mehrere Distriktgroßlogen und Großsuperintendenturen im Ausland.[8]

Das heutige Hauptquartier an der George Street in Edinburgh wurde 1912 eröffnet. Es umfasst neben Verwaltungs- und Versammlungsräumen eine Bibliothek und ein Museum mit historischen Dokumenten, Amtskleidung und Gegenständen aus der Geschichte der schottischen Freimaurerei.[9]

Struktur

Die einzelnen Logen bilden die grundlegenden Organisationseinheiten. Innerhalb Schottlands sind sie regionalen Provinzialgroßlogen zugeordnet, während die ausländischen Logen überwiegend durch Distriktgroßlogen oder Großsuperintendenturen verwaltet werden. Diese Zwischenebenen unterstehen der Großloge in Edinburgh, welche die Verfassung erlässt, neue Logen anerkennt und die Beziehungen zu anderen Großlogen regelt.[8] An der Spitze steht der Grand Master Mason, eine in dieser Form für die schottische Freimaurerei charakteristische Amtsbezeichnung.[10]

Die örtlichen Logen verfügen im Vergleich zu vielen anderen freimaurerischen Systemen über eine weitreichende Selbstständigkeit. Sie können unter anderem eigene Ritualfassungen und Farben der Amtskleidung verwenden, sofern die wesentlichen Inhalte der freimaurerischen Grade gewahrt bleiben.[1] Die Gründung der Großloge 1736 wurde nämlich von den meisten Logen in Schottland abgelehnt. Infolgedessen musste die neue Großloge von Schottland jeden Versuch einer Ritualvereinheitlichung gegen die Aussicht eintauschen, die unabhängigen Logen für den Beitritt zum zentralisierten System zu gewinnen. Im Wesentlichen erklärte sich die Großloge bereit, nicht in lokale Bräuche und Praktiken einzugreifen, solange die Logen bereit waren, der neuen schottischen Freimaurerkonstitution beizutreten. Auch alle neuen Logen wurde Autonomie gewährt. Diese und spätere Entwicklungen führten dazu, dass die Freimaurerei in Schottland weitaus weniger standardisiert ist als in jeder anderen freimaurerischen Jurisdiktion.[11]

Bekannte Mitglieder

König Georg VI. mit schottischen Freimaurern

Zu den bekanntesten Mitgliedern der schottischen Freimaurerei gehörte der Dichter Robert Burns. Er wurde 1781 in die St David’s Lodge in Tarbolton aufgenommen und gehörte bis zu seinem Tod verschiedenen schottischen Logen an. Zuletzt bekleidete er das Amt des Senior Warden der Lodge St Andrew in Dumfries.[12][13]

Der Schriftsteller Walter Scott wurde 1801 Mitglied der St David’s Lodge in Edinburgh.[14] Arthur Conan Doyle, der Schöpfer von Sherlock Holmes, war zunächst Mitglied der Phoenix Lodge No. 257 in Southsea und wurde später Ehrenmitglied der Lodge of Edinburgh (Mary's Chapel) No. 1 sowie der Canongate Kilwinning Lodge No. 2.[15]

Ein weiteres prominentes Mitglied war der spätere britische König Georg VI. Er wurde 1936 in die schottische Freimaurerei aufgenommen und im selben Jahr zum 91. Grand Master Mason gewählt. Nach seiner Thronbesteigung legte er das Amt nieder.[16]

Commons: Grand Lodge of Scotland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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