Stiftung Grone-Schule

staatlich anerkannte Berufsfachschule in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Stiftung Grone-Schule gehört mit bundesweit mehr als 200 Bildungszentren und staatlich anerkannten Berufsfachschulen zu den ältesten und größten privaten Bildungs- und Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland. Mehr als 3.500 Mitarbeiter und Honorardozenten betreuen täglich gut 15.000 Teilnehmer. Der Schwerpunkt liegt auf Aus- und Weiterbildung mit Berufsbezug.

Hauptgebäude der Grone-Schulen in Hamburg-Hammerbrook (City Süd)
Schnelle Fakten
Stiftung Grone-Schule
Rechtsform Gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Gründung 1895
Sitz Hamburg
Leitung Achim Albrecht, Marc Halledt[1]
Branche Aus- und Weiterbildung
Website www.grone.de
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Geschichte der Grone-Schulen

Heinrich Grone, Gründer der Grone-Schulen
Grabstätte Heinrich Grone auf dem Friedhof Ahrensburg
Historisches Plakat der Grone-Schule
Gebäude der Groneschen Handels- und Sprachschule in der Hermannstraße, Hamburg

1895–1920

Grone wurde 1895 als private Handels- und Sprachenschule mit dem Namen „Schreib- und Handels-Lehrinstitut Grone“ vom Handelslehrer Heinrich Grone (1868–1941) in Hamburg gegründet.[2] Er reagierte damit auf den Bedarf Hamburger Handelsunternehmen an Buchhaltern. Unterrichtet wurden unter anderem Stenografie, Rechnen, Deutsch und Buchhaltung, aber auch Schön- und Schnellschreiben. Damit schloss die Schule eine Lücke in der Aus- und Weiterbildung des kaufmännischen Nachwuchses. 1905 wurde ein eigenes Schulhaus gebaut, um die wachsende Schülerzahl unterzubringen. Der Unterricht für die jährlich 3.500 Teilnehmer wurde im Klassenverband erteilt. Die ersten Schreibmaschinen wurden angeschafft und das Zehn-Finger-System eingeführt. Von 1910 an ergänzten Fremdsprachen das Angebot.

1920–1945

Während viele Privatschulen von 1928 bis 1930 auf Grund der Wirtschaftskrise ihre Tore schlossen, erweiterte Heinrich Grone sein Angebot durch die Eröffnung einer „Privaten Handelsschule für Jugendliche“. Auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und während des Krieges wurde der Unterricht aufrechterhalten. Als Heinrich Grone mit 73 Jahren im Mai 1941 starb, übernahm seine Frau Helmine Grone die Schulleitung und die testamentarische Verpflichtung, die Schule bei Beendigung ihrer beruflichen Tätigkeit in eine Stiftung zu überführen.

Bis zum Kriegsende 1945 besuchten jährlich ca. 4.000 Schüler die Grone Institute. Als das Schulgebäude kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges fast völlig zerstört wurde, setzte Helmine Grone den Schulbetrieb eingeschränkt in der Zweigschule Schanzenstraße fort.

1945–1970

Nach dem Kriegsende ging der Schulbetrieb weiter. Unmittelbar nach der Währungsreform ließ Helmine Grone das Stammhaus in der Hermannstraße wieder aufbauen. 1950 erhielt das Unternehmen die staatliche Anerkennung als einjährige allgemeine und höhere Handelsschule. Helmine Grone überführte die Gronesche Handels- und Sprachschule 1964 in eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts. Der bisherige „Familienbetrieb“ stand nun unter staatlicher Stiftungsaufsicht und wurde von einem Kuratorium kontrolliert.

Das Arbeitsförderungsgesetz garantierte von 1969 an Arbeitslosen einen Rechtsanspruch auf berufliche Bildungsmaßnahmen. Grone konzipierte entsprechende Umschulungen und Fortbildungen und arbeitete erstmals auch im öffentlichen Auftrag. Helmine Grone bestellte ihren Neffen Hellmuth Grone zum Stiftungsvorstand.

1970–1995

Von 1974 an bot Grone verstärkt Kurse für berufliche Rehabilitation an. Auch die Fortbildung von Jugendlichen wurde in der „Groneschen Handels- und Sprachenschule“ wieder aufgenommen. Im Fachauswahlunterricht erfolgte erstmals die individuelle Schulung von Teilnehmenden. Grone expandierte über die Grenzen Hamburgs hinaus mit gemeinnützigen Tochtergesellschaften in Schleswig-Holstein und Berlin. Im Auftrag des Hamburger Senats erfolgte von 1985 an die Erstausbildung für Jugendliche.

Hellmuth Grone starb im August 1978. Nach seinem Tod wurde die Satzung der Stiftung geändert. Bisher war der jeweilige Geschäftsführer (Vorstand) gleichzeitig als geschäftsführender Kurator auch Vorsitzender des Kuratoriums und damit auch sein eigener Aufseher. Diese Personalunion wurde nun getrennt, sodass Vorstand und Aufsichtsgremium (Kuratorium) nicht mehr miteinander verwoben waren. Vorsitzender des Kuratoriums wurde Dietrich Oldenburg. Hellmuth Grones Ehefrau Ursula wurde zum Vorstand der Stiftung bestellt. Helmine Grone starb im Januar 1981.

1987 wurde das neue Stammhaus der Stiftung in der City Süd eingeweiht. Das bestehende kaufmännische Bildungsangebot wurde durch die Bereiche Gesundheit, Sozialberufe Gastronomie, Ernährung, Werbung, Grafik und Druck erweitert. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung entstanden Bildungszentren in den neuen Bundesländern und spezielle Angebote für die dortige Wirtschaftslage. Letztere reichten von gewerblich-technischen Qualifizierungen in Thüringen bis hin zu gastronomischen Ausbildungen für den Tourismus auf der Insel Rügen.

1993 schied Ursula Grone aus dem Stiftungsvorstand aus und wurde als Ehrenvorstand Mitglied des Kuratoriums. Ihr Nachfolger wurde der seit 1988 amtierende Stiftungsdirektor und Staatsrat a. D. Peter Rabels.

1995–2004

Von 1995 an engagierte das Unternehmen sich verstärkt in der Betreuung und Vermittlung von Arbeit Suchenden. Dies geschah anfangs über gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassungen, die vielfach zur dauerhaften Vermittlungen führten. Von 1997 an entstanden bundesweit Grone-Bildungszentren zur Beratung, Betreuung, Überlassung und Vermittlung von Arbeitslosen. 2004 kam die private Arbeitsvermittlung hinzu, die Zeitarbeit und Outplacement mit Transfergesellschaften unter der Marke „Grone Human Resources“ zusammenfasste. Im Rahmen der EU-Erweiterung betrieb Grone vorübergehend Beteiligungsgesellschaften mit ortsansässigen Partnern in Polen und führte mehrere EU-Phare-Projekte durch. Seit 2001 nimmt Grone an dem Projekt „Arbeit für Kosovo“ teil und betreute Trainingszentren in Montenegro.

Der Unternehmensverbund wuchs weiter durch die Gründung von Tochtergesellschaften sowie Übernahmen. Mit dem Verein der Hamburger Spediteure gründete Grone die Akademie Hamburger Verkehrswirtschaft. 2004 schied Peter Rabels aus dem Vorstand aus und wechselte als Ehrenvorstand in das Kuratorium. Als sein Nachfolger wurde Staatsrat a. D. Wolfgang Prill zum Stiftungsvorstand bestellt.

2005–2010

Die Neuorganisation der Instrumente der Arbeitsmarktpolitik änderte den Weiterbildungsmarkt erheblich. Neben den Agenturen für Arbeit wurden die ARGEn (heute: Jobcenter) zu neuen Auftraggebern der Grone-Gesellschaften. Langfristige Maßnahmen wie Umschulungen und Fortbildungen wurden durch kurzfristige Qualifizierungen und Trainingsmaßnahmen ersetzt und durch Schuldnerberatung, Vermittlungsaktivitäten und Beschäftigungsangebote zur Integration in den Arbeitsmarkt von Hartz IV-Empfängern ergänzt. Mit dem Aufbau der „Grone Stellenbörse“ entstand eine Online-Arbeitsvermittlung.

Qualifiziert und beschäftigt wurden jetzt auch „Ein-Euro-Jobber“ u. a. in Arbeitsgelegenheiten wie „Cantina“ – Schulspeisung und Mittagstisch plus Hausaufgabenbetreuung. Grone Netzwerk in Hamburg organisierte Tanzprojekte – „Making a Move“ – unter Leitung des Choreographen Royston Maldoom und eröffnete im Frühjahr 2010 das Sozialkaufhaus „Warengut“.

Im gewerblich-technischen Bereich wurden neue Werkstätten geschaffen. In Magdeburg entstand ein Institut für Meisterausbildung und weitere Standorte nahmen die Altenpflege- und Erzieherausbildung sowie die Weiterbildung von Erziehern ins Angebot auf. In mehreren Bundesländern übernahm Grone die Qualifizierung und Vermittlung von Strafgefangenen, baute die „Unterstützte Beschäftigung im Reha-Bereich“ auf und übernahm bundesweit Modellprojekte für Frauen, Jugendliche und Ältere im Auftrag der Bundesregierung.

Im Juli 2009 starb der langjährige Ehrenvorstand Ursula Grone.

2010–2020

Im März 2012 übergab Wolfgang Prill nach acht Jahren die Leitung der Grone-Schule an Achim Albrecht. Der Kaufmann war zuvor Geschäftsführer des Berufsfortbildungswerkes des DGB (bfw) und dessen Tochtergesellschaften. Er hatte Anfang Januar 2012 seine Arbeit als neuer Vorstand aufgenommen. Wolfgang Prill verließ Ende April das Unternehmen, blieb aber als Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung dem Unternehmen verbunden.

Als neues Geschäftsfeld übernahmen die Grone Bildungszentren im öffentlichen Auftrag Sprachausbildung, Qualifizierung und Vermittlung von Geflüchteten.

Die Stiftung Grone-Schule übernahm zu dieser Zeit unter anderem die Innovative-Privatakademie gGmbH in Berlin, den Bereich SGB II und III des Institut für Berufs- und Sozialpädagogik in Bremen sowie die insolvente Fachwerk gGmbH, die überregional Bildungsstätten betrieb. 2018 wurde Mark Halledt zum neuen Finanzvorstand ernannt. Der bisherige Alleinvorstand Achim Albrecht wurde zum Vorstandsvorsitzenden berufen.[1] Seit November 2019 befindet sich auch der Vorstand und die Grone Service- und Verwaltungsgesellschaft, welche zuvor in der Gotenstraße ansässig waren, am Stammsitz im Heinrich-Grone-Stieg 1 in Hamburg.

Literatur

Archivmaterial

Einzelnachweise

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