Grozdana Olujić
serbische Schriftstellerin
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Grozdana Olujić (serbisch-kyrillisch Гроздана Олујић; * 30. August 1934 in Erdevik (Vojvodina); † 16. März 2019 in Belgrad) war eine serbische Schriftstellerin.[1]

Leben
Grozdana Olujić besuchte das Gymnasium in Bečej und studierte Anglistik und Amerikanistik an der Universität Belgrad, wo sie mit dem Master abschloss.[2] Zeitweilig war sie als Textilarbeiterin tätig.[3]
Bereits als Schülerin veröffentlichte Olujić einige Beiträge in Zeitschriften und 1953 eine Erzählung, die im Rahmen eines Wettbewerbs entstanden war.[4] 1958 erschien ihr erster Roman Izlet u nebo (Ein Ausflug in den Himmel). Er handelt von den Erlebnissen der serbischen Studentin Minya, die verheiratet ist und eine Affäre hat, unterbrochen von Erinnerungen an ihre Kindheit und den Krieg. Dabei werden ihre sexuelle Freizügigkeit und Abgestumpftheit gegenüber den Gefühlen anderer Menschen deutlich. Das Buch erregte großes Aufsehen in Jugoslawien und wurde dort zum Bestseller. Während manche Kritiker es als zynisch und unmoralisch verurteilten, lobten andere seinen Realismus.[3] Es wurde in 28 Sprachen übersetzt, als Theaterstück aufgeführt und diente als Vorlage für den Film Čudna devojka (Studentenliebe, 1962).[5]
Es folgten weitere Romane, Märchensammlungen und Kurzgeschichten. Da Olujić Themen behandelte, die zur damaligen Zeit als heikel angesehen wurden, erhielt sie neben positiven auch negative Kritiken.[2] Ihre Werke wurden in 36 Sprachen übersetzt. Einige wurden in Dänemark als Schullektüre verwendet, andere als Lehrmaterialien für Studenten der Vergleichenden Literaturwissenschaft an verschiedenen US-amerikanischen Universitäten.[2] Olujić, die neben ihrer Muttersprache Französisch, Russisch und Englisch beherrschte, war auch als Übersetzerin tätig. 1969/1970 hielt sie sich mit einem Stipendium des International Writing Program in Iowa auf. Von 1982 bis 1984 war sie als Fulbright-Stipendiatin an der Columbia University in New York und an der University of California, Los Angeles. In dieser Zeit besuchte sie auch mehrfach Indien. 1980 brachte sie eine Anthologie zeitgenössischer indischer Lyrik heraus.[4]
Olujić wurde mit den wichtigsten nationalen Literaturpreisen ausgezeichnet.[2] 2004 erhielt sie vom serbischen Schriftstellerverband (Удружење књижевника Србије) einen Preis für ihr Lebenswerk.[2] 2009 gewann sie mit dem Roman Glasovi u vetru, der die Geschichte einer serbischen bürgerlichen Familie erzählt, den NIN-Literaturpreis.[5] Sie starb 2019 in Belgrad.[2]