Guntram Schenck zu Schweinsberg
deutscher Historiker, Politiker und Diplomat
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Guntram Freiherr Schenck zu Schweinsberg, auch Guntram von Schenck, (* 12. Januar 1942 in Mainz) ist ein deutscher Historiker, Politiker und Diplomat.
Werdegang
Er entstammt dem hessischen Uradelsgeschlecht Schenck zu Schweinsberg. Der Diplomat Gustav Adolf Schenck zu Schweinsberg (1843–1909) war ein Großonkel. Er war das erste von vier Kindern eines Ärzteehepaars und wuchs in Singen (Hohentwiel) auf, nachdem das Zuhause in Mainz Anfang 1945 ausgebombt worden war. In seiner Jugend war er Mitglied der Pfadfinderschaft Grauer Reiter. 1961 legte er am Hegau-Gymnasium Singen das Abitur ab. Daran schloss sich ein Studium der Geschichte und Geographie. Dieses begann er 1961 an der Universität Genf und setzte es an der Universität von Paris fort. 1964 kehrte er nach Deutschland zurück und begann ein Studium der Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1969 legte er an der Eberhard Karls Universität Tübingen das erste juristische Staatsexamen ab und absolvierte anschließend das Rechtsreferendariat beim Oberlandesgericht Stuttgart. 1971 wurde er bei Eugen Ewig an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn mit der Dissertation Reims in merowingischer Zeit mit magna cum laude zum Dr. phil. promoviert. Daraufhin war er kurzzeitig wissenschaftlicher Planer für Reform der Hochschulausbildung an der Universität Konstanz.
1966 trat Guntram Freiherr Schenck zu Schweinsberg der SPD bei. In Bonn war er für den Sozialdemokratischen Hochschulbund Mitglied des Studentenparlaments; in dieses waren damals auch Hannes Heer und Ulrich Wickert gewählt. Während seiner Zeit als Referendar engagierte er sich bei den Jusos in Baden-Württemberg.
Von 1971 bis 1972 war er Fraktionsassistent im Büro des Ersten Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Wienand. Nach der Bundestagswahl 1972 war Schenck zu Schweinsberg bis 1976 als Fraktionsmitarbeiter für Hochschul- und Bildungspolitik zuständig. Nach der Bundestagswahl 1976 wechselte er in das Büro des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und außenpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Horst Ehmke. Bei der Bundestagswahl 1980 kandidierte er für die SPD im Bundestagswahlkreis Biberach, verfehlte jedoch den Einzug in den Bundestag. 1982 initiierte er den Austausch zwischen Mitarbeitern des Deutschen Bundestags und des Kongresses der Vereinigten Staaten, der bis heute besteht.
Von 1982 bis 1985 war er befristet an der Deutschen Botschaft Damaskus tätig. Daraufhin wurde er als Nachfolger von Eugen Selbmann Referent des Arbeitskreises „Außenpolitik“ der SPD-Bundestagsfraktion. Von 1992 bis 1994 war er Leiter des Büros des Friedrich-Ebert-Stiftung in Kairo. Anschließend war er von 1994 bis 1999 erneut außenpolitischer Referent der SPD-Bundestagsfraktion.
1999 trat Guntram Freiherr Schenck zu Schweinsberg in den Dienst des Auswärtigen Amts ein. Er war zunächst bis 2000 Beauftragter für den Barcelona-Prozess. Von 2001 bis 2006 war er Ständiger Vertreter Deutschlands bei den Organisationen der Vereinten Nationen in Rom. 2007 wurde er pensioniert.
Guntram Freiherr Schenck zu Schweinsberg war in erster Ehe mit einer Französin verheiratet; der Ehe entstammte eine Tochter. Später heiratete er ein zweites Mal. Nach seiner Pensionierung zog er auf die Höri.
Werke (Auswahl)
- Das Hochschulrahmengesetz. Verlag Neue Gesellschaft, Bonn-Bad Godesberg 1976.
- Heidegger, die Nazis und der aussichtslose Krieg. Badische Landesbibliothek, Karlsruhe 2009.
- Reichsfinanzreform Erzbergers 1919/1920. Badische Landesbibliothek, Karlsruhe 2010.
- Parteien, Hochschulreform, Varia. Höri-Mettnau-Eigenverlag, Radolfzell 2013.
- Schriften zur Politik und Geschichte. Höri-Mettnau-Eigenverlag, Radolfzell 2013.
Autobiographie
- Guntram von Schenck. Historiker, Politiker, Diplomat. Höri-Mettnau-Eigenverlag, Radolfzell 2011.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schenck zu Schweinsberg, Guntram |
| ALTERNATIVNAMEN | Schenck zu Schweinsberg, Guntram Freiherr; Schenck, Guntram von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Politiker (SPD) und Diplomat |
| GEBURTSDATUM | 12. Januar 1942 |
| GEBURTSORT | Mainz |