Häuptling Büffelkind Langspeer
afroamerikanischer Autor und Hochstapler
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Häuptling Büffelkind Langspeer (* 1. Dezember 1890 als Sylvester Clark Long; † 20. März 1932) war ein afroamerikanischer Journalist, Autor und Filmschauspieler. Bekannt wurde Long durch das fiktive, aber als Autobiografie ausgegebene Buch Chief Buffalo Child Long Lance von 1928.[1]

Leben
Der Afroamerikaner Long hatte im Kontext der US-amerikanischen Rassentrennung an Schulen und des herrschenden Rassismus gegen Schwarze[2] mit der Identität eines Angehörigen einer indigenen Stammesgruppe zunächst auf bessere Bildungschancen gehofft und präsentierte sich im Laufe der 1920er-Jahre als Häuptling der Stammesgruppe der Blackfoot.
Während der Dreharbeiten zum Film Der unsichtbare Feind im Jahr 1929, bei dem Long eine Hauptrolle spielte, kamen Zweifel an dessen vorgegebener Herkunft auf. Eine daraufhin vom Filmbeirat eingeleitete Untersuchung legte Longs tatsächlichen biografischen Hintergrund offen. Im Jahr 1932 beging Long Suizid.
Werk
Im Jahr 1929, ein Jahr nach der Erstveröffentlichung der fiktiven Autobiografie, wurde sie von Hans Rudolf Rieder unter dem Titel Langspeer – Eine Selbstdarstellung des letzten Indianers ins Deutsche übersetzt.[3] In den folgenden Jahrzehnten erschienen unter dem Titel Häuptling Büffelkind Langspeer erzählt sein Leben[4] weitere deutschsprachige Ausgaben. Hierzu teilweise im Widerspruch stehen die Angaben, die von Arkady Fiedler in dem Vorwort zu seinem Buch "Der kleine Bison" gemacht worden sind. Im Vorwort beruft sich Fiedler auf mündliche Angaben von Verwandten des Verfassers des Buches Chief Buffalo Child Long Lance von 1928, die Fiedler iim Frühjahr 1945 in Winnepeg getroffen hat: Jack Davis, Korporal bei der kanadischen Armee und dessen Bruder Tom, der Rekonvalescent in einem dortigen Sanatorium war. Beide waren – wie Fiedler im Vorwort schreibt – indianischer Abstammung und als solche sofort erkennbar. Die verschiedenen Kapitel der beiden Bücher sind interessanterweise teilweise inhaltlich gleich. Viele der geschilderten Ereignisse bei Arkady Fiedler weichen jedoch von dem Buch Chief Buffalo Child Long Lance von 1928 völlig ab, teilweise sind sie deckungsgleich. Insoweit ist der Ursprung der Quellenlage für das Buch von 1928 und das Buch der Kleine Bison von Arkady Fiedler nicht eindeutig zuzuordnen. Und es kann auch nicht ausgeschlossen werden, das die dem Buch von 1928 zugrundeliegenden überlieferten Erzählungen tatsächlich auch durch Indianer überliefert worden sind.
Literatur
- Karina Vernon: The First Black Prairie Novel: Chief Buffalo Child Long Lance's Autobiography and the Repression of Prairie Blackness. In: Journal of Canadian Studies/Revue d'études canadiennes. Band 45, Nr. 2. University of Toronto Press, 24. Juni 2011, S. 31–57, doi:10.3138/jcs.45.2.31.
- Häuptling Büffelkind Langspeer: erzählt sein Leben. Aus dem Englischen bearbeitet von Hans Rudolf Rieder, mit einer Nachbemerkung von Liz Sutter. Lamuv-Verlag, Göttingen 1999, ISBN 3-88977-540-3.
Weblinks
- Literatur von und über Häuptling Büffelkind Langspeer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Häuptling Büffelkind Langspeer in der Datenbank Find a Grave