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Hävemeyer & Sander

ehemaliges Maschinen- und Fahrstuhlbau-Unternehmen in Hannover From Wikipedia, the free encyclopedia

Hävemeyer & Sander in Hannover war ein im 19. Jahrhundert gegründetes Werkzeug-, Maschinen- und Fahrstuhlbauerunternehmen. Sitz der Firma war die Schaufelder Straße[1] 11–13[2] im hannoverschen Stadtteil Nordstadt.[3]

Schild im Lastenaufzug Nummer 6652 mit Firmenlogo aus dem Jahr 1954 in der Helmkestraße in Hainholz

Geschichte

Schild im Europa-Haus in Hannover, mit Hinweis auf den Umbau 1992 durch Kone
Orientierungstafel vom Werkhof Hannover-Nordstadt auf dem ehemaligen Industriegelände von Hävemeyer & Sander, im Hintergrund der Durchgang der „Hävemeier & Sander Halle“

Das Unternehmen wurde in der Gründerzeit des Deutschen Kaiserreichs 1873 gegründet von dem Unternehmer Friedrich Hävemeyer (* 11. Januar 1841 in Steinhude; † 23. November 1923 in Hannover) und den Mechanikern Louis Knölke und August Sander. Zunächst als „Maschinenfabrik Knölke, Hävemeyer & Sander“, war die Firma bereits auf der Gewerbeausstellung 1878 vertreten und präsentierte dort im Eigenbau hergestellte Werkzeuge und Maschinen.[1] Laut dem Adressbuch der Stadt Hannover von 1896 war der Unternehmenszweck die Herstellung von „Dampfmaschinen, Ziegeleimaschinen etc.“,[4] doch auch Transmissionen sowie Aufzugsanlagen Teil der Produktpalette.[1]

Nach dem Ausscheiden beziehungsweise dem Tod von Knölke und Sander trat der Sohn des Firmengründers, Alfred Hävemeyer (* 9. Juli 1876 in Hannover; † 29. März 1952 ebenda), in das Unternehmen ein.[1] Dieser weigerte sich während des Ersten Weltkrieges, Granaten und andere Kriegsmaterialien herzustellen.[4]

Zur Zeit der Weimarer Republik richtete die Firma 1928 eine Werkstatt für Elektromechanik ein.[1]

Auch zur Zeit des Nationalsozialismus und sogar mitten im nunmehr Zweiten Weltkrieg baute Hävemeier & Sander Fahrstuhlanlagen[5] doch während der Luftangriffe auf Hannover wurde die Fabrik dann durch Fliegerbomben der Alliierten teilweise zerstört.[1]

Nach der Wiederherstellung der Betriebseinrichtungen lieferte Hävemeyer & Sander zunehmend in andere Länder Europas, jedoch auch in den Vorderen Orient, nach Südamerika und bis nach Südostasien. Parallel begann das Unternehmen seine Spezialisierung auf den Fahrstuhlbau.[1] Um 1954 beschäftigte Hävemeyer & Sander mehr als 300 Menschen.[2]

Im Jahr 1973 feierte das Unternehmen, das mit seinen rund 500 Beschäftigten an der Spitze der deutschen Fahrstuhlbauer stand, sein 100-jähriges Gründungsjubiläum – und wurde noch im selben Jahr an die von Finnland aus weltweit operierende, seinerzeitige Kone GmbH, Aufzüge und Rolltreppen, Tür- und Torservice verkauft. Diese verlegte den Betrieb mit Hauptverwaltung und Produktion in die Südfeldstraße am Lindener Hafen, die „Niederlassung Hannover“ sowie das Verkaufsbüro und die Störungszentrale jedoch nach Ahlem.[1]

Nach einer Umstrukturierung und Auslagerung der Produktion verlegte Kone die Hauptverwaltung für Deutschland sowie die Störungsstelle schließlich an die Vahrenwalder Straße[1] 317.[6]

Die alten Industriegebäude von Hävemeyer & Sander an der Schaufelder Straße wurden nach der Jahrtausendwende im Zuge der Sanierung der Nordstadt unter teilweiser Wahrung der historischen Bausubstanz umgebaut und zum Werkhof etwa mit der „Hävemeier & Sander Halle“ umgebaut sowie mit Umnutzungen beispielsweise als Hotel, Foyer und als Tagungsräume.[7]

Literatur

  • R. Hartmann: Geschichte Hannovers von den ältesten Zeiten bis in die Gegenwart. Mit besonderer Rücksichtnahme auf die Entwicklung der Residenzstadt Hannover. 2 Bände, 2. sehr erweiterte Auflage, Ernst Kniep, Hannover 1886, S. 1160
  • Gerda Valentin: 25-jähriges Jubiläum des Werkhofs, mit einem Archivfoto auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 27. Juni 2013; online
Schild im Aufzug eines Wohnhauses in Aveiro, Portugal, 2025
Schild im Aufzug eines Wohnhauses in Aveiro, Portugal, 2025
Commons: Hävemeier & Sander – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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