Hügel-Meier

Art der Gattung Meier (Asperula) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Hügel-Meier (Asperula cynanchica),[1] auch Hügel-Meister[2] oder Bräunewurzel[3] genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Meier (Asperula) innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Seit 2020 wird die Art auch in eine eigene Gattung Cynanchica P.Caputo & Del Guacchio gestellt.

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Hügel-Meier

Hügel-Meier (Asperula cynanchica)

Systematik
Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae
Untertribus: Rubiinae
Gattung: Meier (Asperula)
Sektion: Cynanchicae
Art: Hügel-Meier
Wissenschaftlicher Name
Asperula cynanchica
L.
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Beschreibung

Blütenstand und vierzählige Blüten
Hügel-Meier von der Schwäbischen Alb bei Tuttlingen
Die Kronblätter sowie die Früchte sind außen deutlich papillös (spitz-höckerig bzw. warzig)

Vegetative Merkmale

Der Hügel-Meier ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 25, selten bis zu 50 Zentimetern.[1] Der Hügel-Meier wächst lockerrasig. Die Stängel sind biegsam. Die Blätter stehen zu maximal viert in Quirlen. Die Blattspreite ist schmal-linealisch. Die unteren Stängelblätter sind zur Blütezeit vertrocknet. Die Stängelblätter im mittleren und oberen Bereich sind kürzer als die Internodien.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die Deckblätter besitzen eine Stachelspitze[1] und überragen den Fruchtknoten nicht oder kaum. Die zwittrigen Blüten sind meist vierzählig. Die Blütenkrone ist hellrosafarben oder weiß und die Außenseite ist raukörnig.[1] Die meist vier 3 bis 7 Millimeter langen Kronblätter sind verwachsen und die Kronröhre ist ein- bis zweimal so lang wie die Kronzipfel.[1]

Die Teilfrüchte sind trocken, tragen keine hakigen Haare und sind deutlich warzig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20, seltener 40.[4]

Ökologie

Der Hügel-Meier ist ein skleromorpher Hemikryptophyt.[1] Es liegt ein reich verzweigtes Wurzelwerk vor, das eine vegetative Vermehrung als Wurzelkriecher ermöglicht.[5]

Die Fremdbestäubung erfolgt durch Insekten, wie beispielsweise Zweiflügler, Schmetterlinge und Käfer (Entomophilie). Außerdem ist spontane Selbstbestäubung möglich. Diasporen sind die Teilfrüchte und es erfolgt Ameisen- oder durch Verdauungsausbreitung.[5]

Verbreitung, Standorte und Gefährdung

Das Arteal des Hügel.Meiers reicht von Europa bis zum Kaukasusraum. Er ist in Europa außer im Norden weit verbreitet.[6] Er kommt in Mitteleuropa im Süden häufig bis zerstreut vor, im Norden seltener. Die nördliche Verbreitungsgrenze im Mitteleuropa verläuft im Bereich südliche NiederlandeAhrtalSüntelBraunschweig – Süd-Mecklenburg-VorpommernBrandenburg. Er kommt in allen österreichischen Bundesländern häufig bis selten vor und gilt im niederösterreichischen Waldviertel, dem oberösterreichischen Mühlviertel und dem nördlichen Vorarlberg als gefährdet[7]. In der Schweiz ist er verbreitet bei zerstreut.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w+ (mäßig trocken aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[8]

Der Hügel-Meier wächst in Kalkmagerrasen, an Böschungen, auf Sandfluren, in Trockengebüschsäumen, an Waldrändern und in Kiefern-Trockenwäldern. Er kommt vorwiegend über trockenen, kalkreichen Böden in der collinen bis subalpinen Höhenstufe vor und steigt bis 1800 m Seehöhe. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Festuco-Brometea, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Erico-Pinion oder Molinion vor.[4]

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Asperula cynanchica erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 104. Das Epitheton "cynanchica" hat er von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen. Synonyme für Asperula cynanchica L. sind: Galium cynanchicum (L.) Scop., Asperula collina Salisb. nom. superfl., Asperula arenicola Reut., Asperula capillacea (Lange) Rouy, Asperula papillosa Lange, Asperula semiamicta Klokov, Asperula tenuiflora Jord., Asperula trabutii Sennen, Asperula cynanchica L. var. cynanchica.[6][9]

Asperula cynanchica ist sehr formenreich. Man kann folgende Unterarten unterscheiden:[9]

  • Asperula cynanchica subsp. condensata (Heldr. ex Boiss.) Ehrend. & Krendl
  • Asperula cynanchica L. subsp. cynanchica (Syn.: Cynanchica pyrenaica subsp. cynanchica (L.) P.Caputo & Del Guacchio): Sie kommt von Europa bis zum Kaukasus vor.[9]
  • Asperula cynanchica subsp. occidentalis (Rouy) Stace (Syn.: Asperula occidentalis Rouy, Cynanchica pyrenaica subsp. occidentalis (Rouy) P.Caputo & Del Guacchio): Sie kommt im nördlichen Spanien, im südwestlichen Frankreich, in Irland und im südwestlichen Großbritannien vor.[9][6]
  • Asperula cynanchica subsp. pyrenaica (L.) Nyman (Syn.: Asperula pyrenaica L., Asperula tinctoria var. adhaerens Gren., Cynanchica pyrenaica (L.) P.Caputo & Del Guacchio): Sie kommt von den französischen und spanischen Pyrenäen bis zur Sierra de Aralar im nordöstlichen Spanien vor.[9]

Von einigen Autoren wurden auch zwei Varietäten unterschieden:

  • Asperula cynanchica L. var. cynanchica mit rosafarbenen Blüten und einer bis zu 2,5 Millimeter langen Blütenkronröhre.
  • Asperula cynanchica var. arenicola (Reut.) Gremli mit häufig weißen Blüten und einer über 2,5 Millimeter langen Kronröhre.

Quellen

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