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Hōkūleʻa

Forschung-Segelboot aus Hawaii From Wikipedia, the free encyclopedia

Hōkūleʻa[1][2] ist ein funktionsgleicher und leistungsgetreuer Nachbau einer waʻa kaulua,[3][4] eines zwei-rümpfigen polynesischen Reise-Kanus.[5][6] Diese Boote aus Holz wurden traditionell im Alten Hawaii verwendet. Die Hōkūleʻa ist jedoch aus Sperrholz und glasfaserverstärktem Kunststoff gebaut.[7] Die Hōkūle‘a misst 18,7 m in der Länge und 4,7 m in der Breite am Schiffsmast; sie verdrängt leer 7,26 t und kann weitere 4.990 kg tragen, sowie eine Mannschaft aus 12 bis 16 Mitgliedern. Voll beladen erreicht sie mit 50 m² Segelfläche,[8] Geschwindigkeiten von 4–6 kn (7-10 km/h)[7] und in Passat-Winden bis 15–25 kn (27–46 km/h).[9] Die beiden Holzmasten wurden von LeVan Keola Sequeira gefertigt.[10] Sie sind entweder mit einem Krabbenklauen- oder einem Marconi-Takel mit einem kleinen Vorsegel ausgestattet. Gesteuert wird mit einem langen Paddel. Es gibt keinen Hilfsmotor. Ein Begleitschiff schleppt sie bei Bedarf in den Hafen.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Hōkūleʻa
Hōkūleʻa im Ōshimakanal, Präfektur Yamaguchi, Japan
Hōkūleʻa im Ōshimakanal, Präfektur Yamaguchi, Japan
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Schiffstyp Forschungsschiff
Klasse waʻa kaulua
Heimathafen Honolulu Harbor, Hawaii
Stapellauf 8. Mai 1975
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 18,7 m (Lüa)
Breite 4,72 m
Verdrängung 7,26 t
Vermessung 4,32 BRZ
 
Besatzung 16
Maschinenanlage
Takelung und Rigg
Takelung waʻa kaulua, Krebsscherensegel, Hochtakelung
Anzahl Masten 2
Anzahl Segel 2
Segelfläche 50,2 m²
Geschwindigkeit
unter Segeln
max. 25 kn (46 km/h)
Sonstiges
Schließen
Heck des Backbordrumpfes und mittleres Steuerruder

Name

Ihr Name bedeutet „Stern der Fröhlichkeit“ (star of gladness) in der hawaiischen Sprache, was sich auf Arktur bezieht,[11] einen Leitstern am Zenit für hawaiische Segler.[7] Arktur steht genau über Hawaiis Breitengrad und hilft Seeleuten, die Insel zu finden.

Konstruktion und Zweck

Hōkūleʻa wurde am 8. März 1975[7] von der Polynesian Voyaging Society zu Wasser gelassen und ist vor allem für ihre Reise von Hawaii nach Tahiti im Jahr 1976 bekannt, die ausschließlich mit traditionellen Navigationstechniken durchgeführt wurde.[12][13] Hauptziel der Reise war die Erforschung der anthropologischen Theorie des asiatischen Ursprungs der einheimischen ozeanischen Völker (insbesondere der Polynesier und Hawaiier) als Ergebnis gezielter Fahrten durch den Pazifik, im Gegensatz zum passiven Treibenlassen mit den Strömungen oder der Seereise von Amerika aus.[14][15] DNA-Analysen stützen diese Theorie.[16] Ein weiteres Projektziel war, dass das Kanu und die Reise „als Mittel zur kulturellen Wiederbelebung der Hawaiier und anderer Polynesier dienen sollten“.[17]

Die Beschreibung des Bootes „Hōkūleʻa“ ist nur ein Teil ihrer Geschichte, da es ohne Instrumente navigiert wird. Doch 1975 kannte kein Hawaiier mehr diese alten Techniken der Seefahrt.[18] Um die Reise zu ermöglichen, rekrutierte die Polynesian Voyaging Society den Satawalisischen Meisternavigator Mau Piailug von der Weriyeng-Schule auf den Karolinen der Föderierten Staaten von Mikronesien, um sein Wissen über die Navigation ohne Instrumente weiterzugeben. Bis Mitte der 1970er Jahre nutzten noch bis zu sechs mikronesische Navigatoren diese traditionellen Methoden,[19] Nur Mau war bereit, sein Wissen mit den Polynesiern zu teilen.

Zwischen der Reise von 1976 und 2009 unternahm die Hōkūleʻa neun weitere Reisen nach Mikronesien, Polynesien, Japan, Kanada und auf das amerikanische Festland. Dabei nutzte sie stets die alten Techniken der Himmelsnavigation. Am 19. Januar 2007 verließ die Hōkūleʻa mit dem Auslegerkanu Alingano Maisu Hawaii zu einer Reise durch Mikronesien und Häfen im südlichen Japan.[20]

Wenn die Hōkūleʻa nicht auf Reisen ist, ist sie vor Anker am Marine Education Training Center (METC) des Honolulu Community College in Honolulu Harbor.

Galerie

Literatur

Notes

Derek Ferrar: In the Land of the Western Sun. In: Hana Hou! Vol. 10 No. 5 (Article includes a travel diary from May 14 in Fukuoka through May 25 in Hiroshima). 2007; (englisch): „After the new canoe was presented to Mau in March, Hōkūleʻa continued on a second mission, dubbed "Kū Holo Lā Komohana" (Sail on to the Western Sun), crossing 1,200 miles from the Micronesian island of Yap to Okinawa and then hopscotching through the islands of southern Japan to Yokohama. The journey was conceived to honor the cultural ties between Japan and Hawaiʻi, which began with the visit of King Kalākaua to the Emperor Meiji in 1881 and were strengthened by the subsequent emigration of thousands of Japanese contract laborers to the Islands’ sugar plantations, many of whom remained in Hawaiʻi, forever weaving their heritage into the fabric of Island life.“ dt.: Nachdem Mau im März das neue Kanu überreicht worden war, setzte Hōkūleʻa seine zweite Mission fort, die den Namen „Kū Holo Lā Komohana“ (Segelt weiter zur westlichen Sonne) trug. Die Reise führte über 1.200 Meilen von der mikronesischen Insel Yap nach Okinawa und dann kreuz und quer durch die Inseln Südjapans nach Yokohama. Ziel der Reise war es, die kulturellen Verbindungen zwischen Japan und Hawaii zu würdigen, die mit dem Besuch von König Kalākaua bei Kaiser Meiji im Jahr 1881 begannen und durch die anschließende Auswanderung Tausender japanischer Vertragsarbeiter auf die Zuckerrohrplantagen der Inseln gestärkt wurden. Viele von ihnen blieben auf Hawaii und verankerten ihr Erbe für immer im Leben der Inselbewohner.

Einzelnachweise

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