Hagenbecks Völkerschau der „Bella Coola“ 1885/86
Völkerschau
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hagenbecks Völkerschau der „Bella Coola“ 1885/86 (auch „Bella Coola-Indianer“) war eine Völkerschau, bei der neun Männer der zu den kanadischen First Nations zählenden Nuxalk (damals als Bella Coola bezeichnet) von September 1885 bis Juli 1886 in über 20 Städten des Deutschen Reiches zur Schau gestellt wurden.

Veranstalter der Schau war Carl Hagenbeck (1844–1913) aus Hamburg, der seit 1875 mit seinen „Völkerausstellungen“ für Aufmerksamkeit sorgte und hunderttausende zahlende Besucher anlockte. Sein Agent Johan Adrian Jacobsen rekrutierte die Gruppe im Frühjahr 1885 auf seiner Reise nach British Columbia und begleitete sie während der zehn Monate dauernden Tournee. Entgegen der Erwartungen Hagenbecks und Jacobsens zog ihre erste Völkerschau nordamerikanischer „Indianer“ jedoch nur relativ wenige Besucher an. Offenbar entsprachen die Nuxalk nicht der gängigen „Indianer“-Vorstellung des Publikums.
„Indianer“-Völkerschauen
Unter den zahlreichen Völkerschauen gab es vergleichsweise wenige von Indigenen aus Amerika, darunter drei aus Südamerika (die Patagonier 1879, die „Feuerländer“ 1881/82 und die Araukaner 1883/84), drei „Eskimo“-Völkerschauen (Inuit aus Grönland 1878/79, aus Labrador 1880/81 und im Rahmen der Berliner Gewerbeausstellung 1896) sowie einige Schauen nordamerikanischer „Indianer“. Die erste Gruppe aus Nordamerika waren 1879 die kanadischen „Irokesen-Indianer“ (Impresario Carl Reiche), 1882/83 folgten die „Chippewa-Indianer“ (Impresario Hugo Schött). „Bella Coola“ war Hagenbecks erste „Indianer“-Völkerschau – und die einzige überhaupt, bei der eine Gruppe der First Nations der kanadischen Pazifikküste angeworben wurde.[1.2] Zeitgleich fand eine erste Völkerschau von Sioux (die „Sitting Bull Sioux-Indianer“ von Frank Harvey) statt, die mit weit größerem Erfolg durch Deutschland tourte.[1.3] Die Sioux entsprachen offenbar weit mehr den typischen Vorstellungen des Publikums vom „Prärie-Indianer“. Spätere Völkerschauen knüpften an dieses Klischee an. Gut besucht waren beispielsweise die Europa-Tourneen von Buffalo Bill’s Wild West (1890/91 und 1906), die Sioux-Aufführungen des Circus Sarrasani oder Hagenbecks Sioux-Völkerschau 1910 im Tierpark Hagenbeck (mit 1,1 Mio. Besuchern eine der kommerziell erfolgreichsten Schauen Hagenbecks).[1.4]
Vorgeschichte
Gescheiterte Anwerbung der Quatsino 1882
Der langjährige Agent Hagenbecks Johan Adrian Jacobsen entwickelte die Idee für eine „Indianer“-Völkerschau, als er zwischen Juli 1881 und 1883 in Alaska und im kanadischen British Columbia über 6.000 ethnografische Objekte für das Berliner Königliche Museum für Völkerkunde sammelte. Carl Hagenbeck unterstützte Jacobsens Idee ausdrücklich und bat den Direktor des Völkerkunde-Museums Adolf Bastian um eine vorübergehende Freistellung Jacobsens, der dieser Bitte nachkam und zudem die Unterstützung der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte zusicherte.[2.1]
Der von einem Ghostwriter anhand Jacobsens Tagebücher verfasste[1.5] und 1884 veröffentlichte Reisebericht gibt umfassend Auskunft über die folgenden Erlebnisse.[3] So hoffte Jacobsen eine Gruppe von Quatsino von Vancouver Island anwerben zu können, von deren Zurschaustellung Hagenbeck sich laut eines Briefes an Jacobsen vom 5. Januar 1882 wegen ihrer auffälligen „Langköpfe“ und ihrer Maskentänze ein „Riesengeschäft“ versprach.[2.1] Er reiste Anfang März 1882 zu deren Siedlungsgebieten in den Norden von Vancouver Island. Bei den Koskimo, einem der fünf Stämme der Quatsino, gelang es ihm zunächst, Chief Wacha sowie vier weitere Personen von einer Reise nach Europa zu überzeugen. Die Anwerbung geriet dennoch zu einem Debakel, weil die Gruppe aufgrund stürmischen Wetters über zwei Wochen in Fort Rupert ausharren musste und aus Angst vor einer strapaziösen Überfahrt zurück in ihr Heimatdorf floh.[4.1] Laut der Historikerin Hilke Thode Arora habe Jacobsen durch sein „unsensibles Verhalten“ zusätzlich dazu beigetragen, die fünf Koskimo gegen sich aufzubringen, weil er drei Schädel aus einem ihrer Gräber entwendete.[4.2]
Wenige Tage nach den Ereignissen in Fort Rupert erhielt Jacobsen einen Brief Hagenbecks, in dem dieser mitteilte, dass im Februar und März 1882 fünf Darsteller der „Feuerländer“-Völkerschau verstorben waren und er deshalb beschlossen habe, „nie wieder Menschen Ausstellungen zu arrangiren“.[5] So kehrte Jacobsen 1883 ohne Darsteller für eine Völkerschau aus Kanada zurück. Hagenbeck allerdings hielt sich nicht an den in seinem Brief geäußerten Vorsatz und setzte die Völkerschauen nur für wenige Monate aus.[4.3]
Anwerbung der Nuxalk 1885
1884 trat Johan Adrian Jacobsen erneut eine Reise im Auftrag von Adolf Bastian an – diesmal zunächst nach Russland, Korea und Japan, um dort weitere ethnografische Objekte zu erwerben.[4.4] Zu dieser Zeit bemühte sich Jacobsens Bruder Bernard Fillip, der sich 1884 in British Columbia niedergelassen hatte,[6] um die Anwerbung von Völkerschau-Darstellern, war damit aber erfolglos.[4.5]
Ende Mai 1885 kam Johan Adrian Jacobsen zurück nach British Columbia. Wie bereits 1882 scheiterten die Brüder auch diesmal beim Versuch, eine Gruppe von Quatsino von Vancouver Island anzuwerben.[4.6] Laut Wolfgang Haberland, der die Völkerschau der „Bella Coola“ in einem Aufsatz von 1980 umfassend beschrieben hat, gibt es drei widersprüchliche Erzählungen, wie es den Brüdern Jacobsen stattdessen gelang, neun Männer der Nuxalk von einer Völkerschau-Tournee in Europa zu überzeugen. Entweder seien die Brüder in das Dorf Bella Coola gereist und hätten die Gruppe dort kennengelernt oder sie hätten die neun Männer auf der Schiffsreise nach Victoria getroffen oder die Begegnung habe erst in Victoria selbst stattgefunden. Die Nuxalk-Männer seien auf der Durchreise in die USA gewesen, um dort als Erntehelfer zu arbeiten.[1.6] Jacobsen äußerte sich etwas unzufrieden über die Zusammensetzung der Gruppe:
„Wir musten dann waiter nach Norden, bei den Bella-Coola Indianern versuchen. Hier gelang es uns 9 Indianer in den besten Jahren für ein Jahr zu engagiren, aber keine Frauen und keine Kinder, könnten wir zum mitfahren bewegen, was, für eine ‚Schow‘ in Europa doch: so wesentlich ist, denn das Publicum will doch sogern das Familienleben bei den sogenannten Wilde völker sehen.“[7]

Am 25. Juli 1885 jedenfalls unterzeichneten die Nuxalk den Anwerbevertrag, der unter anderem festlegte, dass die neun Männer „sich an solchen Orten, die der besagte John Adrian Jacobsen bestimmen mag, und zwischen acht und zwölf Uhr vormittags sowie halb zwei und sechs Uhr nachmittags, einschließlich der Sonntage, nach bestem Können und Vermögen vor der Öffentlichkeit mit der Vorführung indianischer Spiele und Kurzweil, mit dem Gebrauch von Pfeil und Bogen, mit Singen, Tanzen, Sprechen und anderen Dingen, die die Gewohnheiten, Weisen und Sitten der Indianer zeigen, sehen“ lassen.[4.7] Außerdem musste Jacobsen bei den kanadischen Behörden eine Kaution von $ 1.000 (nach heutiger Kaufkraft über $ 30.000) hinterlegen[1.6] und zusichern, die Gruppe nach einem Jahr wieder zurück nach British Columbia zu bringen.[8.1] Die Jacobsens brachten zudem etwa 1.500 ethnografische Gegenstände mit nach Europa.[2.2]
Die Männer reisten Ende Juli mit dem Schiff nach Portland, von dort weiter mit dem Zug nach New York City, wo sie am 5. August Richtung Europa in See stachen.[1.7] Sie erreichten Bremen am 15. August[8.2] und trafen einen Tag später in Hamburg ein.[9]
Gruppe der Nuxalk
Die Nuxalk sind eine Gemeinschaft der zahlreichen Salish sprechenden First Nations in den Fjorden British Columbias, die an den Ufern des Bella Coola River nahe der heutigen Siedlung Bella Coola lebten.
- „Bella Coola“ – Porträts Teil 1 (Fotos aus Hamburg, 1885)
- Ya Coutlas, Anführer der Gruppe[1.7]
- Pooh-Pooh[1.8]
- Pooh-Pooh[1.8]
- Kah-che-lis[1.9]
Auf dem Vertrag vom Juli 1885 sind die indianischen Namen der neun zwischen 20 und 30 Jahre alten Männer angegeben: Ya Coutlas, Ick-lehoneh, Kah-che-lis, Ham-chick, Huck-mulshe, Isk-ka-lustra, Quo-noh, Elk-qut und Pooh-Pooh.[1.7] Ya Coutlas, mit englischem Namen Tom Henry, galt als Anführer der Gruppe. Bei den übrigen Männern ist die Zuordnung der indianischen zu ihren englischsprachigen Namen nicht mehr eindeutig nachvollziehbar.[1.10] Einige der Männer sprachen Englisch oder Chinook, die damals geläufige Handelssprache in British Columbia.[10.1]
Verlauf der Völkerschau
Stationen

Nach einem gut dreiwöchigen Aufenthalt in Hamburg, während dessen unter anderem das Programm der Schau eingeübt und Holzfiguren geschnitzt wurden, begann die Völkerschau am 11. September 1885 im Zoologischen Garten Leipzig.[12] Die weitere Tournee führte mit jeweils kurzer Vorplanung durch 21 weitere große und kleinere Städte: 15. Oktober – 2. November 1885: Dresden, Zoologischer Garten ⋅ 3. November – 10. November 1885: Chemnitz, Mosella-Saal ⋅ 10. November – 16. November 1885: Zwickau, Zum Goldenen Becher ⋅ 17. November – 25. November 1885: Halle, Salon zum Rosenthal ⋅ 27. November – 29. November 1885: Eisleben, Mansfelder Hof ⋅ 30. November – 2. Dezember 1885: Sangerhausen, Schweizerhütte ⋅ 3. Dezember – 6. Dezember 1885: Nordhausen, Zum goldenen Schiff ⋅ 9. Dezember – 11. Dezember 1885: Langensalza, Schützenhaus ⋅ 12. Dezember – 16. Dezember 1885: Mühlhausen, Weymars Festhalle ⋅ 17. Dezember – 21. Dezember 1885: Gotha, Thüringer Hof ⋅ 25. Dezember – 2. Januar 1886: Erfurt, Kaisersäle ⋅ 3. Januar – 6. Januar 1886: Weimar, Stadthaus am Markt ⋅ 7. Januar – 10. Januar 1886: Apolda, Hotel zur Weintraube ⋅ 12. Januar – 17. Januar 1886: Naumburg, Reichskrone (Stadttheater) ⋅ 19. Januar – 7. Februar 1886: Berlin, Kroll’sches Etablissement ⋅ 11. Februar – 27. Februar 1886: Breslau, Zoologischer Garten ⋅ 1. März – 1. Mai 1886: Berlin, Castans Panoptikum ⋅ 8. Mai – 23. Mai 1886: Hamburg, Tierpark Hagenbeck am Neuen Pferdemarkt ⋅ 5. Juni – 21. Juni 1886: Köln, Castans Panoptikum ⋅ 21. Juni – 1. Juli 1886: Aachen, Restaurant Bavaria ⋅ 2. Juli – 12. Juli 1886: Elberfeld, Sommertheater Johannisberg ⋅ 13. Juli – 19. Juli 1886: Krefeld, Thiergarten.[1.14]
Nach zehn Monaten brach Hagenbeck die Tournee aufgrund des finanziellen Misserfolgs ab. Am 21. Juli 1886 trat die Gruppe von Bremerhaven in Begleitung von Bernard Fillip Jacobsen die Heimreise an und erreichte Victoria am 16. August 1886.[1.15] Waren die Männer zu Beginn der Tournee „noch mit Feuereifer am Werk“, wirkten sie bei den Auftritten im Frühjahr und Sommer 1896 äußerst erschöpft und demotiviert.[1.16] Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Männer der Gruppe gesundheitliche Einschränkungen durch die Teilnahme an der Völkerschau erlitten hätten.[8.3]
Arbeitsbedingungen und Entlohnung
Die Darsteller mussten laut Vertrag sieben Tage die Woche 8½ Stunden, in der Kroll-Oper in Berlin bis zu zehn und in Elberfeld bis zu zwölf Stunden auf der Bühne stehen. Die Bezahlung der Männer betrug $ 20 pro Monat, Ya Coutlas erhielt als Dolmetscher eine zusätzliche Pauschale von $ 250. Durch den Verkauf von Schnitzereien verdienten sich die Männer noch Geld hinzu.[1.16]
Inszenierung und Wahrnehmung
Programm
Die „Bella Coola“ galten als „Naturvolk“ und als ein „im Aussterben begriffener Indianerstamm“ und wurden entsprechend vermarktet.[13.1] Die Historikerin Britta Lange beschreibt den „Zauber der Bella-Coola-Schau“ als „Verkörperung des Exotischen und zugleich des Archaischen“, das beispielsweise in „Annahmen über ‚barbarische‘ Bräuche wie Kannibalismus, Kindstötungen und Menschenopfer, die Ausübung von bedrohlichem Aberglauben, schwarzer Magie und Teufelskulten“ Ausdruck finde.[13.2]
- „Bella Coola“ – Gruppenfotos 1
- „Maskentanz der Hamatsa-Zeremonie“[1.17]
- „Aufführung des Potlash“[1.18]
- Gruppenfoto, Breslau am 17. Februar 1886[14]
Laut der bei den Aufführungen verkaufen Broschüren setzte sich das Programm anfänglich aus neun Teilen zusammen und wurde später um einige Punkte erweitert.[1.19] Es bestand überwiegend aus einer Vielzahl zeremonieller Tänze,[13.3] daneben auch aus musikalischen Vorführungen oder dem Schießen mit Pfeil und Bogen. Aufsehen sollte die in der Werbung groß angekündigte „freiwillige Verbrennung eines Schamanen“ erregen[2.3], über die beispielsweise die Sächsische Dorfzeitung im Oktober 1885 berichtete:
„In feierlichem Ceremoniel umschritten die Indianer, den Schamanen an der Spitze, unter Gebeten und kurzen Tänzen wiederholt einen zum Zwecke ihrer Aufführung errichteten Scheiterhaufen, durch dessen Flammen der Schamane selbst mehrere Male hindurchlief, ohne daß er sich dabei verletzte. Nunmehr stieg er in eine von zweien seiner Genossen herbeigeholte, mit Petroleum übergossene Holzkiste und ertheilte, in derselben stehend, seinen um ihn herumknienden Genossen noch scheinbar den Segen. Sodann legte er sich in der sargähnlichen Kiste, welche mittelst einer übergespannten Leinwand geschlossen wurde, der Länge nach nieder. Drei der Genossen vernagelten nun die Kiste und vier andere trugen dieselbe zum hellauflodernden Holzstoße. Wenige Sekunden höchster Spannung und die Kiste stand mitten auf dem Scheiterhaufen, selbst in hellen Flammen aufgehend. Im Momente, als die Kiste brennend in sich zusammenbrach, hörte man fernab im Garten plötzlich den Ruf des scheinbar geopferten Schamanen, der auch alsbald mitten unter den Anwesenden erschien und von seinen Genossen feierlich eingeholt wurde.“[15]
Der Trick beschäftigte seinerzeit auch den Salonmagier Carl Willmann: „Dieses Gaukelspiel wurde mit anerkennenswertem Scharfsinn in Szene gesetzt. Der Schamane verschwand durch eine an der Seite des Kastens angebrachte Fallklappe, welche mit der Mündung eines sinnreich verdeckten unterirdischen Ganges zusammenhing“.[13.4] Außerdem führten die Männer verschiedene Spiele, Sportarten wie den Schneeschuhlauf sowie ihre Fertigkeiten in der Schnitzkunst vor.[8.4]
Kleidung
Über die Kleidung der Bella Coola berichteten die Dresdner Nachrichten im Oktober 1885:
„Die Erscheinung der Bella Coola’s ist die denkbar bunteste. Rothe, gelbe und braune Mäntel umhüllen die Gestalten, grell bemalte Hüte decken ihre tiefschwarzen struppigen Haare und an den Beinen wie den Gürteln glänzen perlengestickte und mit Metallplättchen und Stiften verbrämte Stoffe. Leder, Wolle u. dergl. Die Leute sind durchweg mittelgroß, breitschulterig, haben starke Brust und muskulöse Arme. Ihre Hautfarbe spielt ins Dunkelgelbliche, man kann also den allgemeinen Namen für die Indianer ‚Rothhäute‘ hier nicht anwenden.“[16]
- „Bella Coola“ – Gruppenfotos 2
- „Noalok-Tanz“[1.20]
- Gruppe vor dem „Häuptlings-Tanz“[1.21]
- Gruppe vor dem „Nutlomatla-Tanz“[1.22]
Die Nuxalk trugen allerdings nicht ihre eigene traditionelle Kleidung, sondern Kostüme, die Jacobsen Anfang Juni auf einer Reise nach Vancouver für sie auswählte und einkaufte. Auch die bei den Auftritten gezeigten Holzmasken stammten nicht alle von den „Bella Coola“ selbst, sondern waren vielmehr „ein Mischmasch aus den verschiedensten Gruppen der Nordwestküste“.[1.23]
Während der Tournee kauften sich die neun Männer von ihren Einnahmen hochwertige europäische Kleidung, die sie nach den Schauen anzogen.[8.2]
Zeitgenössische Rezeption
Kommerzieller Misserfolg
Das Interesse des Publikums an der Völkerschau war überwiegend gering und die Schau ein kommerzieller Misserfolg. Jacobsen beklagte sich in seinen Briefen an Hagenbeck vielfach über die fehlende Aufmerksamkeit der Presse und die infolgedessen geringen Einnahmen der Völkerschau.[1.24] An einzelnen Orten, beispielsweise in Köln, waren die Einnahmen zwar zufriedenstellend, aber im „grossen und ganzen Verhielt sich das Publicum im algemeinen sehr kühl unsere Darbietungen gegenüber. Nur die Gelehrten fand das dieses das grossartigsten war was auf diesem Gebiet jemals gezeigt worden war“.[17] Das geringe Publikumsinteresse lag offenbar auch an der zur gleichen Zeit tourenden „Sitting Bull Sioux-Indianer“-Völkerschau (allerdings ohne Sitting Bull) von Frank Harvey, die als Western-Show inszeniert wurde und so das Interesse des Publikums auf sich zog.[10.2] Carl Hagenbeck, der am Ende die Gagen nur mit Mühe auszahlen konnte,[4.8] setzte ab 1887 die Völkerschauen für einige Jahre weitgehend aus.[13.5]
Kritik an der Völkerschau: „Falsche Indianer“
In zeitgenössischen Zeitungsberichten wurde vielfach behauptet, dass die „Bella Coola“ gar nicht wie „Indianer“ aussähen. Sie wurden häufig mit Polynesiern oder Japanern verglichen.[1.25] In einigen Zeitungsartikeln wurde die Echtheit der „Bella Coola“ sogar offen angezweifelt.[1.25] So kommentierte der Berliner Börsen-Courier am 20. Januar 1896: „Nun, es sind nicht jene stolzen, rothhäutigen Gestalten mit kühn gebogener Adlernase, pechschwarzen, glänzenden Haarbüscheln und bunten Federn, von denen die in Cooper und ‚Lederstrumpf‘ schwelgende Schuljugend träumt.“[18] Und ein Journalist des Kölner Sonntag-Anzeigers schrieb im Juni 1886: „Doch ich habe es mit den Coolas zu thun, und da muß ich offen gestehen, daß der Eindruck, welchen sie machen, gerade nicht überwältigend ist; jedenfalls lasse man, wenn man nicht allzu arg enttäuscht werden will, alle Vorstellungen von Indianern draußen, die man sich vielleicht nach Cooper gebildet hat“.[19] Die Humoristische Beilage der Breslauer Gerichtszeitung spottete im Februar 1886:
„Mit Nächstem beabsichtige ich meine aus neun Köpfen bestehende, von dem Häuptling Schwin-Del angeführte Indianerfamilie in ihren hervorragenden Leistungen dem kunstsinnigen Breslauer Publikum vorzuführen. Die Truppe besitzt zwei Solotänzer, die berühmte auf dem Kriegspfad wandelnde, etwas verblaßte Rothhaut Hum-Bug und den Oberskalpirmeister und emeritirten Menschenufresser Duf-Ti-Kus […].“[1.26]
Jedenfalls entsprachen die Nuxalk nicht den „Indianer“-Vorstellungen des Publikums und galten laut Wolfgang Haberland in der Öffentlichkeit als „falsche Indianer“.[1.2]
Positive Berichterstattung
Abgesehen von der genannten Kritik hat die Presse aber überwiegend positiv über die „Bella Coola“ berichtet. Die Zeitungsartikel seien, so Wolfgang Haberland, „im allgemeinen freundlich und interessiert, bemerkenswert fair […] und weitgehend frei von Diskriminierungen“ verfasst worden.[1.27] Laut der Ethnologin Viola König seien die Nuxalk „allerorten mit Respekt behandelt“ worden.[8.4] Dies bringt beispielsweise ein am 11. Oktober 1885 im Leipziger Tages-Anzeiger veröffentlichter Bericht von Maria Cronau, der Frau des Zeichners Rudolf Cronau, zum Ausdruck:
„Ich hatte sie zum Abendessen eingeladen und erschienen dieselben pünktlich zur angegebenen Zeit, freudestrahlenden Gesichts. Sie benahmen sich bei Tisch höchst anständig und ließen sich das Essen vortrefflich munden. Nebenbei gesagt können sie ungewöhnlich viel essen und können Sie sich einen ungefähren Begriff davon machen, wenn ich Ihnen sage, daß allein an Obst 6 Metzen vertilgt worden sind. […] Erst in der Abendstunde verließen uns diese seltenen Gäste, nachdem sie sich bedankt und uns gebeten hatten, sie später in ihrer Heimath zu besuchen, damit sie uns ihre Gastfreundschaft erweisen könnten. Daraus werden Sie ersehen können, daß die ‚Wilden‘ auch gemüthlich sein können und sich in unsere Sitten und Gebräuche schon vollständig eingelebt haben.“[1.28]
Kontakte zum Publikum

Die Männer der Nuxalk hatten Beziehungen zu „deutschen Verehrerinnen“. Ya Coutlas soll ein Heiratsangebot einer Frau aus höherer Gesellschaft bekommen haben. Und ein Foto zeigt Isk-ka-lustra zusammen mit seiner deutschen Freundin. Wolfgang Haberland schreibt, dass noch die Nachfahren der Völkerschau-Darsteller immer wieder von den „deutschen Freundinnen“ berichteten.[1.30]
Wissenschaft
Anders als beim zahlenden Publikum erregte die „Bella Coola“-Völkerschau bei mehreren Wissenschaftlern außerordentliches Interesse. Der Anthropologe und Sprachwissenschaftler Franz Boas verfasste im Januar 1886 einen langen Artikel im Berliner Tageblatt, in dem er die „Bella Coola“ von anderen Völkerschauen positiv abzugrenzen versuchte:
„Seit längerer Zeit ist es Mode geworden, Vertreter fremder Völkerstämme nach Europa zu bringen, um uns, soweit es möglich ist, ihr Leben und Treiben vor Augen zu führen. Wohl mag dem Menschenfreunde ein Bedenken an der Zulässigkeit solcher Schaustellungen aufsteigen, wenn er den armseligen Australier oder den kräftigen Eskimo unter dem Einflusse des fremden Klimas dahinsiechen sieht – wenn einige Individuen mehr ihres auffallenden Körperbaues wegen angestaunt werden, als dem Beschauer eine lebhafte Vorstellung von den Gebräuchen und dem Treiben des Volkes erwecken. Ganz anders regen da Gestalten, wie die kräftigen Bella Coolas, an […]. Die Tänze, welche den wesentlichen Inhalt der Aufführungen bilden, sind nicht nur durch eine hervorragende Regelmäßigkeit der Figuren interessant, sondern auch durch die eigenthümliche Musik, welche ihnen zu Grunde liegt. […] In lange Mäntel gehüllt hüpfen die Tänzer der Reihe nach in den Reigen, wo sie durch den heulenden Gesang eines Führers in riesiger Menschenmaske geleitet werden. Manche der Masken sind mehr als vier Fuß lang.“[20]
Boas führte später eine Studie zur besonderen, „fast nur aus Gaumen- und Kehllauten bestehenden“[21] Sprache der „Bella Coola“ durch und stellte seine Ergebnisse am 20. März 1886 in einem Vortrag vor der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte (BGAEU) vor.[22] Anschließend reiste er selbst nach British Columbia, um eigene Studien vor Ort anzustellen,[23.1] und traf dort einige der Völkerschauteilnehmer wieder.[4.8] Rudolf Virchow äußerte sich in derselben Sitzung der BGAEU über das Aussehen der „Bella Coola“: „In der ersten Zeit konnte ich mich des Gedankens nicht erwehren, dass sie in einem näheren Verwandtschaftsverhältnis zu den Japanern stehen müssten“.[24]
Bereits am 18. November 1885 hatten die „Bella Coola“ in Halle eine Sondervorstellung am dortigen Institut für Erdkunde gegeben,[25] wo unter anderem der Musikforscher Carl Stumpf anwesend war. Stumpf zeigte sich ebenfalls sehr interessiert und veröffentlichte 1896 seine für die Musikethnologie wegweisende Studie über die „Lieder der Bellakula-Indianer“.[10.3]
Vermeintlicher Kannibalismus
In verschiedenen Berichten wurde den „Bella Coola“ Kannibalismus vorgeworfen. In seinem Artikel behauptet Franz Boas über die „Hametzen“ („Hamatsa“):
„Die Krone der Ausführungen ist ohne Zweifel der Hametzentanz. Nach Kapitän Jacobsens Berichten bilden die Hametzen eine heilige Kaste, welche ihre Würde durch Fasten und Selbstpeinigungen erwirbt. Solchen Kasteiungen, wie sie schrecklicher kaum gedacht werden können, wird auch der Jüngling unterworfen, ehe er in die Reihe der Krieger aufgenommen wird. Die Hametzen nun üben die furchtbare Sitte, mumifizirte Leichen wie auch Hunde zu essen, und Menschen, denen sie im Zustande der Raserei begegnen, zu beißen. Eine solche Verletzung gilt den Bella Coolas als ehrend und erwünscht.“[20]
Laut Hilke Thode-Arora sei dieser „Hamatsa“- oder „Kannibalentanz“ als besonders spektakulär angekündigt worden. Der Tanz stand im Zusammenhang mit der Aufnahme von jungen Männern in die Schmanengesellschaft. Dabei sei es vorgekommen, dass ein Novize „nach einem langen Aufenthalt in den Wäldern zuweilen Zuschauer biss und ihnen dabei manchmal sogar kleine Fleischstückchen aus dem Körper riss“.[26] Vergleichbares fand während der Völkerschau allerdings nicht statt. Bereits die zeitgenössische Presse stellte eindeutig klar: „Soviel uns indessen bekannt, ist Menschenfresserei bei diesen Indianerstämmen nie beobachtet worden“.[27] Etwas Aufsehen erregte allerdings ein Vorfall bei einem ohne Publikum durchgeführten „Wintertanz“ im Januar 1886 in Berlin, als der „Hamatsa“ Pooh-Pooh stürzte und Ya Coutlas ihn daraufhin mit dem Tod bedroht habe, was nur durch ein Eingreifen Jacobsens verhindert worden sei.[28]
Rezeption und Forschungsstand
Im Mai 1979 eröffnete im damaligen Hamburgischen Museum für Völkerkunde (heute MARKK – Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt) die vom Altamerikanisten und Ethnologen Wolfgang Haberland kuratierte Ausstellung „Donnervogel und Raubwal“. Haberland hatte in den Jahren zuvor Kontakt mit den Nachfahren der Völkerschau von 1885/86 aufgenommen. Er lud eine Gruppe von Kwakiutl ein, die im Rahmen der Ausstellung in ihren Kostümen auftraten und Tänze aufführten. Auch eine Gruppe von sieben Nuxalk, darunter auch Nachfahren von Ya Coutlas, besuchten die Ausstellung.[8.5] Haberland veröffentlichte 1988 außerdem den einschlägigen Aufsatz „Diese Indianer sind falsch“. Neun Bella Coola im Deutschen Reich 1885/86,[1] auf den sich alle nachfolgenden Veröffentlichungen im Wesentlichen beziehen.
Deutung
Laut der Ethnologin Viola König hat es sich bei der Tournee der Nuxalk „weniger um eine Völkerschau im klassischen Sinn, sondern eher eine Theatertournee nach heutigem Verständnis gehandelt“, weil die vertraglichen Bedingungen für die neun Darsteller günstig geregelt, die Unterbringung und Versorgung „tadellos“ und der „Umgang mit Partnern und Publikum […] auf Augenhöhe“ stattgefunden habe.[8.3]
Der amerikanische Historiker Nigel Rothfels urteilt, dass beim Publikum wissenschaftliche Genauigkeit keine Rolle spielte – und konkret bei den „Bella Coola“ die Zuschauer kein Interesse an schwer verständlichen, wenngleich wissenschaftlich interessanten Ritualen gehabt hätten.[23.2] Lothar Dittrich und Annelore Rieke-Müller ergänzen, dass wissenschaftlich bestätigte Authentizität für einen Publikumserfolg nicht ausreichend gewesen sei, sondern vielmehr auch ausschlaggebend war, „dass sie dem eigenen Bild von einer bestimmten Ethnie entsprach“.[29.1]
Der Historiker Eric Ames erklärt den Misserfolg der Schau damit, dass ihr jeglicher fiktionaler Bezugspunkt gefehlt habe, der den Erfolg anderer Western-Shows ausgemacht habe.[2.4] Auch in anderen Veröffentlichungen wird betont, dass die Nuxalk nicht dem Klischee von „Old Shatterhand und Winnetou“[30.1] oder der Vorstellung von „typischen ‚Rothäuten‘, die man aus den Karl-May-Romanen kannte“,[8.6] entsprochen hätten.
Provenienzforschung
Die zahlreichen von den Brüdern Jacobsen im Zusammenhang mit den „Bella Coola“ nach Deutschland gebrachten Ethnografika beschäftigen die Provenienzforschung – beispielsweise im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln (das Museum hatte 1903 etwa 400 Objekte aus der Nuxalk-Sammlung der Brüder Jacobsen erworben)[31] oder in Lübeck (das Museum hatte 1904 255 Objekte derselben Sammlung erworben).[32]
Dokumentarfilm
Barbara Hager drehte 2006 den Dokumentarfilm From Bella Coola to Berlin, in dem unter anderem Interviews mit Wolfgang Haberland, der Ethnologin Hilke Thode-Arora und dem ehemaligen Geschäftsführer des Tierparks Hagenbeck Carl Claus Hagenbeck zu sehen sind.[33]
Literatur
- Eric Ames: Carl Hagenbeck’s Empire of Entertainments. University of Washington Press, Seattle 2009, ISBN 978-0-295-98833-7.
- Eric Ames: Cooper-Welten. Zur Rezeption der Indianer-Truppen in Deutschland. In: Pascal Blanchard u. a. (Hrsg.): MenschenZoos. Schaufenster der Unmenschlichkeit. Les éditions du Crieur Public, Hamburg 2012, ISBN 978-3-9815062-0-4, S. 217–231.
- Lothar Dittrich, Annelore Rieke-Müller: Carl Hagenbeck (1844–1913). Tierhandel und Schaustellungen im deutschen Kaiserreich. Lang, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-631-33474-5.
- Anne Dreesbach: Gezähmte Wilde. Die Zurschaustellung „exotischer“ Menschen in Deutschland 1870–1940. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-593-37732-2.
- Wolfgang Haberland: „Diese Indianer sind falsch“. Neun Bella Coola im Deutschen Reich 1885/86. In: Archiv für Völkerkunde. Band 42 (1988), ISSN 0066-6513, S. 3–67.
- Angela Hess: Die Lübecker Sammlung Jacobsen Objektbiografien zwischen Indigenous agency und Kolonialität. In: Lars Frühsorge, Sonja Riehn, Michael Schütte (Hrsg.): Völkerschau-Objekte. Die Lübecker Museen, Lübeck 2021, ISBN 978-3-942310-34-5, S. 33–46.
- Viola König: Die etwas andere Völkerschau. Die Nuxalk auf Tour in Deutschland. In: Lars Frühsorge, Sonja Riehn, Michael Schütte (Hrsg.): Völkerschau-Objekte. Die Lübecker Museen, Lübeck 2021, ISBN 978-3-942310-34-5, S. 21–32.
- Britta Lange: Verzauberungs- und Entzauberungsverfahren. Die Bella-Coola-Völkerschau (1885/86) zwischen Anthropologie und Salonmagie. In: Gabriele Dietze, Dorothea Dornhof (Hrsg.): Metropolenzauber: Sexuelle Moderne und urbaner Wahn (= Kulturen des Wahnsinns (1870–1930). Band 2). Böhlau, Wien 2014, ISBN 978-3-205-78934-5, S. 289–316.
- Museum für Völkerkunde Hamburg, Eva König (Hrsg.): Photographische Reisen von Alaska bis Feuerland: Indianer 1858–1928. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 28. April 2002 bis 15. Juni 2003 im Museum für Völkerkunde Hamburg, Edition Braus, Hamburg 2002, ISBN 3-89904-021-X.
- Nigel Rothfels: Savages and Beasts. The Birth of modern Zoo. Revised Edition. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2025, ISBN 978-1-4214-5088-9.
- Anne Slenczka: Gesammelt, angekauft, getauscht, geschnitzt in Köln? Die kanadische Nordwestküsten-Sammlung des Rautenstrauch-Joest-Museums – Kulturen der Welt in Köln im Licht der zweiten Sammelreise der Brüder Jacobsen und der Nuxalk (Bella Coola)-Völkerschau von 1885/86. In: Lars Frühsorge, Sonja Riehn, Michael Schütte (Hrsg.): Völkerschau-Objekte. Die Lübecker Museen, Lübeck 2021, ISBN 978-3-942310-34-5, S. 47–61.
- Hilke Thode-Arora: Für fünfzig Pfennig um die Welt. Die Hagenbeckschen Völkerschauen. Campus-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-593-34071-2.
- Hilke Thode-Arora: Die Hagenbeckschen Völkerschauen. Indianer Nordamerikas in Europa. In: Patricia Rochard (Hrsg.) Indianer Nordamerikas. Kunst und Mythos. Verlag Hermann Schmidt, Ingelheim 1993, ISBN 3-87439-267-8, S. 80–87.
- Hilke Thode-Arora: Indianer und Inuit in Europa: Völkerschauen. In: Museum für Völkerkunde Hamburg, Eva König (Hrsg.): Photographische Reisen von Alaska bis Feuerland: Indianer 1858–1928, Katalog zur gleichnamigen Ausstellung vom 28. April 2002 bis 15. Juni 2003 im Museum für Völkerkunde Hamburg. Edition Braus, Hamburg 2002, ISBN 3-89904-021-X, S. 69–73.
Zeitgenössische Literatur
- Franz Boas: Die Sprache der Bella Coola. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 18, 1886, S. 202–206.
- Adrian Woldt: Capitain Jacobsen’s Reise an der Nordwestküste Amerikas 1881–1883. Für den deutschen Leserkreis bearbeitet von A. Woldt (Leipzig 1884). Nachdruck Vero Verlag, Norderstedt 2014, ISBN 978-3-95738-394-5.
- Rudolf Virchow: Mittheilungen über die anthropologischen Untersuchungen der Bella-Coola. In: Zeitschrift für Ethnologie. Band 18, 1886, S. 206–215.