Hamzatepe
archäologischer Siedlungshügel (türkisch Höyük) in der Ebene von Elbistan in der türkischen Provinz Kahramanmaraş
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Hamzatepe ist ein archäologischer Siedlungshügel (türkisch Höyük) in der Ebene von Elbistan in der türkischen Provinz Kahramanmaraş. Der Fundplatz ist bedeutend für die Erforschung der späten Bronzezeit und der hethitischen Periode in Ostanatolien.
Lage
Hamzatepe liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Afşin und Elbistan auf einer Höhe von 1200 m. Direkt östlich befindet sich das Dorf Karahöyük, dass selbst auf einem Höyük liegt. Beide Orte werden durch den Fluss Hurman Çayı, einem Zufluss des Ceyhan, getrennt. Die strategische Lage in der Ebene machte die Siedlung zu einem wichtigen Ort.
Forschungsgeschichte
Erste Untersuchungen in der Elbistan-Ebene führte der britische Archäologe John Garstang in den 1950er Jahren durch, der auch Hamzatepe besuchte. Systematischere Surveys, darunter auch auf Hamzatepe, wurden später von türkischen und internationalen Teams durchgeführt, um die Siedlungsgeschichte der Region zu rekonstruieren.
Beschreibung und Bedeutung
Hamzatepe ist mit 80 × 380 m ein mittelgroßer Siedlungshügel, der eine lange Besiedlungsgeschichte aufweist. Die bedeutendsten Funde und Befunde stammen aus der Zeit des Hethitischen Großreichs (ca. 16.–12. Jahrhundert v. Chr.). Die Ebene von Elbistan wird oft mit dem hethitischen Land Isuwa in Verbindung gebracht, einem Gebiet, das zeitweise unter der Kontrolle, aber auch in Konflikt mit dem hethitischen Zentralreich stand.
Auf der Oberfläche des Hügels wurden zahlreiche Scherben typisch hethitischer Keramik gefunden, darunter die charakteristische Braungefirmte Ware, was auf eine intensive Besiedlung in dieser Periode hinweist. Aufgrund seiner Größe und Lage wird angenommen, dass Hamzatepe in der hethitischen Zeit ein administratives oder militärisches Zentrum zur Kontrolle der Ebene und der Handelsrouten war.
Neben der hethitischen Keramik deuten vereinzelte Funde von Obsidian-Absschlägen auf eine mögliche, wesentlich frühere Nutzung bereits in prähistorischer Zeit (vorgeschichtliches Neolithikum/Chalkolithikum) hin.
Datierung
Die Hauptbesiedlungsphase des Hügels wird in die Späte Bronzezeit (Hethitische Periode) datiert. Es gibt jedoch Anzeichen für eine frühere Besiedlung in der Mittleren Bronzezeit sowie für eine spätere Nutzung in der Eisenzeit und in hellenistisch-römischer Zeit. Danach diente es als Friedhof für Karahöyük.
Literatur
- John Garstang: The Hittite Empire. London 1959. - Allgemeiner Bericht über seine Surveys in der Region
- Metin Alparslan: Elbistan Ovası Yüzey Araştırması 2018. In: Araştırma Sonuçları Toplantısı. Band 37, 2019. - Aktueller Survey-Bericht auf Türkisch
- Şevket Dönmez: The Archaeology of the Middle Black Sea Region in Anatolia: A First Synthesis. 2018. - Kontextualisierung der Region
Weblinks
- Bora Uysal & Ali Çifçi: Hamzatepe Kazılarından Ele Geçen Ünik Bir Silindir Mühür. In: Höyük. Band 15, 2025, S. 15–28, doi:10.37879/hoyuk.2025.1.015 (gov.tr [PDF]).