Hans-Georg Gradl

deutscher römisch-katholischer Theologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Gradl besuchte von 1984 bis 1993 das Augustinus-Gymnasium Weiden. Anschließend studierte er von 1993 bis 1995 katholische Theologie an der Universität Regensburg und setzte von 1995 bis 1998 das philosophische und theologische Grundstudium an der Päpstlichen Universität Gregoriana fort. Von 1998 bis 1999 absolvierte er ein Pastoraljahr im Bistum Regensburg, von 1999 bis 2001 wiederum an der Universität Gregoriana ein Lizenziatsstudium der Biblischen Theologie und von 2001 bis 2004 ebenda ein Promotionsstudium bei Johannes Beutler SJ. Dieses schloss er mit der Promotion zum Dr. theol. ab. Parallel zu seiner wissenschaftlichen Ausbildung war Gradl 1999 bis 2005 in der Amerikanischen Nationalgemeinde Santa Susanna in Rom in der Seelsorgsmithilfe und katechetisch tätig, wobei er am 10. Oktober 2000 in der Kirche Sant’Ignazio di Loyola in Campo Marzio seine Priesterweihe erhielt. Anschließend war er von 2005 bis 2009 in der Seelsorgsmithilfe im Pfarrverband St. Clemens-St. Vinzenz in München tätig. Währenddessen hatte er im Sommersemester 2007 einen Lehrauftrag an der Katholisch-Theolischen Fakultät der Universität Augsburg. Von 2007 bis 2012 erarbeitete er seine Habilitationsschrift zum Thema „Die Johannes-Offenbarung als Buch“, mit der er sich am 18. Juni 2013 an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Knut Backhaus, Gerd Häfner und Martin Hose im Fach Neutestamentliche Exegese habilitierte. Am 1. Oktober 2009 wurde er zum Verwalter des Lehrstuhls für Exegese des Neuen Testaments an der Theologischen Fakultät Trier ernannt, wo er seit 1. Juli 2013 ordentlicher Professor für Exegese des Neuen Testaments ist. Von 1. Juni 2013 bis 31. Mai 2018 war er zudem Direktor des Emil-Frank-Instituts an der Universität Trier und an der Theologischen Fakultät Trier.

Seine Forschungsschwerpunkte sind das „lukanische Doppelwerk“, die frühjüdische und urchristliche Apokalyptik, die Geschichte und Interpretation der Johannes-Offenbarung, sowie Buch und Rolle als Medium in der Antike und speziell in der Johannes-Offenbarung. Er ist Mitglied des Vorstands (comitato di direzione) der Zeitschrift Cristianesimo nella Storia (Bologna), der Arbeitsgemeinschaft katholischer Neutestamentlerinnen und Neutestamentler (AKN) und der Studiorum Novi Testamenti Societas.

Schriften

  • Zwischen Arm und Reich. Das lukanische Doppelwerk in leserorientierter und textpragmatischer Perspektive (= Forschung zur Bibel. Band 107). Echter, Würzburg 2005, ISBN 3-429-02741-1 (zugleich Dissertation, Gregoriana 2004).
  • als Herausgeber mit Georg Steins und Florian Schuller: Am Ende der Tage. Apokalyptische Bilder in Bibel, Kunst, Musik und Literatur. Pustet, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7917-2386-0.
  • als Herausgeber mit Nicole Hennecke: Vision und Wirklichkeit. Spiegelungen im theologischen Fächerkanon. morgenroth media, München 2013, ISBN 3-941425-50-1.
  • mit Johannes Brantl, Mirijam Schaeidt und Werner Schüßler: Das Gebet „die Intimität der Transzendenz“. Echter, Würzburg 2014, ISBN 978-3-429-03699-7.
  • Buch und Offenbarung. Medien und Medialität der Johannesapokalypse (= Herders Biblische Studien. Band 75). Herder, Freiburg im Breisgau 2014, ISBN 3-451-31275-1 (zugleich Habilitationsschrift, München 2013).
  • als Herausgeber mit Natalie Uder: Wittlich trialogisch (= Machbarot. Hefte des Emil-Frank-Instituts. Band 4). Paulinus, Trier 2016, ISBN 978-3-7902-1653-0.
  • mit Johannes Schelhas, Mirijam Schaeidt und Werner Schüßler: Glaube und Zweifel. Das Dilemma des Menschseins. Echter, Würzburg 2016, ISBN 3-429-03969-X.
  • Siehe, ich mache alles neu. Schöpfung im Neuen Testament. Herder, Freiburg 2022, ISBN 978-3-451-39180-4.
  • Die Offenbarung des Johannes aus dem Urtext übersetzt und kommentiert von Hans-Georg Gradl, herausgegeben von Anneliese Hecht, Bibelwerk, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-948219-97-0.

TV-Auftritte (Auswahl)

  • 2010: Die Offenbarung des Johannes – Rätseltext und Trostbuch, 30 min, ARD alpha.
  • 2012: Der Mann aus Galiläa, 45 min, ARD alpha.
  • 2012: Neues aus der Jesusforschung, 45 min, ARD alpha.
  • 2014: Auferstehung – das unsagbare Ereignis?, 45 min, ARD alpha.
  • 2015: Johannes ist anders, 45 min, ARD alpha.
  • 2016: Paulus und die Korinther, 45 min, ARD alpha.

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