Hans Edward Eisner

deutschamerikanischer Chemiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Hans Edward Eisner wuchs in einer jüdischen Familie auf, er war ein Sohn des Kaufmanns Max Eisner (1859–1926) und der Clara Benjamin (1868–1952). Sein Bruder Jakob Curt Eisner (1890–1981) wurde Metallhändler, Lepidopterologe und Entomologe. Er heiratete 1925 die bildende Künstlerin Margarete Heil (1895–1965). Sie hatten eine Tochter und den Sohn Thomas Eisner (1929–2011), der Chemiker und Entomologe wurde.

Eisner arbeitete ab 1911 als Apothekengehilfe und wurde 1916 Soldat im Ersten Weltkrieg. Daneben studierte er ab 1915 Chemie und Pharmazie in München und Berlin und legte 1919 das Staatsexamen in Pharmazie ab. Er wurde 1924 an der Universität Berlin bei Fritz Haber promoviert. Ab 1921 arbeitete er als Assistent und dann als stellvertretender Abteilungsleiter am Kaiser-Wilhelm-Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie (KWI) in Berlin-Dahlem. Er war Leiter der „Arbeitsgruppe M“ bei Habers Forschungsprojekt zur Goldgewinnung aus Meerwasser.

Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte er im April 1933 mit der Familie nach Spanien. Nach einem Jahr, in welchem seine Frau die Familie als Schaufensterdekorateuse über Wasser halten musste, fand er in Barcelona eine Arbeit als technischer Direktor des international tätigen Pharmaunternehmens „Laboratorios Andrómaco“. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs ging er 1937 für die Firma nach Argentinien und Uruguay. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog er 1947 von dort in die USA und wurde 1948 Präsident der „Metropolitan Consulting Chemists Corporation“ in Scarsdale, Bundesstaat New York und außerdem 1950 Präsident von „Norvel Laboratories“ in Tuckahoe. Kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand als Manager 1959 war er daneben seit 1956 Research Associate im Department of Biological Science der Cornell University in Ithaca. Er arbeitete an der Universität bis ins hohe Alter mit seinem Sohn zusammen, der das Forschungsgebiet Chemische Ökologie aufbaute.

Schriften (Auswahl)

  • Quantitative Bestimmung kleinster Goldgehalte in Salzlösungen. 1924

Literatur

  • Eisner, Hans Edward, in: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. München: Saur, 1980, ISBN 3-598-10087-6, S. 152.
  • Hans Edward Eisner, in: Reinhard Rürup, Michael Schüring: Schicksale und Karrieren. Gedenkbuch für die von den Nationalsozialisten aus der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft vertriebenen Forscherinnen und Forscher. Göttingen: Wallstein, 2008, ISBN 978-3-89244-797-9, S. 183 f.

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