Hans Huber (Jurist, 1907)
deutscher Ministerialbeamter
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Hans Huber (* 7. Juni 1907 in Freiburg im Breisgau; † 1. Februar 1993 ebenda) war ein deutscher Ministerialbeamter während der Zeit des Nationalsozialismus.
Werdegang
Huber studierte ab 1925 Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Heidelberg und Freiburg. In Heidelberg war er Mitglied der Turnerschaft Ghibellinia zu Heidelberg im VC. Er legte 1929 das erste und 1932 das zweite juristische Staatsexamen ab. Anschließend trat er in die badische Justizverwaltung ein und war zunächst als Hilfsrichter an verschiedenen Amtsgerichten tätig. 1933 wurde er ins badische Kultusministerium berufen, wo er bis 1936 als Referent in der Hochschulabteilung tätig war. 1934 wurde er zum Regierungsrat ernannt.
Huber wurde bereits 1923 als Schüler Mitglied der SA. Er trat zum 1. April 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.816.630). Außerdem trat er am 1. November 1933 der SS bei (SS-Nummer 249.214). Zudem wurde er Mitglied des Sicherheitsdiensts des Reichsführers SS und war ab 1939 ehrenamtlicher Mitarbeiter im Reichssicherheitshauptamt. Zuletzt wurde er 1939 zum SS-Sturmbannführer befördert.
Ab 1936 war Huber im Hochschulreferat des Amts Wissenschaft des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung tätig. 1937 wurde er zum Oberregierungsrat befördert. Nach dem Anschluss Österreichs wurde er für die Gleichschaltung der österreichischen Universitäten 1938 zeitweilig nach Wien abgeordnet. Ab 1940 leistete er als Leutnant Kriegsdienst bei der Wehrmacht. 1942 wurde er zum Ministerialrat befördert. Er nahm als Führer einer Sturmgeschütz-Batterie an der Schlacht von Stalingrad teil und geriet dort schließlich im Januar 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Er wurde im Laufe der Jahre in verschiedenen Gefängnissen und Lagern interniert. 1949 wurde er von einem Sowjetischen Militär-Tribunal zu 25 Jahren Haft verurteilt. Er wurde erst im Oktober 1955 aus der Haft entlassen und zählte damit zu den „Spätheimkehrern“.
Nach seiner Entlassung war er bis zu seiner Pensionierung Richter am Verwaltungsgericht Freiburg. Huber war verheiratet und Vater von vier Töchtern. Er starb im Februar 1993 im Alter von 85 Jahren in Freiburg.
Werke (Auswahl)
- gemeinsam mit Franz Senger: Die Besoldung der Hochschullehrer und der wissenschaftlichen Assistenten. Amtliche Bestimmungen. Weidmann, Berlin 1939.
Literatur
- Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik (= Studien zur Wissenschafts- und Universitätsgeschichte. Band 6). Synchron, Heidelberg 2004, ISBN 3-935025-68-8, S. 80.
- Jürgen Reulecke und Volker Roelcke (Hg.): Wissenschaften im 20. Jahrhundert. Universitäten in der modernen Wissenschaftsgesellschaft. Steiner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-515-09042-1, S. 251 f.
Weblinks
- Hans Huber auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Huber, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher NS-Ministerialbeamter |
| GEBURTSDATUM | 7. Juni 1907 |
| GEBURTSORT | Freiburg im Breisgau |
| STERBEDATUM | 1. Februar 1993 |
| STERBEORT | Freiburg im Breisgau |