Hans Kössel
deutscher Molekularbiologe und Hochschullehrer
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Hans Kössel (* 20. Dezember 1934 in Landsberg am Lech; † 24. Dezember 1995) war ein deutscher Molekularbiologe und Hochschullehrer.
Kössel studierte von 1954 bis 1959 Chemie an der Universität München, schloss das Studium mit Diplom ab und wurde mit einer Doktorarbeit, die er von 1959 bis 1962 am Max-Planck-Institut für Biochemie unter der Leitung von Adolf Butenandt in München erarbeitete, zum Dr. rer. nat. promoviert. Danach war Kössel bis 1964 Assistent am Max-Planck-Institut für Biochemie am Standort Martinsried bei Wolfram Zillig. Von 1964 bis 1967 forschte er am Institute for Enzyme Research der University of Wisconsin–Madison bei Har Gobind Khorana, wo sein Hauptinteresse der Polynukleotid-Synthese und dem genetischen Code galt.
Im Jahr 1967 erhielt er eine Stelle am Institut für Biologie III der Universität Freiburg, wo er sich 1969 im Fach Molekularbiologie habilitierte, 1972 Wissenschaftlicher Rat und Professor und 1973 am gleichen Institut Professor für Molekulare Biologie wurde.
Kössel hatte in seiner wissenschaftlichen Laufbahn kürzere Forschungsaufenthalte an der Hebräischen Universität Jerusalem und am MRC Laboratory Cambridge. Seine Hauptforschungsgebiete waren molekulare Genetik, Chemie und Biochemie der Nukleinsäuren, dabei insbesondere die Synthese und Sequenzanalyse von Nukleinsäuren sowie die Sequenzanalyse von Chloroplasten-DNA.
Sein Buch Molekulare Biologie erschien 1973 in zweiter Auflage. Er war neben Arno Bogenrieder (Botanik) sowie Günther Osche und Klaus Günter Collatz (beide Zoologie) einer der Fachberater bei den ersten Auflagen des Herder-Lexikon der Biologie sowie Fachberater beim Herder-Lexikon der Biochemie und Molekularbiologie.
Hans Kössel war katholisch, ab 1959 verheiratet mit Inge Kössel, geborener Heydkamp, lebte in Stegen-Wittental im Breisgau, und hatte drei Kinder (Sabine, Hans-Ekkehard und Wolfram).
Mitgliedschaften
- seit 1981: European Molecular Biology Organization (EMBO)
Quellen
- Pal Maliga: Hans Kössel (1934–1995). In: Plant Molecular Biology Reporter. 1996, S. 73–75.
- Kössel, Hans. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 673.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kössel, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Molekularbiologe und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 20. Dezember 1934 |
| GEBURTSORT | Landsberg am Lech |
| STERBEDATUM | 24. Dezember 1995 |