Polkowice
Stadt in Polen
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Polkowice [] (deutsch: Polkwitz; 1937–1945 Heerwegen) ist eine Stadt mit 26.836 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024) in der Stadt- und Landgemeinde Polkowice im Powiat Polkowicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
| Polkowice | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Polkowice | |
| Gmina: | Polkowice | |
| Fläche: | 8,79 km² | |
| Geographische Lage: | 51° 30′ N, 16° 4′ O | |
| Höhe: | 173 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 21.350 (1. Januar 2024) | |
| Postleitzahl: | 59-100 und 59-101 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 76 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DPL | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Nowa Sól–Lubin | |
| Nächster int. Flughafen: | Breslau | |


Geographische Lage
Polkowice liegt am Südwestrand der Wzgórza Dalkowskie (Dalkauer Berge), 200 Meter über dem Meeresspiegel,[1] etwa 15 Kilometer nordwestlich von Lubin (Lüben).
Geschichte
Erstmals erwähnt wurde Polkwitz, das zum Herzogtum Glogau gehörte, im Jahre 1276. Damals wurde es als Stadt bezeichnet, die 1291 ein eigenes Wappen erhielt. 1344 fiel es zusammen mit dem Herzogtum Glogau an Böhmen. Ein Brand im Jahr 1457 zerstörte Teile der Stadt. Die Stadt war von einer Stadtmauer umgeben.
Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Polkwitz 1742 an Preußen, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Landstadt im Landkreis Glogau verblieb. Die Stadt hatte eine evangelische Kirche und eine katholische Kirche. 1879 bis 1932 war sie Sitz des Amtsgerichtes Polkwitz. Um 1930 gab es in Polkwitz Vieh- und Pferdemärkte, ein Sägewerk und eine Dampfziegelei.[1] Im Jahr 1937 wurde Polkwitz in Heerwegen umbenannt.
Im Zweiten Weltkrieg eroberte die Rote Armee am 8. Februar 1945 Polkwitz für die Volksrepublik Polen. Nachfolgend wurde es in Polkowice umbenannt. Die Einwohner wurden vertrieben und durch Polen ersetzt. Diese waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schwerindustrie reaktiviert. Nun wurden auch in der Gegend von Polkowice und Lubin die großen Kupfervorkommen erschlossen, was mit einem rasanten Wachstum der kleinen Stadt einherging. So konnte Polkowice 1967 das Stadtrecht wieder erlangen. In den 1980er Jahren zählte die Stadt 20.000 Einwohner. Außerhalb der Stadt entstanden zahlreiche neue (Plattenbau-)Wohnsiedlungen. Das Stadtzentrum selbst verfiel und die kleinstädtische Bebauung um den Ring wurde abgerissen. Nach der politischen Wende 1989 in Polen änderte sich die städtebauliche Einstellung. Die Altstadt wurde mit neuen, an die abgerissenen Häuser angelehnten Gebäuden bebaut – das Stadtzentrum wurde revitalisiert.
Bevölkerungsentwicklung
Gemeinde
Zur Stadt- und Landgemeinde Polkowice mit einer Fläche von 158,8 km² gehören die Stadt selbst und 15 Dörfer mit Schulzenämtern.
Partnergemeinden
Die Samtgemeinde Sickte in Niedersachsen sowie die Gemeinde Heumen in den Niederlanden sind Partnergemeinden von Polkowice.
Wirtschaft
Von großer Bedeutung für Polkowice ist der Bergbau. Die Gegend um Polkowice und Lubin ist das größte polnische Kupferrevier. KGHM betreibt hier das Bergwerk Rudna.
Ein wichtiger Arbeitgeber ist seit 1998 auch ein Dieselmotorenwerk, in dem 1,9l-TDI-Motoren für die Marken des Volkswagen-Konzerns gefertigt werden. Eigentümer und Betreiber ist die Volkswagen Motor Polska.
Verkehr
Polkowice liegt an der Schnellstraße 3 (E65), die eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im westlichen Polen darstellt. Zur Eisenbahngeschichte siehe Polkwitz-Raudtener Kleinbahn.
Söhne und Töchter der Stadt
- Fra Cyprian (1724–1775), Botaniker und Mediziner
- Albrecht zu Dohna-Schlodien (1764–1813), Oberstleutnant
- Hermann von Wilczeck (1836–1901), General der Infanterie
- Karl von Rettberg (1865–1944), Offizier
- Alfons Maria Wachsmann (1896–1944), römisch-katholischer Priester, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und Märtyrer
- Richard Dehmel (1902–1983), Kartograph
- Martin Schwarzbach (1907–2003), Geowissenschaftler
- Fritz Thiel (1916–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
- Hans Kratzert (1940–2023), Regisseur
Siehe auch
Literatur
- Martin Zeiller: Bolkowitz. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae (= Topographia Germaniae. Band 11). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1650, S. 126 (Volltext [Wikisource]).
- Paul Brucksch (Hrsg.): Chronik der Stadt Polkwitz. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und zusammengestellt. Hellmann, Glogau 1911.
Weblinks
- Webpräsenz der Stadt (polnisch, englisch, deutsch)
