Heilige Familie (Eichstätt)

Kirchengebäude in der Altmühlstadt Eichstätt in der Kipfenberger Straße 1 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die römisch-katholische Pfarrkirche Heilige Familie in Eichstätt wurde 1965 nach Plänen des Eichstätter Diözesanbauamts unter Leitung von Diözesanbaumeister Karljosef Schattner im Stil des Brutalismus errichtet.

Pfarrkirche Heilige Familie in Eichstätt
Kirchengestühl und Orgel
Glockenturm

Gebäude

Geschichte

Die Kirche im Osten von Eichstätt wurde in den Jahren von 1963 bis 1965 in Ziegel-Betonbauweise errichtet und war seinerzeit umstritten.[1] Bischof Alois Brems weihte die Kirche und versah sie mit dem Patrozinium Heilige Familie. 1983 baute Andreas Ott aus Bensheim eine zweimanualige Orgel mit 21 Registern.[2]

Wegen Schäden an der Dachkonstruktion ist das Kirchengebäude seit November 2023 geschlossen.[3]

Architektur

Der freistehende Glockenturm, der an der Ecke einer belebten Straßenkreuzung steht, ragt architektonisch aus der Umgebung heraus. Vom Straßenniveau gelangt man über eine Treppe auf den tiefer gelegenen Hof, der den Lärm der Straße ausschließt. Das Innere ist schlicht gestaltet und wirkt, als Kontrast zum direkten Autoverkehr, als ein Raum der Ruhe.[4]

Projektbeteiligte

Mitarbeiter von Schattner war Andreas Fürsich.[5] Die Altarinsel aus Juramarmor, der Tabernakel und die Altar- und Apostelleuchter aus Bronze wurde von Blasius Gerg entworfen. Der Kreuzweg stammt vom örtlichen Künstler und Professor Franz Rindfleisch.[6] Der Glockengießer Friedrich Wilhelm Schilling war für die Glocke verantwortlich.[7] Fotografisch dokumentiert wurde der Sakralbau von Ingrid Amslinger-Voth.[8]

Planunterlagen

Die gesamten Planunterlagen und ein Modell Schattners werden im Architekturmuseum der Technischen Universität München aufbewahrt.[9]

Baudenkmal

Die Anlage steht unter Denkmalschutz und ist im Denkmalatlas des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und in der Liste der Baudenkmäler in Eichstätt eingetragen.[5]

Kindergarten

Südlich der Kirche befindet ein direkt mit der Kirche verbundener Kindergarten. In den Jahren von 2003 bis 2005 wurde dieser vom Diözesanbauamt Eichstätt unter Leitung von Diözesanbaumeister Karl Frey durch einen schlanken Gebäuderiegel erweitert. Bewusst wurde eine Gasse angelegt, die als Fuge zwischen Alt und Neu dient. Die Gruppenräume sind Richtung Süden mit direktem Zugang zum Freibereich angeordnet. Die Räume, die weniger Tageslicht benötigen sind zur Gasse hin gerichtet.[10] Gekonnt wird bei dem Neubau nicht dasselbe Baumaterial wie bei der bestehenden Kirche eingesetzt, sondern ein Holz-Massivbau aus industriellen Holzbauelementen mit einer aus unbehandelten Zedernholzbrettern Fassade, die ihre eigene Patina nach kurzer Zeit erhält.[11] Das Münchner Ingenieurbüro Sailer, Stepan und Partner zeichnete verantwortlich für das Tragwerk. 2005 erhielt der Bau eine Engere Wahl beim Deutschen Holzbaupreis. Mitarbeiter waren Robert Fürsich und der spätere Diözesanbaumeister Richard Breitenhuber.[12]

Pfarrei

Die Pfarrei Heilige Familie ist Teil des Pfarrverbands der Stadtkirche Eichstätt. Zur Pfarrei Heilige Familie gehören die Filialkirchen St. Benedikt in Landershofen und St. Nikolaus in Pfünz. Pfarrer der Pfarrei Heilige Familie ist seit 2024 der Stadtpfarrer von Eichstätt Domvikar Michael Harrer.[13]

Literatur

Einzelnachweise

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