Upanayana
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Das Upanayana (Sanskrit उपनयन) ist ein wichtiges hinduistisches Ritual, das als Einweihung in das Studium der heiligen Schriften und als Übergang in den Lebensabschnitt des Lernens und der Disziplin verstanden wird. Traditionell markiert es den Beginn des geistigen Lebens eines Kindes, das nun als Schüler unter der Leitung eines Guru oder Acharya steht. Es wird typischerweise für Jungen durchgeführt, vor allem in den Kasten der Brahmanen, Kshatriyas und Vaishyas, aber in modernen Zeiten auch für Erwachsene und sogar für Mädchen.[1]


Im Zentrum des Rituals steht das Tragen der heiligen Schnur (Sanskrit यञ्जोपवीत, yajñopavīta, Hindi जनेऊ, janeū), die ihren Träger zur Teilnahme am Opferritual berechtigt. Die heilige Schnur besteht aus drei verflochtenen Strängen von weißer Baumwolle.
Beim Ritual wird der Schüler in das Studium der Veden und in andere heilige Texte eingeführt. Während des Upanayana wird auch das Gayatri Mantra rezitiert, das als eines der heiligsten Mantras im Hinduismus gilt und für den Initiierenden einen spirituellen Neubeginn darstellt.
Die Zeremonie hat tiefe symbolische Bedeutung: Der Initiierte erfährt einen „zweiten Geburtstag“, da er nun das Wissen der Veden empfängt und seine Reise in das Leben eines Brahmacharya beginnt. Die Verwendung der heiligen Schnur und die Initiation durch den Guru sind zentrale Bestandteile dieser Transformation.
Literatur
- Axel Michaels: Der Hinduismus. Geschichte und Gegenwart. C. H. Beck, München 1998, S. 105–107.
- Axel Michaels: Die Heilige Schnur und ʿhinduistischeʾ Askese. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Band 144, Nr. 2, 1994, S. 330–344