Helmuth Nathan
akadem. Titel: Dr. med. Lebensdaten: * 26.10.1901 in Hamburg † 15.07.1979 in Suffolk County (New York, USA) Prof. in Hamburg: 1966, 1969 zuletzt: Professor (§ 73 UniG) zuletzt: Medizinische Fakultät (1919-1970)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Helmuth Max Nathan (geboren 26. Oktober 1901 in Hamburg; gestorben 15. Juli 1979 in Greenport) war ein deutscher Chirurg, der vor der nationalsozialistischen antisemitischen Verfolgung 1936 in die Vereinigten Staaten floh.

Leben
Helmuth Nathan war ein Sohn des Hamburger Kaufmanns Neumann Nathan und der Regina Seligmann, er hatte drei Geschwister. Er besuchte die Knabenschule vor dem Holstentor und wurde 1917 als Einjähriger eingezogen, 1919 diente er in einer Einwohnerwehr. Im Jahr 1920 machte er das Abitur und studierte Medizin an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Hamburg. Er wurde 1925 promoviert und arbeitete am Krankenhaus St. Georg. Er war Mitglied bei den Kameraden, deutsch-jüdischer Wanderbund, im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde er als Jude entlassen. Nathan arbeitete in der Folgezeit am Israelitischen Krankenhaus Hamburg.
Nathan heiratete 1926 Irene Nelson, sie hatten eine Tochter. Im Oktober 1936 flohen sie in die USA. Nathan bestand die dort die erneute ärztliche Prüfung, fand in New York City Arbeit am Mount Sinai Hospital und durfte 1937 eine Privatpraxis eröffnen. Er wechselte 1947 an das Sydenham Hospital. Von 1954 bis 1979 arbeitete er am Bronx Municipal Hospital Center und lehrte an dem mit diesem verbundenen Albert Einstein College of Medicine. Nathan entwickelte verschiedene Operationsmethoden, so an der Ohrspeicheldrüse. Im Rahmen der Wiedergutmachung wurde er 1966 an der Universität Hamburg zum Außerplanmäßigen Professor ernannt und 1969 zum Professor.
Nathan war ein autodidaktischer Zeichner, Maler und Bildhauer. Am Albert Einstein College führte er Vorlesungen zur Kunstgeschichte in die Medizinerausbildung ein. Bei seinem Begräbnis hielt der Emigrant und New Yorker Rabbiner Bernhard N. Cohn eine Trauerrede.
Schriften (Auswahl)
- Über den Zuckergehalt pathologischer Körperflüssigkeiten. Hamburg, 1926
- About the Spread of the Primary Intestinal Actinomycosis.
- The Spread of Septic Infections with Metastases.
- Total Extirpation of the Parotid Gland with Preservation of the Facial Nerve.
- Internal Hernia: Postgraduate Lecture with John E Moseley.
- The Portrait of the Physician in the History of Art.
- Samuel Standard, Helmuth Nathan (Hrsg.): Should the Patient Know the Truth?
- Erich Lexer (1867–1937). In: Medizinische Welt. Band 24, 1973, S. 2088–2090.
Literatur
- Nathan, Helmuth Max, in: Werner Röder; Herbert A. Strauss (Hrsg.): International Biographical Dictionary of Central European Emigrés 1933–1945. Band 2,2. München: Saur, 1983, S. 845
- Matthias Andrae: Die Vertreibung der jüdischen Ärzte des Allgemeinen Krankenhauses Hamburg-St. Georg im Nationalsozialismus. Hamburg: UKE, 1997. Zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 1997
Weblinks
- Literatur von und über Helmuth Nathan im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Clemens Nathan Research Centre (Hrsg.): Helmuth Nathan 1901-1979. Doctor, Artist and Humanitarian. An Appreciation, 2010
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Nathan, Helmuth |
| ALTERNATIVNAMEN | Nathan, Helmuth Max (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschamerikanischer Chirurg |
| GEBURTSDATUM | 26. Oktober 1901 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
| STERBEDATUM | 15. Juli 1979 |
| STERBEORT | Greenport |