Henri Catherine Balthazard Vincent
französischer General der Infanterie
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Henri Catherine Balthazard Vincent (* 22. Mai 1775 in Valenciennes, Département Nord; † 24. Dezember 1844 in Paris) war ein französischer General der Infanterie.
Leben und Wirken
Begeistert von den Ideen der Revolution trat Vincent 1790 als Freiwilliger in die Armee ein. Nacheinander war er zur Armée des pyrénées orientales, der Armée des Alpes und der Armée du Rhin kommandiert.
Er zeichnete sich durch Mut und Tapferkeit aus und kam als lieutenant 1797 zur Armée de Sambre-et-Meuse. Schon früh ein Anhänger Napoleon Bonapartes, unterstützte er diesen bei seinem Putsch (9. November 1799).
Nach weiteren Beförderungen führte Vincent ein eigenes Kommando in den Schlachten bei Austerlitz (2. Dezember 1805), Jena (14. Oktober 1806) und Wagram (5./6. Juli 1809).
Als Napoleon 1812 seine Invasion nach Russland plante, holte er auch Vincent in den Generalstab. Vincent nahm u. a. an den Kämpfen bei Kljastizy (28./29. Juli 1812), Polozk (17./18. August 1812), Borodino (7. September 1812), Tarutino (18. Oktober 1812) und an der Beresina (26./28. November 1812) teil.
Vincent kehrte nahezu unverwundet nach Frankreich zurück und kam nach einigen Umstrukturierungen der Grande Armée in den Stab von Marschall Auguste Frédéric Louis Viesse de Marmont. Unter dessen Kommando kämpfte er in der Völkerschlacht von Leipzig (16./19. Oktober 1813) und der Schlacht bei Villeparisis (28. März 1814). Er nahm an der Schlacht bei Paris (30. März 1814) teil und wurde während Napoleons Abdikation und dem Vertrag von Fontainebleau (11. April 1814) mit Verwaltungsaufgaben betraut.
König Ludwig XVIII. holte Vincent während der Restauration in seine Leibwache (→Maison militaire du roi de France). Als Napoleon die Insel Elba verließ und die Herrschaft der Hundert Tage begann, schloss Vincent sich Napoleon an.
Nach der Schlacht von Waterloo (18. Juni 1815) war Vincent für einige Zeit ohne Kommando. 1819 ernannte man ihn zum inspecteur de cavalerie. Er nahm 1823 mit Louis-Antoine de Bourbon, duc d’Angoulême am Feldzug nach Spanien teil und kämpfte unter dem Befehl des Generals Étienne Tardif de Pommeroux de Bourdesoulle. 1825 wurde er zum Generalleutnant befördert und zugleich zum Generalinspektor der Armee ernannt, dieses Amt hatte er bis 1829 inne.
Innenpolitisch nicht interessiert, stand Vincent nach der Julirevolution von 1830 für kein politisches Amt zur Verfügung. Er ging mit Halbsold in den vorläufigen Ruhestand und wurde am 7. Februar 1831 im Rang eines général de division offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Er ließ sich in Paris nieder, starb dort am 24. Dezember 1844 und wurde auf dem Cimetière de Montmartre bestattet.
Ehrungen
- 23. Juli 1809 baron de l’Émpire
- August 1814 Kommandeur der Ehrenlegion
- Sein Name findet sich am östlichen Pfeiler (19. Spalte) des Triumphbogens am Place Charles de Gaulle (Paris).
- Die rue général Vincent in Montpellier ist ihm zu Ehren benannt.
Literatur
- David G. Chandler: The campaigns of Napoleon. Weidenfeld, London 1993, ISBN 0-297-81367-6 (unveränd. Nachdr. d. Ausg. London 1966).
- Philip J. Haythornthwaite: Who was who in the Napoleonic wars. Arms & Armour, London 1998, ISBN 1-85409-391-6.
- Charles Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850, Bd. 2. Poignavant, Paris 1852.
- Georges Six: Dictionnaire biographique des généraux et amriaux français de la Révolution et de l’Émpire. 1792–1814, Bd. 2. Saffroy, Paris 1999, ISBN 2-901541-06-2.
Weblinks
- Henri Catherine Balthazard Vincent bei arcdetriomphe.info (englisch)
- Das Grab von General Henri Catherine Balthzard Vincent
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vincent, Henri Catherine Balthazard |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer General der Infanterie |
| GEBURTSDATUM | 22. Mai 1775 |
| GEBURTSORT | Valenciennes, Département Nord |
| STERBEDATUM | 24. Dezember 1844 |
| STERBEORT | Paris |