Horní Sedlo

Dorf und Gebirgspass im Jeschkengebirge in Tschechien From Wikipedia, the free encyclopedia

Horní Sedlo, bis 1947: Sedlo (deutsch: Paß) ist ein Ortsteil der Stadt Hrádek nad Nisou (Grottau) im Okres Liberec in Tschechien. Die Siedlung liegt am Nordhang der Lužické hory (Lausitzer Gebirge) in einer Höhe zwischen 420–465 m n.m.

Schnelle Fakten Basisdaten, Verkehr ...
Horní Sedlo
Horní Sedlo (Tschechien)
Horní Sedlo (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Liberec
Gemeinde: Hrádek nad Nisou
Geographische Lage: 50° 49′ N, 14° 50′ O
Höhe: 465 m n.m.
Einwohner: 28 (1. März 2001)
Postleitzahl: 463 34
Kfz-Kennzeichen: L
Verkehr
Straße: Hrádek nad NisouRynoltice
Bahnanschluss: Bahnstrecke Liberec–Zittau
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Schnelle Fakten Karte (Reichenberg) ...
Horní Sedlo
Himmels­richtung Norden Süden
Passhöhe 460 m n.m.
Region Liberecký kraj
Wasser­scheide Lausitzer Neiße Panenský potok
Talorte Hrádek nad Nisou Rynoltice
Ausbau Passstraße (Silnice III/2716)
Gebirge Lužické hory (Lausitzer Gebirge)
Karte (Reichenberg)
Horní Sedlo (Tschechien)
Horní Sedlo (Tschechien)
Koordinaten 50° 49′ 11″ N, 14° 50′ 16″ O
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REGION1-BEZ=REGION2-BEZ

Name

Vor dem Jahr 1938 hieß der Ort tschechisch Sedlo (Paß). Erst als nach dem Zweiten Weltkrieg die tiefer liegende Gemeinde Spittelgrund in Dolní Sedlo (etwa Niedersattel oder Niederpass) umbenannt wurde, wurde aus Sedlo Horní Sedlo (etwa Oberpass oder Obersattel).

Geschichte

Ortsansicht (2016)

Der Ort wurde 1628 erstmals urkundlich erwähnt, als er zur Herrschaft der Burg Grafenstein gehörte. An der von Deutsch Gabel nach Grottau führenden Handelsstraße hatten wahrscheinlich Waldarbeiter auf der Passhöhe die ersten Häuser gebaut, um kürzere Wege zu ihren Arbeitsstätten zu haben. 1727 gesellte sich zu den sechs vorhandenen Häusern ein Straßengasthof. 1788 waren es schon neun, und 1823 23 Häuser. Vor seiner Eingemeindung nach Hrádek nad Nisou war Paß ab 1848 ein Teil der Gemeinde Spittelgrund (Dolní Sedlo). Im Jahr 1869 hatte das Dorf 166 Einwohner, 1900 waren es nur noch 119.

Über die strategisch wichtige Passstraße zogen in Kriegszeiten zahlreiche Truppen, u. a. in den Befreiungskriegen im Juni 1813 Fürst Poniatowski und seine polnische Militärabteilung. 1866 folgten im Deutschen Krieg die Preußen.

Nach der Vertreibung der deutschen Bewohner 1945 sank die Einwohnerzahl drastisch. Im Jahr 1947 erhielt das Dorf den neuen Namen Horní Sedlo. 1950 hatte Horní Sedlo lediglich 46 Einwohner. Bis 1991 sank deren Zahl noch auf 25. Im Jahre 2001 bestand das Dorf aus 14 Häusern, in denen 28 Einwohner lebten.

Ortsgliederung

Horní Sedlo ist Teil des Katastralbezirkes Dolní Sedlo.

Sehenswürdigkeiten

Kapelle, Linde und Bunker in Horní Sedlo
Die Fellerwand in den Rabensteinen

Etwa 1739 ließ die Familie Andersch aus Spittelgrund eine kleine Kapelle auf quadratischem Grundriss errichten, die 1890 ein Türmchen erhielt. Gegenüber der Kapelle wurde um das Jahr 1919 die Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ („U Krásné vyhlídky“) erbaut.

Neben der Kapelle steht ein 1832 gepflanzter Lindenbaum, dahinter ein 1937/38 errichteter Bunker der einstigen Tschechoslowakischen Grenzbefestigung.

In der Nähe des Ortes befinden sich die Kletterfelsen Skaly u Horní Sedlo (Oberwegsteine), der 565 m hohe Felsgipfel Popova skála (Pfaffenstein) oberhalb des Krásný důl (Kaisergrund) und die 499 m hohen Vraní skály (Rabensteine) sowie der Klettersteig „Stezka horolezců“.

Commons: Horní Sedlo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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