Howard Alan Bern

Zoologe und Endokrinologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Howard Alan Bern (* 30. Januar 1920 im Montreal, Kanada; † 3. Januar 2012 in Berkeley, Kalifornien) war ein Zoologe auf dem Gebiet der komparativen Endokrinologie (vergleichende Hormonforschung), als dessen Begründer er gilt – gemeinsam mit Aubrey Gorbman.

Leben und Wirken

Howard Bern stammte aus einer jüdischen Familie und besuchte in Montreal eine englischsprachige protestantische Schule. Er bezeichnete sich später selbst als „vollständig areligiös“. 1933 zog seine Mutter mit ihm und seiner Schwester nach Los Angeles in die Vereinigten Staaten. Sein Vater und ein Halbbruder zogen wenige Jahre später nach. An der University of California, Los Angeles (UCLA), erwarb Bern 1941 einen Bachelor und 1942 einen Master in Zoologie.

Am Zweiten Weltkrieg nahm Bern zwischen 1942 und 1946 als Parasitologe der United States Air Force an Schauplätzen des Pazifikkriegs teil. Nach dem Krieg erwarb er 1948 bei Boris Krichesky an der UCLA mit der Arbeit The experimental production of sex accessory pathologies in the male Dutch rabbit and their relation to urinary phosphatase levels einen Ph.D. Unmittelbar im Anschluss erhielt er eine Stelle an der University of California, Berkeley, wo er bis 1960 auf eine ordentliche Professur in der Abteilung für integrative Biologie aufstieg. Von 1962 bis zu seiner Emeritierung 1990 war er Leiter (Chair) der dortigen Unterabteilung für Endokrinologie.

In Berkeley arbeitete Bern zunächst vor allem zur Reproduktionsbiologie von Säugetieren, wenn auch Hühner und Frösche zu den Versuchstieren gehörten. Er gehörte zu den ersten, die endokrine Disruptoren untersuchten, und unter anderem seine Arbeiten führten zum Verbot von Diethylstilbestrol. Später wandte er sich der vergleichenden Endokrinologie zu und untersuchte die Neurosekretion bei unterschiedlichen Spezies, insbesondere verschiedenen Fischen und insbesondere der Botenstoffe Urotensin II und Prolaktin.

Bern veröffentlichte 866 wissenschaftliche Publikationen, war Mitherausgeber von sieben Fachbüchern und mehreren wissenschaftlichen Fachzeitschriften, darunter Neuroendocrinology, Journal of Comparative Physiology B und Acta Zoologica. Er betreute mehr als 46 Doktoranden und mehr als 90 Postdoktoranden und Gastprofessoren. Eine besonders intensive Kooperation pflegte er mit Wissenschaftlern aus Japan und er selbst hatte zahlreiche Aufenthalte an wissenschaftlichen Institutionen in Japan. Er galt als Verfechter einer akademischen Diversität, lange bevor der Begriff und das Prinzip allgemeine Anerkennung fanden. Die letzte wissenschaftliche Veröffentlichung Berns datiert aus dem Jahr 2008. Die Datenbank Scopus, die Zitationen überwiegend erst aus der Zeit nach den 1970er Jahren erfasst, gibt für Bern (Stand Oktober 2025) einen h-Index von 64 an.[1]

Howard Alan Bern starb im Alter von 91 Jahren an Krebs. Er war bis zu seinem Tode 64 Jahre lang mit Estelle Bern verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder.

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • Lynn M. Riddiford: Howard A. Bern 1920–2012. In: National Academy of Sciences (Hrsg.): Biographical Memoirs. 22. März 2022 (englisch, nasonline.org [PDF; 926 kB; abgerufen am 25. Oktober 2025]).
  • E. Gordon Grau et al.: In memory of Professor Howard A. Bern. In: General and Comparative Endocrinology. Band 176, Nr. 2, 1. April 2012, S. 121123, doi:10.1016/j.ygcen.2012.02.004.
  • Robert M. Dores, Deborah M. Power, Ian W. Henderson: Howard Bern and GCE. In: General and Comparative Endocrinology. Band 176, Nr. 2, 1. April 2012, S. 124125, doi:10.1016/j.ygcen.2012.02.005.

Einzelnachweise

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