Großer Hundstod
Berg in den Berchtesgadener Alpen an der Grenze Salzburg / Bayern
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Der Große Hundstod, manchmal auch einfach nur Hundstod, ist mit einer Höhe von 2594[4][1] beziehungsweise 2593 Metern[2][5] einer der Hauptgipfel des Steinernen Meers in den Berchtesgadener Alpen. Als Grenzgipfel zwischen Deutschland und Österreich (Bayern/Land Salzburg) ist sein Gipfel der höchste deutsche Punkt im Steinernen Meer.
| Großer Hundstod | ||
|---|---|---|
| Großer Hundstod von Westen, vom Seehorn | ||
| Höhe | 2594 m ü. A. [1] 2593 m ü. NHN[2] | |
| Lage | Bayern, Deutschland und Salzburg, Österreich | |
| Gebirge | Steinernes Meer, Berchtesgadener Alpen | |
| Dominanz | 4,5 km → Watzmann-Südspitze | |
| Schartenhöhe | 474 m ↓ Dießbachscharte | |
| Koordinaten | 47° 30′ 45″ N, 12° 53′ 10″ O | |
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| Alter des Gesteins | Dachsteinkalk aus der Trias | |
| Erstbesteigung | 4. September 1825 durch Karl Thurwieser mit Führer J. Ebser[3] | |
| Normalweg | Weißbach bei Lofer–Dießbachstausee–Ingolstädter Haus–Großer Hundstod | |
Name
Der Name des Berges, zu dem einige ältere Varianten belegt sind (Hundskopftod, Hundsthet, Hundstöd, Hundsöd, Hundsstätt)[6.1] wirft häufig die Frage nach Herkunft und Bedeutung auf. In der Literatur findet sich ein halbes Dutzend Erklärungsversuche: 1. ein Zusammenhang mit der Watzmannsage, in der die Hunde des Watzmann vom Hundstod herabstürzen[7] bzw. zu Stein erstarrt im Berg begraben liegen; 2. der Hundstod als "Hundsstätte"; 3. der Hundstod als Ort, an dem einmal Jagdhunde zu Tode gestürzt sind; 4. umgangssprachlich, weil die Besteigung insbesondere von Norden her "hundemüde" macht; 5. wegen eines Zusammenhangs mit einer Pinzgauer Adelsfamilie namens Hundt; 6. wegen seiner Form, die aus manchen Perspektiven einem riesigen Hundekopf ähnelt.[6.1]
Lage
Der Große Hundstod zählt zu den höheren Bergen in den Berchtesgadener Alpen und liegt südlich von Hochkalter und Watzmann am südlichen Rand des Berchtesgadener Landes. Er steht als dominanter Felskopf über der Südflanke des Steinernen Meeres, wie man es vom Pinzgau bei Zell am See sieht, und am Ende des Dießbachstausees (Dießbach zur Saalach).
- Die Südflanke des Großen Hundstod, durch die der Normalanstieg verläuft. Am unteren Bildrand das Ingolstädter Haus.
- Großer Hundstod über dem Südabbruch des Steinernen Meeres vom Zeller See (Zell am See-Süd)
- Großer Hundstod von West, rechts im Bild der kleine Hundstod
- Großer Hundstod von Südost, im Vordergrund der Funtensee
- Großer Hundstod von Westen, am Dießbachstausee
Vom Gipfel bietet sich an schönen Tagen ein umfassendes Panorama: im Nordosten der Hohe Göll, im Osten die Teufelshörner, im Südosten der Hochkönig und das übrige Steinerne Meer, im Süden das Zeller Becken und die Hohen Tauern, im Westen die Loferer Steinberge und das Kaisergebirge sowie im Norden der Hochkalter und der Watzmann.
Kleiner Hundstod
Etwa 0,7 km südwestlich des Gipfels befindet sich der komplett in Österreich liegende Kleine Hundstod ⊙.[2] Er ist 2263 m hoch und vom Großen Hundstod durch die 2210 m hohe Hundstodscharte getrennt.[4]
Hundstodgatterl
Etwa 0,8 km östlich des Gipfels befindet sich das 2188 m ü. NHN Hundstodgatterl ⊙.[2] Dieses ist der Gebirgspass zwischen Großem Hundstod und dem 2330 m ü. NHN hohen Schneiber.[2] Dieser Pass ermöglicht den Übergang zwischen Steinernem Meer und Wimbachtal.
Besteigung
Besteigungsgeschichte
Rechnet man das bereits 1783 bestiegene Seehorn zur Hochkaltergruppe (was von den meisten, aber nicht von allen Autoren so gehandhabt wird), ist der 1825 erstmals bestiegene Große Hundstod der Berg mit der frühesten dokumentierten Erstbesteigung im Steinernen Meer. Allerdings ist umstritten, wer die erste Besteigung durchgeführt hat:
- Der Alpinist Joseph Kyselak berichtet von seiner Besteigung eines Hundskopftods im Jahr 1825 im Zuge seiner Überschreitung des Steinernen Meers vom Königssee nach Saalfelden:
„Wer vom Schwindel – diesem eingebildeten Uebel, nichts weiß, der wird den hohen Hundskopftod gefahrlos besteigbar nennen; am leichtesten erklimmt man selben in schiefer Richtung von Osten nach Westen. In einer Stunde war, von der Hirtenhütte gerechnet, die mittere höchste Spitze dieser Alpe erklommen; mißvergnügt sieht man erst itzt, daß der gegenüber trotzende Watzmann weit höher seinen Scheitel erhebe, was vorhero kaum geglaubt wurde. Leicht überzeugt man sich, daß es thöricht wäre, auf dieser Alpe, wo die drei Spitzen kaum eben so viele Klafter Fläche biethen, und bloß durch gedehnte Felsrücken mit einander zusammenhängen, Hunde den gewandten Gemsen, deren vier bei unserer Ankunft ihre geübten Sätze hinabproduzirten, nachzujagen.
Noch war ich erstaunt über jener Alpenwächter beflügelten Fuß, als mein Führer mit lautem: »Ich habs, ich habs!« mir freudig die Hand drückte, und bat zu gedulden, bis er wieder zurück komme. Ich glaubte er sey plötzlich verrückt, und wolle eine Gemse erhaschen; denn wirklich eilte er die nemlichen Pfade ins Watzmannthal mit halsbrecherischer Schnelle herab. Ich strebte so viel wie möglich ihm nach; vergebens, er hatte zu viele Vortheile! Unwillig über den komischen Menschen, und mich, der so planlos eine mit Schweiß errungene Höhe verließ, stand ich zögernd und sah in die tiefe Schlucht, worin Romoser sich bereits verlor. Da gewahrte ich etwas schwarz und weißes undeutlich, das Leben verrieth; mein Fernrohr ließ mich fünf Schafe zählen, denen bereits der arme Hirte auf Hand und Füssen zukletterte, und sie langsam auf besseren Weg brachte.
Gerne verzieh ich nun dem Guten seine Treue für das ihm anvertraute Vieh, war aber eben so wenig entschlossen, wieder umzukehren auf die Hundskopf=Spitze, als mich vielmehr der Entschluß beseelte, den Watzmann zu ersteigen.“
Bis heute ist unklar, ob Kyselak mit dem "Hundskopftod" bzw. der "Hundskopf-Spitze" tatsächlich den Großen Hundstod meinte, und wenn ja, ob seine Schilderung glaubhaft sei. Als Gegenargument wird angeführt, dass die von Kyselak angegebene Aufstiegszeit von einer Stunde eine unmögliche Leistung darstelle, weswegen entweder die Gehzeit oder der Gipfel nicht stimmen könne.[9]
- Eindeutig belegt ist jedoch die Besteigung von Peter Karl Thurwieser mit J. Ebser, ebenfalls 1825. Im Jahr 1828 (nach anderen Quellen 1830) besteigt Thurwieser den Großen Hundstod zum zweiten Mal.[6.2]
Weitere dokumentierte Besteiger sind:
- Um 1840 der Botaniker Anton von Spitzel.[10]
- 1857 Franz von Schilcher mit dem Führer Sebastian Brandner.[6.3]
- 1867 Karl Hofmann und Josef Grafl (durch die Nordflanke).[11]
- 1868 Hermann von Barth.[6.4]
- 1949 oder 1950 Kardinal Julius Döpfner (im Rahmen seines Urlaubs in der Ramsau).[6.5]
Besteigung heute
Auf den Großen Hundstod gibt es für trittsichere und schwindelfreie Bergwanderer einen markierten Weg, der vom Ingolstädter Haus durch die steile Südflanke über Schrofen und Geröll in einer guten Stunde zum Gipfel führt. Das Ingolstädter Haus wird folgendermaßen erreicht: Entweder vom Salzburger Saalachtal bei Pürzlbach über den Dießbachstausee (in ca. 4 Stunden), von St. Bartholomä am Königssee über das Kärlingerhaus (in ca. 6 Stunden) oder von Ramsau bei Berchtesgaden über die Wimbachgrieshütte und das Hundstodgatterl (in ca. 6 Stunden).
Des Weiteren verzeichnet die Alpenvereinskarte einen Aufstieg von Südosten her. Davon abgesehen bieten sich noch weitere Aufstiegsmöglichkeiten an, die jedoch allesamt große alpine Erfahrung, meist sogar Kletterei und gute Ortskenntnisse erfordern, so zum Beispiel weglos durch die Nordflanke (leichte Kletterei, Zugang aus der Scharte zwischen Hundstodkendlkopf und Großem Hundstod). An der West- und Ostseite des Großen Hundstods gibt es Kletterrouten bis in extreme Schwierigkeitsgrade.
Siehe auch
Weblinks
- Großer Hundstod auf Peakbagger.com (englisch)
- Panorama vom Großen Hundstod auf www.alpen-panoramen.de
