Hồ-Dynastie
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Die Hồ-Dynastie (vietnamesisch Nhà Hồ, Chữ Nôm: 茹胡; Chữ Hán: 朝胡), offiziell Đại Ngu (大虞), war eine kurzlebige vietnamesische Dynastie, die von 1400 bis 1407 herrschte. Sie wurde von Hồ Quý Ly begründet, einem früheren Regenten der Trần-Dynastie, der 1400 den letzten Trần-Herrscher absetzte und sich selbst zum Kaiser erklärte. Bereits 1401 übergab er den Thron an seinen Sohn Hồ Hán Thương, blieb jedoch weiterhin die maßgebliche politische Figur. Sein Reich wurde 1407 von der chinesischen Ming-Dynastie erobert. Die von Hồ Quý Ly errichtete Zitadelle der Hồ-Dynastie in der heutigen Provinz Thanh Hóa wurde 2011 zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Hồ Quý Ly stammte aus einer Familie, die ihre Herkunft auf adelige Kreise in Südchina zurückführte und sich später in Thanh Hóa niederließ. Im späten 14. Jahrhundert gewann er am Hof der geschwächten Trần-Dynastie zunehmend Einfluss. Durch militärische Erfolge, Heiratsverbindungen und seine Stellung als Regent wurde er zur mächtigsten Person des Reiches. Zur Vorbereitung seiner Machtübernahme ließ er eine neue Hauptstadt, Tây Đô („westlichen Hauptstadt“), errichten. 1399 zwang er Kaiser Trần Thuận Tông zur Abdankung; im folgenden Jahr setzte er auch dessen minderjährigen Nachfolger ab und gründete die Hồ-Dynastie.
Nach seiner Thronbesteigung änderte Hồ Quý Ly den Staatsnamen von Đại Việt in Đại Ngu. Der Name bezog sich auf eine behauptete Abstammung der Familie Hồ vom chinesischen Altertumsherrscher Shun. Die Hồ-Herrscher leiteten mehrere Reformen ein. Dazu gehörten die Einführung von Papiergeld, eine Begrenzung des Großgrundbesitzes, die Öffnung von Häfen für den Außenhandel sowie Änderungen im Justiz-, Gesundheits- und Bildungswesen. So wurden nun Fächer wie Mathematik und Landwirtschaft neben konfuzianischen Texten gelehrt. Zudem wurde die vietnamesische Schrift Chữ Nôm gegenüber dem klassischen Chinesisch gefördert.
Die Legitimität der neuen Dynastie blieb umstritten. Anhänger der abgesetzten Trần-Dynastie wandten sich an den Hof der Ming-Dynastie. Als ein angeblicher Trần-Prinz mit chinesischer Unterstützung nach Vietnam zurückgeführt werden sollte, ließ Hồ Quý Ly ihn 1406 gemeinsam mit einem Ming-Botschafter an der Grenze töten. Hồ begann zudem, die südliche Grenze des Ming-Reiches zu bedrängen. Daraufhin entsandte der Yongle-Kaiser ein Heer gegen Đại Ngu. 1407 brach die Hồ-Herrschaft nach mehreren militärischen Niederlagen zusammen. Hồ Quý Ly, Hồ Hán Thương und weitere Angehörige der Familie wurden gefangen genommen und nach China gebracht. Vietnam geriet damit erneut unter chinesische Herrschaft, die als vierte chinesische Herrschaft über Vietnam bekannt wurde.
Literatur
- K. W. Taylor: A History of the Vietnamese. Cambridge University Press, Cambridge 2013, ISBN 978-0-521-87586-8.
- K. W. Taylor: The Birth of Vietnam. University of California Press, Berkeley 1991, ISBN 0-520-07417-3.
- Hok-lam Chan: The Chien-wen, Yung-lo, Hung-hsi, and Hsüan-te reigns, 1399–1435. In: The Cambridge History of China. 7: The Ming Dynasty, 1368–1644 (Part 1). Cambridge University Press, Cambridge 1990, ISBN 0-521-24332-7.
- Edward L. Dreyer: Early Ming China: A political history, 1355–1435. Stanford University Press, Stanford 1982, ISBN 0-8047-1105-4.
- Trần Trọng Kim: Việt Nam sử lược. 1919.