International Association for Vegetation Science

Wissenschaftliche Gesellschaft für Vegetationskunde From Wikipedia, the free encyclopedia

Die International Association for Vegetation Science (IAVS) (deutsch Internationale Vereinigung für Vegetationskunde) ist eine weltweite Organisation von Wissenschaftlern und anderen Mitgliedern, die theoretisch und praktisch über Vegetation forschen. Dabei sieht sich die IAVS als zentrale Anlaufstelle, sodass Wissenschaftler aus der ganzen Welt hier in Kontakt treten können und so die Forschung gefördert wird.

Gründung1939 in Montpellier
Schnelle Fakten International Association for Vegetation Science (IAVS), Rechtsform ...
International Association for Vegetation Science
(IAVS)
Logo
Rechtsform Freiwilligenverein
Gründung 1939 in Montpellier
Gründer Reinhold Tüxen
Sitz Brüssel
Zweck Förderung der Forschung, des Studiums und der Vernetzung zur Ökologie und den ökologischen Wissenschaften
Vorsitz Susan K. Wiser
Website www.iavs.org
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Geschichte

1939 wurde die Vorgängerorganisation der IAVS als International Phytosociological Society (IPS) mit Sitz in Montpellier gegründet[1]. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein erstes Treffen früherer Mitglieder und neuer Interessenten 1949 in Amsterdam[1]. 1954 kam es zur Neugründung als Internationale Vereinigung für Vegetationskunde (IVV) beim internationalen botanischen Kongress in Paris. Gründungsmitglieder waren Reinhold Tüxen und Willem Carel de Leeuw[2]. Diese Organisation war vor allem für das deutschsprachige Europa gedacht und hielt von 1956 bis 1981 jährlich eine internationale Tagung in Stolzenau, später in Rinteln ab, den Wohnorten ihres langjährigen Präsidenten Reinhold Tüxen.[3] Schon bald entwickelten sich diese Tagungen zu den wichtigsten Treffen im Bezug auf Vegetation, erst in Europa und später sogar weltweit. Zwischen 1981 und 1982 wurde dann die aktuelle Form der Organisation unter neuem englischen Namen als IAVS geschaffen, mit neuer Satzung und jährlichen internationalen Tagung und Studienfahrten in wechselnden Ländern.[4] In der Regel werden europäische Tagungsorte und nicht-europäische abgewechselt.

Weitere Informationen Jahr, Tagungsort ...
Tagungsorte
Jahr Tagungsort Land
2025 Greeley, Colorado Vereinigte Staaten (4)
2024 Madeira, Funchal Portugal (2)
2023 Coffs Harbour Australien (2)
2022 Madrid Spanien (3)
2021 Online
2020 keine Tagung
2019 Bremen Deutschland
2018 Bozeman, Montana Vereinigte Staaten (3)
2017 Palermo Italien (3)
2016 Pirenópolis Brasilien (2)
2015 Brünn/Brno Tschechien (2)
2014 Perth Australien
2013 Tartu Estland
2012 Mokpo Südkorea
2011 Lyon Frankreich (3)
2010 Ensenada Mexiko
2009 Kreta Griechenland
2008 Stellenbosch Südafrika
2007 Swansea Vereinigtes Königreich (2)
2006 Palmerston North Neuseeland
2005 Lissabon Portugal
2004 Kona, Hawaii Vereinigte Staaten (2)
2003 Neapel Italien (2)
2002 Porto Alegre Brasilien
2001 Freising Deutschland
2000 Nagano Japan
1999 Bilbao Spanien (2)
1998 Uppsala (2) Schweden
1997 Budweis/Ceske Budejovice Tschechien
1996 Lancaster Vereinigtes Königreich
1995 Houstan, Texas Vereinigte Staaten
1994 Bailleul (2) Frankreich (2)
1993 Santa Cruz de Tenerife, Kanarische Inseln Spanien
1992 Shanghai China
1991 Eger Ungarn
1990 Warschau Polen
1989 Uppsala Schweden
1988 Frascati Italien
1987 keine Tagung
1986 Halle (Saale) Deutsche Demokratische Republik
1985 Bailleul Frankreich
1984 Wageningen Niederlande
1983 Corrientes Argentinien
1982 Prag Tschechoslowakei
1965–1981 Rinteln Deutschland
1959–1964 Stolzenau Deutschland
1957–1958 keine Tagung
1956 Stolzenau Deutschland
1954–1955 keine Tagung
1953 Stolzenau Deutschland
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Präsidenten vor Susan K. Wiser (seit 2019) waren Reinhold Tüxen (bis 1980), Heinz Ellenberg (1982–1986), Sandro Pignatti (1986–1994), Elgene O. Box (1994–2007), Robert K. Peet (2007–2011) und Martin Diekmann (2011–2019).[5]

Aufgaben und Ziele

Erklärte Ziele sind die Förderung der Vegetationsforschung und Bildung über jene Wissenschaft, weiterhin die Veröffentlichung und Verbreitung von neuen Forschungsergebnissen auf dem Gebiet.[6] Auch will die IAVS internationale Kontakte zwischen Wissenschaftlern und über Interessengruppen die globale Zusammenarbeit erleichtern. Ebenso soll das Thema der Vegetationsforschung in den öffentlichen Fokus gerückt werden, um ein Bewusstsein für die Natur und Pflanzen bei der Bevölkerung zu schaffen, was dem Naturschutz und der Forschung zugutekommt.

Zeitschriften

Der Verein gibt die Zeitschrift Journal of Vegetation Science mit vegetationsökologischen Studien heraus. Bis zur Gründung der Zeitschrift im Jahr 1990 war Vegetatio das inoffizielle Publikationsorgan der Gesellschaft.[2]

Weitere internationale Zeitschriften unter Herausgeberschaft des Vereins sind Applied Vegetation Science für angewandte Themen und seit 2020 Vegetation Classification and Survey (ISSN 2683-0671) als Open-Access-Zeitschrift. Die Arbeitsgruppe European Dry Grassland Group (EDGG) gibt die Zeitschrift Palaearctic Grasslands (ISSN 2627-9827) heraus. Zudem erscheint seit 2013 mehrmals im Jahr das IAVS Bulletin (ISSN 2415-184X) als Mitgliederzeitschrift.

Arbeitsgruppen und Sektionen

Die IAVS hat Sektionen in Asien, Lateinamerika mit der Karibik, Nordamerika und Afrika. Zudem gibt es zahlreiche Arbeitsgruppen:[7]

  • Circumboreal Vegetation Map (CBVM)
  • EcoInformatics
  • Eurasian Dry Grassland Group (EDGG)
  • European Vegetation Survey (EVS)[8]
    • Die EVS unterhält das Europäische Vegetationsarchiv (EVA)[9] mit zahlreichen pflanzensoziologischen Vegetationsaufnahmen
      • Das Vegetationsarchiv ist mit der globalen Vegetationsdatebank sPlot abgestimmt und bei dem Globalen Index für Datenbanken von Vegetationsaufnahmen (GIVD) eingetragen. Die Nomenklatur ist auf die Euro+Med Datenbank abgestimmt. Das EVA enthält auch das Projekt ReSurveyEurope[10] bei dem alte Vegetationsaufnahmen wieder aufgenommen werden.
    • Die EVS erarbeitete und unterhält die Datenbank FloraVeg.EU[11], die einen Überblick gibt über die Vegetation Europas inklusive der pflanzensoziologischen Gliederung[12] mit ökologischen Informationen[13] und Verbreitungskarten[14]. Außerdem werden Europas Habitate gegliedert aufgeführt und mit den pflanzensoziologischen Verbänden verknüpt. Anhand charakteristischer Artenkombinationen werden die Habitattypen bestimmt und ihre Verbreitung beschrieben.[15]
    • Die EVS unterstützt den Naturschutz, indem sie Informationen für Natura2000 oder das Smaragd-Netzwerk zur Verfügung stellt. Außerdem stimmt die EVS die pflanzensoziologische Gliederung mit den EUNIS-Habitatklassifikation der Europäischen Umweltagentur ab. Sie stellt auch einen Algorithmus bereit, um von Vegetationsaufnahmen auf EUNIS-Habitattypen zu schließen.[16]
  • Group for Phytosociological Nomenclature (GPN)
  • Historical Vegetation Ecology
  • Vegetation Classification Working Group (VCWG)
  • Young Scientists

Auszeichnungen

Alexander-von-Humboldt-Medaille

Die höchste Auszeichnung der IAVS ist die Alexander-von-Humboldt-Medaille für herausragende Leistungen in der Vegetationsökologie.[17]

  • 2011: J. Phillip Grime (Vereinigtes Königreich)
  • 2013: G. David Tilman (Vereinigte Staaten)
  • 2015: Sandra Lavorel (Frankreich)
  • 2017: Stuart Chapin III (Vereinigte Staaten)
  • 2019: Pierre Legendre (Kanada)
  • 2025: Jens-Christian Svenning (Dänemark)

Ehrenmitglieder

Weitere Informationen Vorname, Nachname ...
Vorname Nachname Land Ernennung
Victor Westhoff (†) Niederlande 1988
Makoto Numata (†) Japan 1988
Heinz Ellenberg (†) Deutschland 1988
Alessandro Pignatti (†) Italien 1997
Dieter Mueller-Dombois (†) Deutschland | Vereinigte Staaten 1997
Akira Miyawaki (†) Japan 1997
Wladyslaw Matuszkiewicz (†) Polen 1997
David W. Goodall (†) Vereinigtes Königreich | Australien 1997
Salvador Rivas-Martínez (†) Spanien 2005
Eddy van der Maarel (†) Niederlande 2005
Hartmut Dierschke (†) Deutschland 2005
John Rodwell Vereinigtes Königreich 2010
J. Bastow Wilson (†) Neuseeland 2012
Kazue Fujiwara Japan 2014
Robert K. Peet Vereinigte Staaten 2016
Ladislav Mucina Slowakei | Australien 2018
Valério Pillar Brasilien 2020
Martin Zobel Estland 2023
Milan Chytrý Tschechien 2025
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Literatur

  • Jan Barkman: Reinhold Tüxen 1899–1980. In: Vegetatio. Band 48, Nr. 1, 1981, S. 87–91, doi:10.1007/BF00117365.

Einzelnachweise

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