Nationalpark Ichkeul
Nationalpark in Tunesien
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Der Nationalpark Ichkeul (arabisch المحمية الوطنية إشكل, französisch Parc national de l'Ichkeul) ist ein 12.600 Hektar großer Nationalpark im Norden Tunesiens, ca. 25 km südwestlich der Stadt Bizerte. International ist er als UNESCO-Weltnaturerbe klassifiziert und ist ein Ramsar-Gebiet.[1] Der Park besteht aus dem Ichkeul-See, seinem Feuchtgebiet und dem 511 Meter hohen Berg Dschebel Ichkeul, einem isolierten Kalkstein-Massiv.[2]
| Nationalpark Ichkeul | |
|---|---|
| UNESCO-Welterbe | |
| Vertragsstaat(en): | |
| Typ: | Natur |
| Kriterien: | (x) |
| Fläche: | 12.600 ha |
| Referenz-Nr.: | 8 |
| UNESCO-Region: | Arabische Staaten |
| Geschichte der Einschreibung | |
| Einschreibung: | 1980 (Sitzung 4) |
| Gefährdung: | 1996–2006 |
Das den Ichkeul speisende Frischwasser wird auch zur Versorgung der tunesischen Bevölkerung benötigt und vor dem See gestaut.[1]
Flora und Fauna
Der Nationalpark Ichkeul ist Lebensraum für mehr als 200 Vogelarten und über 500 Pflanzenarten. In manchen Wintern beherbergt er gleichzeitig mehr als 300.000 Wasservögel, darunter Enten, Gänse und Blässhühner. Zu den besonders bedeutsamen Arten zählen die Weißkopf-Ruderente, die Moorente und die Marmelente.[1]
Schutzstatus
Der Nationalpark wurde durch das Präsidialdekret Nr. 1608-80 vom 18. Dezember 1980 eingerichtet, vor allem zum Schutz des Feuchtgebiets Ichkeul und seiner bedrohten Avifauna, und im selben Jahr in die Liste des Weltnaturerbes der UNESCO eingetragen.[3][4] Als Feuchtgebiet steht er auch unter dem Schutz der Ramsar-Konvention.[5] Ichkeul ist der letzte verbleibende Fluss einer Kette, die sich früher über ganz Nordafrika entlangzog.[1]
Wassermanagement und ökologische Folgen
Die Hydrologie des Nationalparks beruht auf einem empfindlichen Zusammenspiel von saisonalen Süßwasserzuflüssen aus dem Einzugsgebiet, Verdunstung und dem Austausch mit Meerwasser. Wasserstand und Salzgehalt schwanken im Jahresverlauf deutlich. In niederschlagsreichen Perioden dehnen sich See und Sümpfe aus, während in trockenen Phasen der Salzgehalt steigt und sich die Feuchtgebiete zurückziehen können. Für die ökologische Stabilität des Gebiets sind daher sowohl die Zuflüsse aus dem Oberlauf als auch die Steuerung des Wasseraustauschs zwischen See und Meer, insbesondere über die Tindja-Schleusen, von zentraler Bedeutung.[1][6]
Durch die Stauung des Frischwassers in mehreren außerhalb des Nationalparks liegenden Staudämmen wurde die Wasserzufuhr deutlich verringert. Dadurch trockneten Teile der Feuchtgebiete aus, der Salzgehalt im See stieg, und die Bestände zahlreicher überwinternder Wasservögel gingen zeitweise zurück.[1][7] 1996 wurde der Nationalpark deshalb als gefährdet eingestuft und in die Rote Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen. Zwischen 1996 und 2006 wurden Maßnahmen zur Anpassung der Wasserverteilung und zur Verbesserung des Gewässermanagements umgesetzt. 2006 wurde der Park wieder von der Roten Liste gestrichen, da die biologische Vielfalt und die Funktion als wichtiger Vogelrastplatz erhalten blieben.[1]
Trotz dieser Verbesserung hängt die langfristige Erhaltung der Feuchtgebiete und Vogelpopulationen weiterhin von einer sorgfältigen Wasserbewirtschaftung ab, insbesondere in trockenen Jahren mit hohem Wasserbedarf für die Versorgung der tunesischen Bevölkerung.[1]
Weblinks
- Eintrag auf der Website des Welterbezentrums der UNESCO (englisch und französisch).
- Datenblatt der UNEP-WCMC (englisch)
