Isang Enders

deutscher Violoncellist From Wikipedia, the free encyclopedia

Isang David Enders (* 2. Februar 1988 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Cellist.

Das Sitkovetsky Trio (2023), von links: Alexander Sitkovetsky, Isang Enders, Wu Qian

Leben

Ausbildung

Geboren als Sohn einer deutsch-koreanischen Musikerfamilie, wurde Isang Enders nach dem koreanischen Komponisten Yun I-sang benannt.

Nach frühen Anfängen am Klavier begann er im Alter von neun Jahren Cello zu spielen. Im Alter von 12 Jahren wurde er Jungstudent in der Klasse von Michael Sanderling an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Danach studierte er bei Gustav Rivinius in Saarbrücken. Einen prägenden Einfluss hatten auch Truls Mørk und vor allem sein langjähriger Lehrer und Mentor Lynn Harrell.[1] Während des Studiums wurde Enders von der Deutschen Stiftung Musikleben und der Da-Ponte-Stiftung sowie durch ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert.[1] Im Jahr 2007 wurde er mit dem Darmstädter Musikpreis ausgezeichnet.

Außerdem nahm er an zahlreichen Meisterkursen teil, unter anderem bei David Geringas, Frans Helmerson, János Starker, Steven Isserlis, Martin Ostertag, Josef Schwab, Daniel Müller-Schott oder auch bei dem Komponisten Krzysztof Penderecki.[2]

Nach einer Unterbrechung und zwischenzeitlicher Berufstätigkeit (siehe unten) schloss Enders sein Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin ab.[1]

Tätigkeiten

Enders erlangte Aufmerksamkeit, als er sein Studium unterbrach und im Alter von 20 Jahren bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden für die seit über einem Jahrzehnt unbesetzte traditionelle Position „erster Konzertmeister der Violoncelli“ verpflichtet wurde. Er wirkte vier Jahre lang in der Staatskapelle.[3] 2012 verließ er Dresden wieder, weil er das Gefühl hatte, dass er sich neu orientieren sollte.[4] Anschließend übernahm er zwei Jahre lang eine Vertretungsprofessur an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.[5]

Als Solist spielte Enders unter anderem mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Schleswig-Holstein Festival Orchester und der Deutschen Streicherphilharmonie. Er trat bei etlichen Festivals auf, darunter das Rheingau Musik Festival, das Schleswig-Holstein Musikfestival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, die Schostakowitsch-Tage Gohrisch und das Verbier Festival.

Ein Schwerpunkt seiner musikalischen Tätigkeit ist die Kammermusik. Im Jahr 2017 wurde Enders der neue Cellist des Sitkovetsky Trios.[6] Die anderen Mitglieder, Alexander Sitkovetsky (Violine) und Wu Qian (Klavier), hatten das renommierte Streichtrio im Jahr 2007 gegründet. Im Jahr 2024 wurde Enders zudem Mitglied des traditionsreichen Gewandhaus-Quartetts.[3]

Enders spielt ein Cello des venezianischen Geigenbauers Carlo Tononi aus dem Jahr 1720, das ihm die Beare’s International Violin Society in London zur Verfügung stellt.[3]

Einzelnachweise

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