Islamischer Staat – Provinz Khorasan
afghanischer Ableger der Terrororganisation Islamischer Staat
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Islamische Staat – Provinz Khorasan (arabisch تنظيم الدولة الإسلامية - ولاية خراسان, DMG ad-daula al-islāmīya - wilāya ḫurāsān), kurz ISPK (auch IS-K, ISK, ISIS-K oder Daesh–Khorasan) ist der afghanische Ableger der islamistischen Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

Name
Der ISPK versteht sich als „Provinz“ (wilaya) des Islamischen Staats. Der Name bezieht sich auf die historische Provinz Chorasan, die im siebten Jahrhundert während des Kalifats von ʿUthmān ibn ʿAffān erobert wurde. Gemäß einer angeblichen Prophezeiung aus den Hadithen soll in Chorasan der Mahdi erscheinen. Neben Afghanistan und Iranisch-Khorasan beansprucht der ISPK auch die iranischen Provinzen Kerman und Sistan und Belutschistan sowie Zentralasien, Pakistan und Indien.[1][2]
Gründung und Vorgeschichte
Vorgeschichte (bis 2013/2014)
Die Grenzregionen entlang der Durand-Linie bieten seit Jahrzehnten Rückzugs- und Einsatzräume für afghanische Taliban, Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP), Al-Qaida (AQ), das Haqqani-Netzwerk und die Islamische Bewegung Usbekistans (IBU). Auch Schwarzmärkte – Drogenhandel, Erpressung, illegaler Bergbau, Waffenschmuggel – stärkten die Finanzierungsbasis der verschiedenen Akteure. Zusätzlich erschwerten politische Spannungen zwischen Pakistan und den jeweiligen Regierungen in Kabul eine effektive Grenzsicherung.[3.1] Nach dem Sturz des Taliban-Emirats durch die US-geführte Intervention im Jahr 2001 formierte sich in Afghanistan eine erneute Aufstandsbewegung, deren Kern die Taliban bildeten. Das Ziel war es, die eigene Herrschaft wiederherzustellen oder die in Kabul etablierte Republik zumindest zu politischen Zugeständnissen zu zwingen. Anders als die Taliban, die bereits in den 1990er Jahren ein Staatsgebilde geführt hatten, verfügten viele andere aktive jihadistische Organisationen in der Region über keine vergleichbare Regierungserfahrung. Ihr Spektrum reichte von belutschistischen Gruppen über zentralasiatische Organisationen mit dem Ziel, die Regime ihrer Heimatstaaten zu stürzen, bis hin zu pakistanischen Gruppierungen, die entweder einen Scharia-Staat in Pakistan anstrebten oder in Afghanistan kämpften. Zahlreiche dieser Akteure waren – im Unterschied zu den vorwiegend national ausgerichteten Taliban – unterschiedlich in transnationale dschihadistische Netzwerke eingebunden und verknüpften lokale Konflikte mit der Idee eines globalen Dschihad.[4.1]
Bis 2011 hatte sich Afghanistan zu einer der zentralen Zonen des regionalen Dschihadismus entwickelt. Innerhalb der Taliban bildeten sich mehrere Fraktionen heraus, darunter die Quetta-, Peshawar- und Miran-Shah-Schura; 2014 entstand das sogenannte „Mashhad Office“[4.2], das sich 2016 von der Quetta-Schura löste, während die Peshawar-Schura im selben Jahr in zwei Teile zerfiel, wovon einer zur „Schura des Nordens“ wurde.[4.2] Parallel unterhielt die Hizb-i Islami unter Gulbuddin Hekmatyar bis zu ihrem Abkommen mit Kabul (2016) einen kleineren, regional begrenzten Aufstand.
In Pakistan agierten zeitgleich hunderte Gruppierungen, darunter Lashkar-e-Taiba (LeT), Sepah-e-Sahaba, die Tehrik-e-Taliban Pakistan mitsamt Splitterfraktionen wie Jamaat-ul-Ahrar, ferner Jaish-e Mohammad (JeM), Lashkar-e-Jhangvi (LeJ), Harakat-ul-Mujahidin und Jundullah. In Iran – vor allem in Belutschistan – traten Organisationen wie Jundullah, Harakat-e-Ansar-e-Iran, Jaish al-Adl und Harakat-e-Islami Sistan hervor. In Zentralasien wirkten unter anderem Jamaat Ansarullah (Tadschikistan), sowie später Harakat-i Islami-i Tajikistan und die nach einem ehemaligen tadschikischen Offizier benannte Formation Harakat-i Islami-i Gulmorad Halimov. Neben national verankerten Organisationen befanden sich in der Region auch transnationale Netzwerke. Hierzu zählten die Islamische Bewegung Usbekistans, uigurische Formationen wie die Turkestan Islamic Party (TIP) und tschetschenische Kämpfer, die dem „Kaukasus-Emirat“ zugerechnet wurden. Viele dieser Akteure waren über Kontaktkanäle, Ausbildungsbeziehungen und Finanzflüsse mit Al-Qaida[4.3] oder dem „Islamischen Staat“ (IS) verbunden. Besonders Al-Qaida funktionierte als logistischer und ideologischer Knotenpunkt, obwohl die Zahl der Kernmitglieder in Afghanistan und Pakistan nach 2001 begrenzt blieb. Diese Funktion als „Zentrale“ förderte den Austausch zwischen lokalen und auswärtigen Akteuren und trug dazu bei, dass die Kriegsschauplätze am Hindukusch, in Iran-Belutschistan und in den zentralasiatischen Grenzregionen miteinander verwoben blieben.[4.4]
Seit etwa 2010 verschoben sich Wahrnehmungen innerhalb der dschihadistischen Milieus. In Teilen der Taliban-Führung wuchs die Bereitschaft, politische Gespräche mit Kabul zu suchen. Die Aussicht auf eine Verhandlungslösung schwächte – in den Augen mancher Sympathisanten – die Position der Taliban als treibende Kraft des bewaffneten Widerstands. Zugleich veränderte der Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges die strategischen Prioritäten der Organisationen. Al-Qaidas Netzwerke in Afghanistan und Pakistan begannen ab 2012 verbündeten Kommandeuren zu empfehlen, Kämpfer nach Syrien zu entsenden. Das Ziel dahinter war das Narrativ eines „globalen Dschihad“ zu stärken, neue Finanzquellen zu erschließen und den eigenen Einfluss in der weiteren Region „Khorasan“ auszubauen. Eine entscheidende Rolle spielte der TTP-Kommandeur Hafiz Saeed Khan, der im Juli 2012 ein erstes Kontingent von Freiwilligen nach Syrien schickte (zunächst zu Jabhat al-Nusra). Auch das Haqqani-Netzwerk und Teile der Peshawar-Schura beteiligten sich daran. Ein Teil der Motivation lag in den höheren Soldzahlungen im syrisch-irakischen Raum, die die Rekrutierung im Vergleich zum afghanischen Kampfgebiet attraktiver erscheinen ließen. An den Syrienkrieg knüpften auch weitere Gruppen aus „Khorasan“ an, darunter Lashkar-e-Taiba, Lashkar-e-Jhangvi, Jaish ul-Adl und die Islamische Bewegung Usbekistans. Während Unterstützungsleistungen anfangs überwiegend Jabhat al-Nusra galten, wechselten seit 2013/2014 einige Kämpfer zum „Islamischen Staat“.[5]
Die Neuausrichtung beruhte zum einen auf der Wahrnehmung einer größeren finanziellen Leistungsfähigkeit des IS, zum anderen auf Zweifeln an der Verlässlichkeit traditioneller Geldgeber. Außerdem stand die Befürchtung im Raum, dass Friedensverhandlungen die Führungsstrukturen der Taliban schwächen könnten und die Ausgrenzung von Hardlinern – den Vertretern des radikalsten Flügels der Gruppe – zur Konsequenz hätten. Vor diesem Hintergrund erschien der IS manchen Akteuren als mögliche Alternative zu den afghanischen Taliban und der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP).[4.5] Die wachsende Bewegungskraft in Richtung IS spiegelte sich auch in organisatorischen Handlungen. Noch vor der offiziellen IS-Kalifatsproklamation im Juni 2014 veranlassten Spitzenfunktionäre des IS (darunter Abu Bakr al-Baghdadi, Muslim Turkmani und Abu Omar al-Shishani) Rückkehrer aus Syrien und dem Irak, in Afghanistan, Pakistan, Zentralasien und Iran eine regionale Struktur aufzubauen. Bereits im April 2014 ernannte al-Shishani den Afghanen Qari Wali Rahman zum Repräsentanten des IS in der Region Afghanistan und Pakistan. Die ersten sichtbaren Spuren in Afghanistan waren Propagandamaterialien im Sommer 2014 und gegen Jahresende mehrten sich Berichte über Trainingslager, unter anderem in Kunar.[4.6]
Frühes Aufkommen und Formierung (2014–2015)
Die Vorphase bis 2014 war von zwei Entwicklungen gekennzeichnet. Es herrschte weiterhin eine ausdifferenzierte Gewaltlandschaft in der Region „Khorasan“, in der Taliban-Fraktionen, TTP-Splitter, AQ-verbundene Netzwerke und transnationale Formationen nebeneinander agierten. Hinzu kam eine Kontroverse innerhalb al-Qaidas: Im Frühjahr 2014 wandten sich mehrere hochrangige Kader dem „Islamischen Staat“ zu und legten ihm einen Treueeid ab. Der dadurch ausgelöste Elitentransfer trug dazu bei, dass der sich formierende „Islamische Staat Khorasan“ (IS-K/ISPK) von Beginn an auf erfahrene Kommandeure und Ausbilder zurückgreifen konnte. Der organisatorische Grundstein für die spätere „Wilayat Khorasan“ wurde im Laufe des Jahres 2014 gelegt. In verschiedenen Räumen Afghanistans und Pakistans entstanden parallel voneinander unabhängige Netzwerke, die zunächst ohne übergeordnete Koordination agierten, sich ideell und personell aber alle am „Islamischen Staat“ in Syrien und im Irak orientierten. Die Kontakte waren teils informell, teils durch Unterhändler vorbereitet.[6][3.2]
Zu den frühesten Kernen zählte das von Abdul Rauf Khadim aufgebaute Netzwerk in Helmand. Khadim, vormals Mitglied des Taliban-Militärrats und 2007 aus dem US-Lager Guantanamo entlassen, setzte nach seiner Rückkehr auf eine eigene Organisationsstruktur. Er hatte bereits im Jahr 2012 Freiwillige nach Syrien entsandt und pflegte enge Verbindungen zur IS-Führung.[4.7] Im Januar 2015 bekannte er sich öffentlich zum IS und begann Kämpfer in Helmand und in angrenzenden Provinzen zu werben. Im Februar 2015 wurde Khadim bei einem Drohnenangriff getötet[7][8], worauf sein Neffe Wahidullah Wahid ihn ersetzte.[4.8]
Ein weiterer Kern entstand um Azizullah Haqqani, einen hochrangigen Kommandeur des Haqqani-Netzwerks. Nach seiner Rückkehr nach Wasiristan im Jahr 2014 versammelte er etwa 600 Kämpfer, erklärte am 11. August 2014 den Anschluss an den IS und begann Freiwillige zu rekrutieren.[4.9][9]
Parallel entstand in Pakistan eine der wichtigsten Keimzellen: die Tehrik-e-Khilafat Pakistan (TKP). Sie wurde am 15. Juli 2014 von abtrünnigen Kommandeuren der Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP) gegründet – darunter Hafiz Saeed Khan (Orakzai), Shahidullah Shahid (ehemaliger TTP-Sprecher), Mufti Hassan Swati (Peshawar), Khalid Mansoor (Hangu), Gul Zaman (Khyber), Hafiz Dawlat Khan (Kurram), Abdul Bahar Mehsud (Waziristan) und Abu Bakr (Bajaur) – und am 14. August 2014 öffentlich verkündet. Den Gründern folgten mehrere Hundert Kämpfer; interne Angaben bezifferten die Ausgangsstärke der TKP auf rund 2.000 Mitglieder, darunter ein erheblicher Anteil an Rückkehrern aus Syrien sowie Neurekrutierten.[10][4.10]
Diese parallel entstandenen Netzwerke bildeten die Grundlage für eine spätere organisatorische Konsolidierung unter dem Dach einer „Provinz Khorasan“. Trotz interner Spannungen, externer Eingriffe und teils entschlossener Gegenwehr der Taliban gelang es dem IS-Lager, im Zeitraum 2014/15 in Afghanistan und Pakistan erste belastbare Präsenz zu etablieren und Rekrutierungs- sowie Logistiklinien aufzubauen. Neuere Darstellungen verweisen auf die breite Koalitionsbildung und Defektionsdynamik dieser Jahre: Neben TTP-Fraktionen und Taliban-Aussteigern traten auch AQ-Überläufer und lokale Salafis bei. Dazu verschafften vereinzelte Kooperationen mit Gruppen wie Lashkar-e-Jhangvi, Lashkar-e-Islam oder Jamaat-ul-Ahrar einen Zugang zu Versorgungsrouten und städtischen Netzen.[3.3]
Offizielle Etablierung (ab 2015)
Am 26. Januar 2015 verkündete der IS-Sprecher Abu Muhammad al-Adnani die Gründung der „Wilayat Khorasan“.[11] Mit dieser Proklamation wurden zuvor lose und räumlich voneinander getrennt agierende Pro-IS-Netzwerke in Afghanistan und Pakistan unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach zusammengeführt. In der Außendarstellung traten die Gruppen fortan einheitlich als „Daesh Khorasan“ bzw. „Khilafat Islami“ auf. Die Herkunft aus Unterstrukturen – etwa aus der Tehrik-e-Khilāfat Pakistan (TKP) oder aus Haqqani-Abspaltungen – verlor in der öffentlichen Kommunikation an Bedeutung, blieb an der Basis jedoch zunächst wirksam.[4.7] Die Leitung der neuen Provinz übernahm Hafiz Saeed Khan, der bereits im Januar 2015 von Abu Bakr al-Baghdadi zum ersten Gouverneur (Wālī) ernannt wurde; als Sprecher fungierte Shahidullah Shahid. Unterstützt wurde die Führungsebene von weiteren früheren TTP- und LeJ-Kommandeuren. Parallel etablierte IS-Zentral binnen weniger Monate einen „Sonderrepräsentanten“ als politischen Aufseher, der die Einhaltung zentraler Vorgaben überwachte und die direkte Verbindungskette nach Syrien/Irak sicherstellte. Der „IS-Khorasan“ durfte sich zwar im operativen Rahmen weitestgehend autonom bewegen, jedoch beanspruchte IS-Zentral Führungsfragen und die ideologische Ausrichtung (sowie die damit verbundene Konformität aller zugehörigen Gruppen) für sich.[3.4][4.11]
Die Beziehung zu IS-Zentral war in der Frühphase durch regelmäßige Berichtslagen und Rundschreiben strukturiert. IS-K übermittelte monatliche Berichte zu Operationen, Medienausgaben und organisatorischen Änderungen. Ein Bericht, welcher nach dem Tod von Hafiz Saeed Khan im Juli 2016 verfasst wurde, meldete die Ernennung eines Emirs und die Einrichtung einer militärischen Schūrā, einer Scharia-Schlichtungskommission und eines „Office of Tribes“[3.5] für Stammeskontakte. Rundschreiben gaben Leitlinien zu Administration und Mediennutzung vor (beispielsweise für die Streitbeilegung, Predigtinhalte, Konfiszierungen, Disziplinarmaßnahmen). Auch Finanz- und Logistikfragen wurden behandelt, denn Berichte aus 2016 verweisen auf Finanzengpässe, sowie durch Luftschläge beeinträchtigte Medien- und Versorgungsstellen. Der IS bat im Juni 2016 um eine Alternative für die Zustellung von Geldern an ISPK (unter anderem über Dubai/Ägypten), um persönliche Geldübergaben zu ermöglichen. Zugleich enthielten die Lageberichte einen Überblick des Personals (Entwicklung der Mitgliederzahlen, Besetzung der Führungspositionen, Übertritt und Anschluss von Führungspersonen anderer Gruppen, Auflistung von zugehörigen Gruppen) und der internen Streitigkeiten des ISPK.[3.6]
In Gebieten unter seiner Kontrolle führte der ISPK salafistisch geprägte Verbote/Gebote ein, darunter restriktive Regeln zu Musik und Praktiken an Heiligtümern, außerdem ein striktes Drogenverbot. Quellen berichten ab 2016 von der Vernichtung von Anbauflächen, der Auferlegung von Bußgeldern und Sicherstellungen von Rauschmitteln. Zugleich erschienen Hinweise auf Korruption beziehungsweise einzelne Lockerungen der Verbote. Die Gruppe versuchte zwar lokale Einnahmen zu erschließen (Besteuerung, Abgaben, Kontrolle wirtschaftlich relevanter Sektoren), blieb aber in den Anfangsjahren von Geldern aus dem Ausland abhängig. Inspektoren der IS-Zentrale prüften regelmäßig Kassen und Abläufe in Dubai, Pakistan und Afghanistan.[4.12]
Die strategische Planung des ISPK sah Afghanistan als primären Einsatz- und potenziellen Rückzugsraum, wobei einige Gründe hierfür die unübersichtlicher Topographie und eine schwächere staatliche Kontrolle waren. Währenddessen fungierte Pakistan zunächst als logistischer Standort. Das Vorgehen der Gruppe richtete sich in den Regionen Afghanistans auf die Umsetzung zweier Modelle: den Aufbau kleinräumiger, leicht zu verteidigender Operationsorte zur schrittweisen Ausdehnung und Rekrutierung und die Schaffung größerer Standorte als Kommando- und Logistikstandorte für konventionelle Operationen. Diese Pläne betrafen Ghazni, Badachschan, Helmand, Zabul sowie später Dschuzdschan und Sar-i Pul. Die Rekrutierung über die bestehenden kleinen und großen Operationsstandorte hinaus sollte durch den Einsatz verdeckt operierender Kommandos erfolgen. Diese Einheiten waren damit beauftragt, Gleichgesinnte, lokale Stammesoberhäupter ebenso wie weitere einflussreiche Personen aufzusuchen und ihnen die ideologischen Grundsätze der Organisation zu vermitteln. Ziel dieser Aktivitäten war es, ein unterstützendes soziales und politisches Umfeld zu schaffen, das eine spätere Gebietsausweitung erleichtern sollte. Die Priorität lag dabei auf wirtschaftlich bedeutsamen Regionen und Standorten, deren Kontrolle zur finanziellen Unabhängigkeit der Organisation beitragen konnte.[4.13]
Hierbei spielte das Gebiet Nangarhar eine zentrale Rolle. Ab dem Jahr 2015 wurde die Region zum Haupteinsatzgebiet der Organisation und war zunächst als Kommandozentrale vorgesehen. Berichten zufolge existierte jedoch kein einheitlicher Plan innerhalb der Gruppe, die Region gezielt einzunehmen. Das Vorhaben, die Kontrolle über Teile Nangarhars zu übernehmen, ergab sich vielmehr aus der Nähe zu lokalen Unterstützern, der geografischen Beschaffenheit des Mohmand-Tals im Distrikt Atschin, welches sich als günstiger Verteidigungspunkt erwies, und dem Einfluss der Geldgeber des ISPK. In der Anfangsphase wurde seitens des ISKP das Narrativ vertreten, dass die Taliban in Afghanistan eine zu dominante Präsenz innehätten und den Vormarsch des ISKP störten. Ziel war es, die Taliban durch die Unterbrechung von Versorgungsrouten und die Übernahme von Steuerquellen in Nangarhar zu schwächen. Da sich der ISKP zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbauprozess befand, galten derartige Vorhaben als überambitioniert. Die unmittelbare Priorität lag vielmehr in der Etablierung einer stabilen Präsenz in Afghanistan, sowie in der Rekrutierung neuer Mitglieder, um langfristig größere Operationen durchführen zu können. Ein Beispiel für ein solches Verteidigungslager befand sich in Sherzad (Nangarhar), wo rund 150 Kämpfer stationiert waren. Ein weiterer Einsatzort war Zabul, der ebenfalls als strategischer Knotenpunkt vorgesehen war. Im Verlauf des Jahres 2015 berichteten verschiedene Quellen wiederholt über ISPK-Aktivitäten in diesen Gebieten, die sich ab November desselben Jahres verfestigten. Kämpfe zwischen den Taliban und dem ISKP sowie dessen Verbündeten der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) bestätigten diese Entwicklungen. Im Jahr 2016 verlagerte der ISKP seine Aktivitäten verstärkt nach Warduj, während 2017 insbesondere der Norden Zabuls, Kunar und das Mohmand-Tal in Nangarhar als zentrale strategische Gebiete galten.[4.14]
Die Präsenz des ISKP in Pakistan um 2015 war im ersten Jahr von gegenseitiger Zurückhaltung geprägt. Der ISKP mied direkte Angriffe auf den pakistanischen Staat, fokussierte sich stattdessen auf schiitische Ziele (unter anderem Kurram oder Quetta) und nutzte Pakistan für logistische Zwecke. Die pakistanische Regierung und dessen Geheimdienst (ISI) hingegen beobachteten den ISPK, ohne anfangs die von ihm ausgehende Gefahr ernst zu nehmen. Dieses Verhalten führte zu Spekulationen über verdeckte Kontakte zwischen ISPK und Teilen des Geheimdienstes ISI. Ehemalige Mitglieder berichteten von logistischer Unterstützung, während offizielle Stellen dies zurückwiesen. Wahrscheinlich verfolgte Pakistan eine pragmatische Politik aus Duldung, punktueller Kooperation und gelegentlicher Eindämmung, abhängig von der jeweiligen Interessenlage.[4.15] Ab 2016 änderte sich das Verhältnis deutlich. Nach den Grenzzusammenstößen bei Torcham[12] suchte ISI verstärkt den Kontakt zu ISPK und versuchte, die Organisation zu infiltrieren. Gleichzeitig verübte ISPK mehrere schwere Anschläge auf pakistanischem Boden, darunter den Angriff auf das Krankenhaus in Quetta im August 2016, den Anschlag auf die Polizeiakademie von Quetta im Oktober[13] und auf ein Sufi-Heiligtum in Belutschistan im November.[14] Anfang 2017 berichteten Quellen von einer zunehmenden Verlagerung in pakistanische Städte wie Peshawar, Lahore, Islamabad und Quetta. Zugleich verschoben sich die Prioritäten der Organisation. Innerhalb von ISPK und unter bestimmten Geldgebern wuchs der Druck, chinesische Interessen in Pakistan anzugreifen. Uigurische und hui-muslimische Mitglieder drängten zu Anschlägen auf wirtschaftliche und symbolische Ziele, um neue Finanzquellen zu sichern.[4.16][15]
Rivalität mit den Taliban
Der IS warf den Taliban vor, in Pakistan mit dem dortigen Militärgeheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) und im Iran mit den schiitischen iranischen Revolutionsgarden zu kooperieren, was für den IS einen Verrat an eigenen islamistischen Überzeugungen darstellt. Er betrachtet die Taliban daher als vom Glauben Abgefallene, die zu töten seien.[15] Trotz der starken Rivalität – dem Kampf um die Herrschaft in Afghanistan – zwischen dem ISPK und den al-Qaida nahestehenden Taliban, sind die Grenzen zwischen den Taliban und dem IS durchlässig: Frustrierte Talibanführer aus Afghanistan und Pakistan fanden beim IS eine attraktive Alternative, da sie in dessen Hierarchie schnell aufsteigen konnten. Der IS zahlt zudem vergleichsweise gute Gehälter. Anfangs kam das Geld des ISPK aus der Mutterorganisation IS in Syrien und dem Irak, dann zunehmend von privaten Spendern aus den Anrainerstaaten des Arabischen Golfs.[15]
Nach der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im Jahr 2021 versuchten sich die Taliban von dem Einfluss des pakistanischen Geheimdienstes ISI zu lösen. Indizien, Zeugen und offiziellen Stellungnahmen der Taliban zufolge finanziert der ISI seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan dessen Konkurrenten ISPK.[16] Nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan haben die Taliban in Haft befindliche IS-Mitglieder außergerichtlich hingerichtet.[17]
Führung und Anwerbung
Ein Großteil der operativen Befehlshaber des ISPK sollen Tadschiken sein, wobei nicht klar ist, ob sie aus Tadschikistan stammen oder der tadschikischen Bevölkerung in Afghanistan angehören.[18]
Der ISPK wirbt insbesondere tadschikische Gastarbeiter in Russland gezielt mit zahlreichen Botschaften in tadschikischer Sprache an. In Russland halten sich 1,3 Millionen Tadschiken, teils unter sklavenähnlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, als Arbeitsmigranten auf. So werden sie dort teils um ihre Bezahlung betrogen, zu Dutzenden in Quartiere gepfercht und sind mit dem Rassismus vieler Russen konfrontiert. Familien- und Freundschaftsbande rissen unterdessen oft ab. Nach Einschätzung des britischen Politikwissenschaftlers und Tadschikistan-Experten Edward Lemon sind tadschikische ISPK-Mitglieder vor ihrer Anwerbung mitunter nicht unbedingt besonders religiös, sondern durch ihre Erfahrungen in Russland radikalisiert. Diese Einschätzung stützt sich auf Angehörige von tadschikischen ISPK-Mitglieder, die selbiges berichten. Der tadschikische Staatspräsident Emomalij Rahmon, der selbst Muslim ist, implementierte in Tadschikistan zahlreiche repressive Maßnahmen, um dem Islamismus zu begegnen. Rahmon ließ im Zuge des wachsenden Einflusses des ISPK außerdem eine soziale Kampagne starten, um einer Radikalisierung von tadschikischen Gastarbeitern in Russland vorzubeugen.[18]
Finanzierung
Ab 2015 begann der ISPK, Steuern auf Landwirtschaft, wirtschaftlichen Aktivitäten und Schmuggel zu erheben. Einer Quelle zufolge betrugen die jährlichen Steuereinnahmen Mitte 2015 etwa 25 Millionen US-Dollar, laut einer anderen Quelle beliefen sich die Einnahmen für das erste Halbjahr 2016 auf etwa 33 Millionen US-Dollar. Externe Unterstützung kommt vor allem von reichen Privatpersonen überwiegend aus Saudi-Arabien, aber auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Katar. ISPK-Quellen zufolge kommen Spenden auch von den Staaten Saudi-Arabien, Katar und Kuwait. Im Jahr 2015 betrugen die Einnahmen von privaten Spendern 66 Millionen US-Dollar, von staatlichen Unterstützern zwischen 63 und 115 Millionen US-Dollar; im Jahr darauf verdoppelten sich die Spenden von Privatpersonen auf 120 Millionen US-Dollar, während sich die staatlichen Einnahmen auf 40 Millionen US-Dollar reduzierten.[19]
Aktivität in „Khorasan“
2015
Im April 2015 bekannten sich Angehörige des ISPK mehrfach zu einem Anschlag in Dschalalabad, bei dem 30 Menschen ums Leben kamen und mehr als 100 verletzt wurden.[20]
2016 bis 2020
Im Jahr 2017 hatte etwa einer von fünf Luftangriffen der USA in Afghanistan IS-Terroristen zum Ziel, die übrigen die Taliban.[5]
Nach den militärischen Niederlagen des IS im Irak (im Jahr 2017) und Syrien (im Jahr 2019) wurde Afghanistan zu einem Rückzugsgebiet für die IS-Terroristen.[21]
Von 2014 bis 2019 sind nach Angaben der afghanischen Regierung 45.000 Soldaten der afghanischen Nationalarmee im Kampf gegen islamistische Gruppierungen wie die Taliban und den IS gefallen.[22][23] Als sich der ISPK im Sommer 2018 in der Provinz Kunar weiter ausbreitete, kooperierten Regionalregierung und die Taliban militärisch in der Region miteinander, bis sie den IS dort im Februar 2020 besiegt hatten. Auch die US-amerikanische Luftwaffe mied dort in jener Zeit Angriffe auf die Taliban.[24]
Seit 2021
Im Jahr 2021 ermordete der IS mehr Menschen in Afghanistan als anderswo: Insgesamt gab es 365 durch den ISPK verübte Anschläge in Afghanistan, mit 2210 Todesopfern.[21]
Am 26. August 2021 verübte der ISPK ein Selbstmordattentat am Flughafen Kabul. Dabei starben mindestens 185 Menschen, darunter 13 US-Militärangehörige; mehr als 150 weitere wurden verletzt, darunter 18 US-Militärangehörige.[25][26] Der Attentäter Abdul Rahman Al-Logari trug etwa 15 Kilogramm Sprengstoff in einer mit Kugellagern gefüllten Tasche oder Weste bei sich. Al-Logari war vier Jahre zuvor in Indien verhaftet, nach Afghanistan überstellt und im Militärgefängnis Bagram inhaftiert worden und gehörte zu den Tausenden von Gefangenen, die von den Taliban am 15. August freigelassen wurden.[27][28] Im April 2023 gab das Weiße Haus bekannt, dass die Taliban in einer Militäroperation den Anführer der für die Planung des Anschlags verantwortlichen Zelle getötet haben.[29]
Die Bombenanschläge in der iranischen Stadt Kerman Anfang 2024 mit mehr als 90 Toten und mehreren hundert Verletzten sind mutmaßlich von Tadschiken, die dem ISPK zugerechnet werden, vorbereitet und ausgeführt worden.
ISPK in Europa
Im Februar 2023 erhob die deutsche Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen russischen Staatsangehörigen und einen Mann mit deutscher sowie kosovarischer Staatsbürgerschaft wegen des Verdachts auf Unterstützung respektive Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Gewaltdarstellung, Vorbereitung respektive Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Beide standen in Kontakt mit dem ISPK, erhielten von diesem Anleitung beim Bau von Sprengsätzen, riefen zu Terroranschlägen in Deutschland auf bzw. bereiteten solche vor und übermittelten Geld an den ISPK in Afghanistan.[30]
Im März 2023 bestätigte der deutsche Bundesgerichtshof in der Revision eine Verurteilung von fünf Tadschiken zu mehrjährigen Freiheitsstrafen wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstößen gegen das Waffen- und Außenwirtschaftsgesetz.[31] Die Männer waren zwischen 2011 und 2017 nach Deutschland eingereist, ihre Asylanträge wurden abgelehnt. Sie hatten sich dem ISPK angeschlossen, gemeinsam mit Weiteren eine Terrorzelle gebildet, sich Waffen verschafft und bereits Vorbereitungen für einen dschihadistischen Sprengstoffanschlag in Deutschland getroffen.[32]
Im Juli 2023 ließ die deutsche Bundesanwaltschaft sieben mutmaßliche Mitglieder einer islamistischen terroristischen Vereinigung festnehmen. Die kirgisischen, tadschikischen und turkmenischen Staatsbürger waren kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine von der Ukraine nach Deutschland eingereist und stehen unter dem Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Inland. Sie standen in Kontakt zum ISPK. Sie hatten demzufolge mögliche Anschlagsziele in Deutschland ausgekundschaftet, versucht Waffen zu beschaffen und Geld an den ISPK übermittelt.[33]
Im Dezember 2023 wurden Anschlagspläne auf den Kölner Dom und den Wiener Stephansdom mit dem ISPK in Verbindung gebracht.[34] Am Heiligabend durchsuchte die Polizei in Wesel eine Wohnung und nahm fünf Personen vorläufig fest. Vier von ihnen wurden am Folgetag wieder auf freien Fuß gesetzt; gegen einen 30-jährigen Tadschiken wurde zur Gefahrenabwehr Langzeitgewahrsam bis zum 7. Januar 2024 verhängt. Der den nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden nach deren Angaben bis dahin nicht bekannte Mann wird verdächtigt, den Kölner Dom ausgespäht zu haben.[35] Der Dom blieb zunächst für touristische Besuche geschlossen, nur liturgische Aktivitäten wurden fortgesetzt.[36] Am 31. Dezember wurden bei Zugriffen in Duisburg, Herne und Nörvenich drei weitere Verdächtige festgenommen.[37] Der in Wesel festgenommene Tadschike wurde im Februar 2024 wegen des Vorliegens eines von Österreich ausgestellten Europäischen Haftbefehls dorthin ausgeliefert. Er soll den österreichischen Behörden zufolge Wien zweimal besucht haben und dabei den Prater und den Stephansdom für eventuelle Anschläge ausgekundschaftet haben. Auch habe er sich in Wien in einer Flüchtlingsunterkunft mit einem 28-jährigen Tadschiken und dessen 27-jähriger türkischer Ehefrau getroffen; beide befinden sich ebenfalls wegen des Verdachts der Anschlagsplanung in Untersuchungshaft.[38]
Am 19. März 2024 ließ die deutsche Bundesanwaltschaft im Raum Gera zwei afghanische Staatsangehörige festnehmen. Einer der beiden schloss sich im August 2023 von Deutschland aus dem ISPK als Mitglied an. Beide hatten zuvor bereits Gelder gesammelt und an Mitglieder des IS in Nordsyrien übermitteln lassen. Einer der Beschuldigten wurde vom ISPK beauftragt, als Reaktion auf die Koranverbrennungen in Schweden und anderen skandinavischen Ländern einen Anschlag in Europa durchzuführen. Beide trafen in enger Absprache mit ISPK-Funktionären konkrete Vorbereitungen für einen tödlichen Schusswaffenangriff im Bereich des schwedischen Reichstagsgebäudes in Stockholm.[39]
Wenige Stunden nach dem Anschlag am Abend des 22. März 2024 in Krasnogorsk, einer Vorstadt in Moskau, in der Veranstaltungshalle Crocus City Hall, bekannte sich der ISPK über den Telegram-Kanal seiner Nachrichtenagentur Amaq zu der Tat. Mehrere bewaffnete Personen töteten mindestens 137 Personen, über 150 wurden verletzt.[40][41] Die Angreifer hätten sich „sicher in ihre Stützpunkte zurückgezogen“.[42] Der IS veröffentlichte ein Video des Terroranschlags, welches von einer Bodycam eines der Attentäter aufgenommen wurde.[43] Dass Russland zum Anschlagsziel des ISPK wurde, hat nach einer Einschätzung auch mit einem intensiven diplomatischen Austausch Russlands mit dem Islamischen Emirat Afghanistan der Taliban zu tun.[18] Die französische Regierung rief daraufhin am 24. März 2024 die höchste Terrorwarnstufe aus.[44]
Die deutsche Bundesregierung sieht Stand 2024 eine abstrakte Gefährdung durch den ISPK in Deutschland.[45] Nach Angaben des Verfassungsschutzes sind etwa 50 Anhänger des ISPK in Deutschland untergetaucht, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen. Während der Fußball-Europameisterschaft 2024 werden Anschlagsversuche auf Großveranstaltungen befürchtet. Nach Lamya Kaddor (Bündnis 90/Die Grünen) hat der IS seine Anhänger aufgerufen, auch außerhalb von Großveranstaltungen „blutige Massaker auf den Straßen Europas und Amerikas anzurichten.“[46] Im von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vorgestellten Lagebericht Islamismus geht vom ISPK neben radikalisierten Einzeltätern für das Land Nordrhein-Westfalen die größte Bedrohung im Bereich islamistischer Terrorismus aus.[47]
Die Aktivitäten des ISPK in Europa könnten einerseits damit zusammenhängen, dass dieser in Afghanistan selbst durch die Taliban unter Druck geraten ist; andererseits gibt es seit Anfang 2024 Hinweise auf ein neues Interesse Russlands und westlicher Staaten an einer Zusammenarbeit mit den Taliban, um diese Aktivitäten zu unterbinden.[48]
Literatur
- Antonio Giustozzi: The Islamic State in Khorasan. Afghanistan, Pakistan and the New Central Asian Jihad. Hurst & Company, London 2018, ISBN 978-1-84904-964-1 (englisch).
- Amira Jadoon, Andrew Mines: The Islamic State in Afghanistan and Pakistan: strategic alliances and rivalries. Lynne Rienner Publishers, Boulder, London 2023. ISBN 978-1-955055-85-7
Weblinks
- Fazelminallah Qazizai, Chris Sands: Faith and Vengeance: The Islamic State’s War in Afghanistan. In: New Lines Magazine. 1. August 2022 (englisch).