Isocyansäure

anorganische Säure From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Isocyansäure ist eine reaktive, wenig beständige Säure, die aus ihren Salzen durch vorsichtiges Ansäuern freigesetzt wird und bei Temperaturen oberhalb von 0 °C polymerisiert. Unter 0 °C ist sie in Benzol oder Ether wochenlang haltbar. Als Lösung in Eiswasser ist sie umso länger haltbar, je verdünnter die Lösung ist.[1] Ihre Ester heißen Isocyanate; ihre Salze werden üblicherweise nicht als Isocyanate, sondern als Cyanate bezeichnet. Die freie Säure polymerisiert sehr leicht zu einem Gemisch von Cyanursäure und Cyamelid.[4][S 1] Analog zu anderen Pseudohalogenen kann sie auch ein DimerDiisooxocyan“ OCN-NCO bilden.[5] Die Cyansäure als ihre tautomere Form ist sehr instabil und wird beim Ansäuern von Cyanaten nur in Spuren (bis maximal 3 %) gebildet.[2] Formal ist Isocyansäure das Imid der Kohlensäure. Ein Isomer ist die Knallsäure.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Isocyansäure
Allgemeines
Name Isocyansäure
Summenformel HNCO
Kurzbeschreibung

oberhalb von 0 °C wenig beständige Flüssigkeit, die zur Polymerisation neigt[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 75-13-8
EG-Nummer (Listennummer) 616-189-3
ECHA-InfoCard 100.109.068
PubChem 6347
Wikidata Q25774
Eigenschaften
Molare Masse 43,03 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Schmelzpunkt

−86 °C[2]

Siedepunkt

23,5 °C[2]

pKS-Wert

3,92[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302312314332334335
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Isocyansäure wurde im interstellaren Raum nachgewiesen.[6] Zum ersten Mal in einem Kometen wurde es bei der Beobachtung von C/1996 B2 (Hyakutake) im Jahr 1996 gefunden.[7]

Einzelnachweise

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