Isokostengerade
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In der Mikroökonomie ist die Isokostengerade, auch Isokostenlinie, im Faktordiagramm der geometrische Ort aller Kombinationen von Produktionsfaktoren, die zu gleich hohen Gesamtkosten führen.[1] In der Produktionstheorie erfüllt sie damit eine ähnliche Funktion wie die Budgetgerade in der Haushaltstheorie.[2]
Die Lage einer Isokostengeraden wird durch die Höhe der Gesamtkosten und die Preise der Produktionsfaktoren bestimmt. Sie ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Bestimmung der Minimalkostenkombination, also jener Faktorkombination, mit der eine vorgegebene Produktionsmenge zu möglichst geringen Kosten hergestellt werden kann.[3]
Berechnung der Isokostengeraden
Werden zwei Produktionsfaktoren und zu den Faktorpreisen und eingesetzt, ergeben sich die Gesamtkosten aus
Nach aufgelöst lautet die Gleichung der Isokostengeraden
Der Achsenabschnitt auf der -Achse beträgt damit , derjenige auf der -Achse . Die Steigung der Geraden ist
und entspricht somit dem negativen Verhältnis der beiden Faktorpreise.[1][2]
Betragen die Gesamtkosten beispielsweise 300 Geldeinheiten und kosten die Faktoren 100 und 200 Geldeinheiten je Mengeneinheit, können bei ausschließlicher Verwendung des ersten Faktors drei Mengeneinheiten und bei ausschließlicher Verwendung des zweiten Faktors 1,5 Mengeneinheiten eingesetzt werden. Die Isokostengerade verbindet im Faktordiagramm die Punkte und .
Bleiben die Faktorpreise unverändert, führen höhere Gesamtkosten zu einer parallelen Verschiebung der Isokostengeraden vom Ursprung weg. Ändert sich dagegen das Verhältnis der Faktorpreise, verändert sich auch ihre Steigung.[1]
Zusammenhang mit der Minimalkostenkombination
Eine Isoquante beschreibt alle Kombinationen von Produktionsfaktoren, mit denen dieselbe Outputmenge hergestellt werden kann. Zur Bestimmung der kostenminimalen Faktorkombination wird die niedrigste Isokostengerade gesucht, die die Isoquante der vorgegebenen Produktionsmenge noch erreicht.[1][2]
Bei einer inneren Lösung und unter den üblichen Differenzierbarkeitsannahmen berühren sich Isoquante und Isokostengerade im Kostenminimum. Dort entspricht der Betrag der Grenzrate der technischen Substitution dem Verhältnis der Faktorpreise:
Anschaulich bedeutet dies, dass die Rate, zu der die beiden Produktionsfaktoren im Produktionsprozess gegeneinander ausgetauscht werden können, dem Verhältnis entspricht, zu dem sie aufgrund ihrer Preise gegeneinander ausgetauscht werden können.[1]
Bei nicht differenzierbaren Produktionsfunktionen oder bei Randlösungen muss die Minimalkostenkombination dagegen nicht durch eine Tangentiallösung bestimmt sein.[1]