J. Paul Reason
US-amerikanischer Offizier, Admiral der US-Navy
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Joseph Paul Reason (* 22. März 1941 in Washington, D.C.) ist ein pensionierter Admiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der Atlantikflotte, einer Vorgängerorganisation des United States Fleet Forces Commands und erster Vier-Sterne-Admiral der US-Marine mit afroamerikanischer Herkunft.

Er ist ein Sohn von Joseph Reason und dessen Frau Bernice Chism. Beide Elternteile waren im Bildungswesen tätig. Der Vater lehrte an der Howard University romanische Sprachen und die Mutter unterrichtete an der High School das Fach Biologie. Er besuchte die öffentlichen Schulen seiner Heimat und studierte für kurze Zeit an der Lincoln University in Pennsylvania und der Howard University. Im Jahr 1965 absolvierte er die United States Naval Academy in Annapolis in Maryland. In der amerikanischen Kriegsmarine durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Admiral.
Im Lauf seiner militärischen Karriere absolvierte er verschiedene Kurse und Schulungen. Dazu gehörten unter anderem die Naval Nuclear Power Training Unit in Schenectady im Bundesstaat New York (März bis September 1966); die Naval Postgraduate School in Monterey in Kalifornien (1969–1970); die Naval Destroyer School in Newport in Rhode Island (1973); das Combat System Technical Schools Command beim Mare Island Naval Shipyard in Kalifornien (1973–1974) und die Surface Warfare Officers School (1981).
Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Im Jahr 1968 war er an Bord des Atomkreuzers USS Truxtun im Vietnamkrieg eingesetzt. Zwischen Dezember 1970 und Januar 1973 war er an Bord des Flugzeugträgers USS Enterprise stationiert, mit dem er zwischenzeitlich auch im Vietnamkrieg eingesetzt war.
Nach zwischenzeitlich anderen Verwendungen wurde er zum Stab des Bureau of Naval Personnel in Washington, D.C. versetzt. Im weiteren Verlauf gehörte er dem erweiterten Militärstab von Präsident Jimmy Carter an (Naval Aide to U.S. President Jimmy Carter). Zwischen Juni 1979 und Mai 1981 war Reason Erster Offizier auf dem Atomkreuzer USS Mississippi. Daran schloss sich sein erwähnter Lehrgang an der Surface Warfare Officers School an. Im September 1981 erhielt er das Kommando über den Zerstörer USS Coontz. Diese Aufgabe nahm er bis zum Dezember 1982 wahr. Das Schiff operierte damals vor der Westküste Afrikas, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. Danach war er bis zum April 1983 bei der Regierungsbehörde Naval Reactors, die für das Kernenergieantriebsprogramm der United States Navy zuständig ist, tätig.
In der Folge kommandierte er bis zum Juli 1986 den Atomkreuzer USS Bainbridge. Dieser war damals meist zusammen mit der USS Enterprise im Einsatz und operierte im Pazifik und im Indischen Ozean. Damals rettete die Besatzung des Schiffes 51 Bootsflüchtlinge und später vor der Westküste Indiens 318 Arbeiter einer Ölbohrinsel, die außer Kontrolle geraten war. Im Juni 1986 erreichte J. Paul Reason die Admiralsränge. Zwischen Juli 1986 und September 1988 leitete er die Marinebasis in Seattle im Bundesstaat Washington. Damit war er für die Marineaktivitäten sowohl vor den Küsten dieses Bundesstaates als auch vor Oregon und Alaska verantwortlich. Anschließend kommandierte er bis zum November 1990 die 1. Kreuzer-Zerstörer-Gruppe (Cruiser-Destroyer Group One). Danach wurde er zum Konteradmiral befördert. Zudem kommandierte er damals bis 1991 die Battle Group Romeo, deren Flaggschiff war das mehrfach ausgemusterte und wieder in Dienst gestellte Schlachtschiff USS New Jersey. Zusammen mit der Battle Group Romeo war das Schiff damals im Pazifik, im Indischen Ozean und am Persischen Golf eingesetzt.
Nach seiner Beförderung zum Vizeadmiral im Jahr 1991 wurde Reason mit dem Oberbefehl über die Überwassereinheiten der Atlantik-Flotte betraut (Naval Surface Forces, U.S. Atlantic Fleet). In der Folge wurde er zum Stab des Chief of Naval Operations (CNO) versetzt. Von August 1994 bis November 1996 leitete er dessen kombinierte Stabsabteilung N3/N5 für Operationen und Planungen.
Am 20. Dezember 1996 übernahm J. Paul Reason als Nachfolger von William Flanagan das Kommando über die amerikanische Atlantikflotte, die Vorgängerorganisation des heutigen Fleet Forces Commands. Dieses Amt bekleidete er bis zum 17. September 1999, als er von Vernon E. Clark abgelöst wurde. Seit dem 1. Februar 1997 bekleidete er den Rang eines Vier-Sterne-Admirals. Damit war er der erste Offizier der US-Marine mit afroamerikanischer Abstammung, der diesen Dienstgrad erreichte. Nach dem Ende dieses Kommandos schied er aus dem aktiven Militärdienst aus.
Nach seiner Pensionierung wurde Reason Vorstandsmitglied verschiedener Firmen. Er ist mit Dianne Fowler verheiratet. Das Paar hat zwei inzwischen erwachsene Kinder.
Orden und Auszeichnungen
J. Paul Reason erhielt im Lauf seiner militärischen Laufbahn unter anderem folgende Auszeichnungen:
- Navy Distinguished Service Medal
- Legion of Merit
- Navy Commendation Medal
- Navy Unit Commendation
- National Defense Service Medal
- Armed Forces Expeditionary Medal
- Vietnam Service Medal
- Armed Forces Honor Medal (Südvietnam)
- Gallantry Cross (Südvietnam)
- Vietnam Campaign Medal (Südvietnam)
Weblinks
- Reason bei the History Makers
- Reason beim US Naval Institute
- Reason bei My Black History
- Reaon beim West Point Center of Oral History
- Reason bei Black Past
- Reason in der Military Hall of Honor (zuletzt a abgerufen am 13. Dezember 2025, Im März 2026 nicht mehr erreichbar)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reason, J. Paul |
| ALTERNATIVNAMEN | Reason, Joseph Paul |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Offizier, Admiral der US-Navy |
| GEBURTSDATUM | 22. März 1941 |
| GEBURTSORT | Washington, D.C. |