Johan Willem de Stürler
Oberst im niederländischen Dienst
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Lebenslauf

Johan Wilhelm de Stürler entstammte dem Berner Patriziergeschlecht von Stürler. Er trat 1788 als Kadett der Artillerie ins Militär ein. Er nahm in den Jahren 1793 und 1794 an Feldzügen unter dem Statthalter der Niederlande, Wilhelm V., teil Dabei wurde er verwundet. Später war er als Kommandant der Artillerie unter anderem an der Einnahme des Forts Halfweg (Haarlem) am 24. November 1813 und der Blockade von Naarden am 13. Mai 1814 beteiligt. 1815 wurde De Sturler zum Unterinspektor der Militärverwaltung in Niederländisch-Indien ernannt. Von 1823 bis 1826 war er Leiter des niederländischen Handels in Japan auf der Insel Dejima. Im Jahr 1826 vollendete er die Hofreise nach Edo, begleitet vom deutschen Arzt Philipp Franz von Siebold[1], bei der er dem Shogun einen Besuch abstattete.
Siebold und De Sturler reisten mit demselben Schiff von Batavia nach Nagasaki[2]. Während dieser Reise und in der ersten Zeit auf Dejima verstanden sich beide gut. Das änderte sich jedoch bald. De Sturler versuchte, dem lukrativen, aber verbotenen privaten Handel des europäischen Personals mit den vielen Japanern, die täglich die Insel besuchten, ein Ende zu setzen. Auch Von Siebold war in diesem Handel sehr aktiv. De Sturler hatte jedoch aus der Ferne von Batavia kaum Möglichkeiten, seine Autorität wirksam durchzusetzen. Kurz vor der Hofreise eskalierte der Konflikt, als De Sturler gegen alle Vorbereitungen protestierte, die Von Siebold getroffen hatte, um während der Reise vor allem seinen eigenen Handel und seine Sammlung zu fördern. Es kam beinahe zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen beiden. Schließlich blieb De Sturler nichts anderes übrig, als Von Siebold gewähren zu lassen. Nach der Verhaftung Von Siebolds wegen Schmuggels von Gegenständen, die er nicht besitzen durfte, beschuldigte dieser De Sturler, aus reiner Eifersucht die japanischen Behörden gegen ihn aufgebracht zu haben. Dies war eine offensichtlich falsche Behauptung. De Sturler, der inzwischen wieder in Batavia war, bemühte sich jedoch nachdrücklich, die dortigen Behörden davon zu überzeugen, dass Von Siebold bei seiner Rückkehr in Batavia vor ein Kriegsgericht oder ein ordentliches Gericht gestellt werden sollte.
Nach einer ehrenvollen Entlassung aus dem Militärdienst ließ er sich in Paris nieder, wo er 1855 verstarb.
Rolle in der Kunstgeschichte
De Sturler spielte eine entscheidende Rolle bei der Überführung von Werken des japanischen Malers Katsushika Hokusai (1760–1849) nach Europa, die im Auftrag von Jan Cock Blomhoff entstanden waren. Die Bibliothèque Nationale de France in Paris besitzt diese Sammlung noch heute[3]. Ursprünglich wollte Siebold Hokusai nicht den vereinbarten vollen Preis zahlen, doch De Sturler protestierte und zahlte den gesamten Betrag[4].
Literatur
- Sturler, J.W.E. de (1882) ''Généalogische aanteekeningen van de familie De Stürler'', Deventer: P. Beitsema (Neuauflage)
- Dienstnachweis von Johan Wilhelm de Sturler, 23. Februar 1831, Familienbesitz (privat)