Johann Friedrich von Stain

deutscher Staatsmann From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Friedrich Freiherr von Stain zu Reichenstein (auch Stain zu Rechtenstein; * 5. Juni 1681 in Kampen; † 27. Februar 1735 in Kassel) war ein deutscher Staatsmann.

Leben

Herkunft und Ausbildung

Stain war Sohn eines Generalmajors und Gesandten der Vereinigten Niederlande und stammte aus dem schwäbischen Uradelsgeschlecht Stain. Seine erste Ausbildung genoss er in Herzogenbusch und Gent, in Gent an der Seite eines Prinzen von Nassau-Usingen. 1692 kam er als Edelknabe an den Hof des Herzogs Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, bevor er 1698 das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Tübingen aufnahm. Ab 1700 setzte er sein Studium an der Universität Leyden fort. Um sich militärische Kenntnisse anzueignen, wirkte er als Freiwilliger an der Belagerung von Landau 1702 mit.

Im Dienst von Baden-Durlach, Württemberg und Hessen-Darmstadt

Nach der Belagerung von Landau ernannte ihn Markgraf Friedrich VII. Magnus von Baden-Durlach zum Hofmeister und Kammerjunker seines Sohnes Christoph, der zu dieser Zeit als Hauptmann in Diensten der Niederlande stand. Anschließend begleitete er als Hofmeister ab 1704 den Erbprinz Friedrich Ludwig von Württemberg nach Lausanne, Genf und Turin sowie anschließend an die Tübinger Universität. Im Jahr 1710 trat er in den Dienst von Hessen-Darmstadt. Dort wurde er von Landgraf Ernst Ludwig Wirklicher Regierungsrat und Oberamtmann im Amt Kelsterbach, 1716 zum Geheimen Kriegs- und Legationsrat ernannt. Er unterstützte den Landgrafen bei der Bekämpfung von Missständen an der Universität Gießen und begleitete den Erbprinzen Ludwig auf Reisen nach Frankreich und Spanien.

Im Dienst von Braunschweig-Wolfenbüttel

Stain trat 1717 in den Dienst des Herzogs August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenbüttel. Er wurde zum Geheimen Rat ernannt und Gesandter zum Kaiser Karl VI. Vom April 1718 bis Februar 1721 war er Braunschweig-Wolfenbütteler Reichstagsgesandter, zugleich für Ostfriesland und ab Februar 1720 zugleich auch für Baden-Durlach; 1720/1721 vertrat er außerdem die Fürstentümer Ansbach, Bayreuth, Nassau-Diez, Nassau-Dillenburg und Nassau-Siegen.

Stain wurde 1721 Staatsminister und 1723 Hofgerichtspräsident in Wolfenbüttel, bevor er 1728 die Stelle als Oberkammerdirektor sowie als Präsident des Bergkollegiums erhielt. Außerdem wurde er Oberamtmann von Wolfenbüttel. Er schied mit dem Tod des Herzog aus dem Dienst in Braunsweig-Wolfenbüttel aus.

Im Dienst von Hessen-Kassel und Schweden

Stain kam 1731 nach Kassel. Dort wurde er zum Königlich Schwedischen und Hessen-Kasselischen Geheimen Rat und Präsident des Geheimen Rats und des Oberregierungskollegiums in Kassel ernannt. 1734 wurde er von Friedrich nach Schweden gerufen. Begleitet wurde er vom späteren Regierungsarchivar Johann Philipp Kuchenbecker. Stain führte für den König die Verhandlungen mit dem dortigen Reichstag. Im Februar 1735 kehrte er nach Kassel zurück. Dort starb er kurze Zeit später.

Stain soll ein sehr guter Jurist und Staatsmann gewesen sein. Daneben war er Förderer der Wissenschaft und wurde zum Mitglied der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala. Er war als Kurator der Universitäten von Marburg und Rinteln tätig. Auch trug er dazu bei, dass Johann Gottfried von Meiern seine Acta pacis Westfalicae publica veröffentlichen konnte, in dem er ihm Zugang zu Archivmaterial ermöglichte.

Literatur

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